Das Fußball-Tier möchte leben!

Ein Dreibindengürteltier rollt sich zur Kugel zusammen Bei Bedrohung rollt sich das Dreibindengürteltier zu einer gepanzerten Kugel zusammen. © Fotolia (© Fotolia)
74.634 Teilnehmer

Ende der Aktion: 05.03.2015

Das Dreibindengürteltier ist das Maskottchen der Fußball-WM. Das Tier ist extrem bedroht. Die Regierung muss handeln und seinen Lebensraum schützen. Bitte unterschreibt die Petition.

Appell

An: Brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira

„Das WM-Maskottchen „Fuleco“ soll dazu beitragen, die gefährdete Gürteltierart zu schützen. Die brasilianische Regierung soll ihre Versprechen einlösen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Das Dreibindengürteltier ist zu einer Verwandlung fähig, die das Herz von Fußballfunktionären schneller schlagen lässt. Es kann sich zu einem Ball zusammenrollen und wird deshalb auch Kugelgürteltier genannt. Hier endet allerdings die Analogie: Anders als Fußball ist es in Brasilien nicht allgegenwärtig, sondern gefährdet. Die Tierart kommt nur noch in kleinen isolierten Populationen vor.

Die Heimat der Tiere sind die Savannengebiete im Nordosten Brasiliens. Doch ihr Lebensraum schwindet für die Gewinnung von Holzkohle, die Rinderzucht und die Ausweitung der Soja- und Zuckerrohrplantagen. Auch die Jagd setzt den Gürteltieren massiv zu.

Das Dreibindengürteltier wurde auch deshalb zum Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gewählt, weil man beim Fußballvolk werbewirksam auf die Bedrohung dieser Art und den Schutz der Natur aufmerksam machen will: Sein Name „Fuleco" ist eine Wortschöpfung aus den portugiesischen Wörtern für Fußball und Ökologie.

Nach Kritik hat die brasilianische Regierung einen Fünfjahresplan aufgelegt, der Schutzgebiete und ein Forschungszentrum vorsieht. Doch von den dafür versprochenen Mitteln sind bisher nur zwei Prozent geflossen, neue Schutzgebiete wurden ebenso wenig ausgewiesen.

Brasilianische Wissenschaftler fordern nun die Umweltministerin Teixeira auf, sofort mit der Einrichtung eines Schutzgebiets für das „WM-Maskottchen" zu beginnen.

„Wenn wir jetzt genügend Unterschriften sammeln, können wir es schaffen, die brasilianische Regierung dazu zu bringen, das Gürteltier zu retten und ein TOR für den Umweltschutz erzielen", schreibt Dr. Felipe Melo von der Universität Pernambuco.

Bitte unterstützen Sie rechts die Petition der brasilianischen Wissenschaftler zum Schutz des Dreibindengürteltieres an die Umweltministerin des Landes:

Hinter­gründe

Artikel über das Dreibinden- oder Kugelgürteltier auf Abenteuer Regenwald, der Schülerseite von Rettet den Regenwald:
http://www.abenteuer-regenwald.de/wissen/tiere/guerteltiere

Aufruf der brasilianischen Wissenschaftler (auf Englisch):
A challenge to FIFA & the Brazilian government as the World Cup approaches
und
Football and Biodiversity Conservation: FIFA and Brazil Can Still Hit a Green Goal

Studie des brasilian. Umweltministeriums zur Schaffung von neuen Schutzgebieten im Caatinga-Trockenwald (auf portugiesisch)

An­schreiben

An: Brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira

Sehr geehrte Frau Umweltministerin Teixeira,

mit dem Dreibindengürteltier als Maskottchen „Fuleco“ wirbt Brasilien für die Fußballweltmeisterschaft und für den Schutz der bedrohten Tierart. Doch in der Praxis wurde bisher sehr wenig getan, um die bedrohten Gürteltiere zu schützen.

Der brasilianische Wissenschaftler Dr. Felipe Melo von der Universität Pernambuco und einige seiner Kollegen haben eine dringende Petition an Sie gerichtet.

Sie fordern, die von der Regierung bereits versprochenen Finanzmittel für 26 Schutzgebiete in Brasilien freizugeben, neue Schutzgebiete im Caatinga, dem Lebensraum der Gürteltiere, zu schaffen und einen Aktionsplan zum Schutz der Dreibinden-Gürteltiere zu veröffentlichen.

Bitte setzen Sie den Appell der Wissenschaftler in Taten um und unternehmen Sie alle notwendigen Maßnahmen, um die Dreibindengürteltiere zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.