Woodlark Kuskus retten. Stoppt die Motorsägen!

Der Woodlark Kuskus, eine Beuteltier-Art Woodlark Kuskus ist bedroht, wenn die Wälder der Insel gerodet werden (© Eleanor Clapp)

Das Woodlark Kuskus lebt nur auf einer einzigen Insel in Papua-Neuguinea. Auch viele andere Tierarten gibt es nirgends sonst auf der Welt. Viele sterben aus, wenn die Holzfirma Karridale die Hälfte der Wälder auf Woodlark vernichtet.

Appell

An: den Premierminister von Papua-Neuguinea Peter O'Neill und die zuständigen Behörden

„Auf der Woodlark-Insel leben viele endemische Arten wie Woodlark Kuskus. Karridale will große Regenwaldflächen vernichten. Einheimische schlagen Alarm.“

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Die Vernichtung der Wälder wäre ein Raubbau an der Natur sondergleichen. Mehr als 40 endemische Tier- und Pflanzenarten würden ihrer Heimat beraubt: Frösche, Reptilien, Insekten, Schnecken und eben Woodlark Kuskus, ein nachtaktives Beuteltier, die ausschließlich auf Woodlark leben. Wissenschaftler vermuten, dass sich weitere unbekannte Arten auf der Insel verbergen.

„Trotzdem haben die Holzfäller der Firma Karridale jetzt die Lizenz bekommen, Wälder anzuholzen", sagt Simon Piyuwes. Er führt den Widerstand gegen die Vernichtung seiner Heimat an. „Ich bin so niedergeschlagen bei dem Gedanken, die Natur an Plünderer zu verlieren.“

Karridale will 17.600 Hektar Wald roden und somit ein Fünftel der Insel kahl schlagen. Einheimische fürchten, das Unternehmen ziele gar auf mehr als die Hälfte der Wälder.

Laut einem Anführer der Volksgruppe der Malasi hat nur eine Minderheit dem Projekt zugestimmt, die Mehrheit wurde überrumpelt. Die Genehmigungen sind zumindest zweifelhaft.

Dass bereits genehmigte Projekte gestoppt werden können, zeigt der Fall der geplanten Minen der Firma Kula Gold. Gouverneur Titus Philemon geht davon aus, dass die Bewohner nicht ausreichend über die ökologischen Folgen der drei Tagebaue informiert wurden.

Simon Piyuwes hofft auf internationale Hilfe. Wie im Jahr 2008. Damals wollte eine Palmöl-Firma die Insel mit Plantagen überziehen. Internationaler Druck hat den Einheimischen geholfen, das Unternehmen in die Flucht zu schlagen.

Die 6.000 Einwohner sind auch diesmal zu schwach, sich allein gegen die Zerstörung ihrer Heimat zu wehren. Wir müssen uns an ihre Seite stellen. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition. Es ist dringend: Karridale hat gerade die Lizenz zum Abholzen bekommen!

Hinter­gründe

"Eine Bühne der Evolution!" "Ein biologisches Juwel!" "Vollgestopftmit einzigartigen Spezies!" Wissenschaftler schwelgen in höchsten Tönen, wenn sie über den Reichtum der Natur von Woodlark Island sprechen. 7 Froscharten gibt es nur auf dieser Insel Papua Neuguineas und sonst nirgends auf der Welt. Ebenso 4 Reptilien- ,7 Pflanzen-, 19 Schnecken- und 4 Insektenarten, von denen 2 noch keinen wissenschaftlichen Namen tragen. Forscher haben bereits einige Spezies Frösche und Schlangen gefangen, von denen noch geklärt werden muss, ob sie ebenfalls endemisch sind.

"Sicherlich gibt es weitere unentdeckte Arten", sagt Fred Kraus von der University of Michigan, der selbst vier Spezies als erster beschrieben hat. Die Insel birgt noch Geheimnisse, da sie nie systematisch erforscht wurde. "Jedes größere Waldstück in Papua Neuguinea ist einzigartig und beherbergt spezialisierte und vielleicht endemische Arten, vor allem wirbellose Tiere", sagt der Ornithologe Bruce Beehler.

Die Pläne der Firma Karridale, große Teile von Woodlark abzuholzen, stoßen bei Forschern umso mehr auf Kritik. Viele Tiere lebten in einem eng begrenzten Raum und seien höchst verwundbar, sagt Stuart Pimm von der Duke University. Das Vorhaben lasse "die Alarmglocken schrillen". Kristofer Helgen vom Smithsonian Institute in Washington fürchtet, viele Tiere verlören ihr Habitat.

Über Jahrtausende leben die Einheimischen im Einklang mit der Natur. "Die Insel ist ein einzigartiges Beispiel für ein soziales und ökologisches System, das seit 2000 und mehr Jahren das Leben von Mensch und Natur gleichermaßen ermöglicht", sagt der Anthropologe Frederick H. Damon. Er hat 30 Jahre lang auf der Insel geforscht.

Seit Generationen nutzen die Insulaner den Wald schonend. Sie pflanzen Gärten an, halten Schweine und gehen auf die Jagd. Laut Global Forest Watch haben sie zwischen den Jahren 2000 und 2012 rund 1.437 Hektar Wald eingeschlagen, was 1,7 Prozent der Insel entspricht. Rechnet man die 287 Hektar dagegen, auf denen in dieser Zeit junger Wald heran wuchs, sind es nur 1,3 Prozent.

Wie viele Hektar Wald die Firma Karridale roden will, bleibt ihr Geheimnis. Sie gibt keine Zahlen heraus. Offiziell sind es 17.600 Hektar, also 22 Prozent der Insel. Einheimische vermuten, dass es am Ende 50 Prozent sein könnten. Auch sonst ist das Unternehmen undurchsichtig und äußert sich nicht zu Details seiner Pläne. Die Nationale Forstbehörde hat offenbar die Erlaubnis für das Projekt erteilt. Sobald auch die Behörden in der Provinz zustimmen würde die Arbeiten beginnen, fürchten Einheimische.

Der Karridale-Manager Danny Chiu unterstreicht, die Firma sei in Papua Neuguinea ansässig. Sie stamme nicht aus Malaysia, wie gemunkelt wird. Zudem sei man ein kleines Unternehmen und plane, nur langsam zu arbeiten. "Wir entnehmen nur genug Holz für den lokalen Markt und schaffen Arbeitsplätze für die Bevölkerung", sagt Chiu. Er verspricht zugleich bessere Straßen.

Ob das eingehalten wird, bezweifeln Einheimische. "Es gibt null Informationen", sagt der Arzt Simon Piyuwes, der den Widerstand gegen die Rodungen anführt. Die Bevölkerung werde über die wahren Pläne im Unklaren gelassen. So werde das Subunternehmen Woodlark Resources Limited, anders als der Name vermuten lässt, vom Ausland gesteuert.

Simon Piyuwes reibt sich beim Kampf um seine Heimat auf. Er habe seine Ersparnisse aufgebraucht und seinen Job als Arzt im Krankenhaus verloren, sagt er. Er würde die Bevölkerung gern weiter über die Gefahren informieren – kann das aber nicht bezahlen.

Dass Protest etwas bewegen kann, zeigt der Fall des australischen Bergbauunternehmens Kula Gold. Dessen drei geplanten Goldminen schienen bereits genehmigt, die Firma besitzt Medienberichten zufolge Konzessionen für 45.000 Hektar und ist seit einigen Jahren mit Vorarbeiten beschäftigt. Nun hat Gouverneur Titus Philemon das Projekt gestoppt, bis Sorgen der Bevölkerung ausgeräumt sind. Die Regierung habe die Bevölkerung nur "halbherzig" über die Folgen des Goldabbaus informiert. Im Mittelpunkt steht dabei der Plan, giftige Abfälle im Meer zu entsorgen. Damit würden die Korallenriffe gefährdet.

Quellen und Hintergrundinformationen

http://news.mongabay.com/2014/0428-hance-woodlark-logging.html

http://news.mongabay.com/2014/0922-hance-woodlark-island-logging-endemics.html

http://news.mongabay.com/2014/1021-hance-alert-woodlark.html

2007/2008: http://news.mongabay.com/2007/1213-woodlark.html

Kuskus auf Roter Liste: http://www.iucnredlist.org/details/16846/0

An­schreiben

An: den Premierminister von Papua-Neuguinea Peter O'Neill und die zuständigen Behörden

Sehr geehrter Herr Premierminister Peter O'Neill,
sehr geehrte Damen und Herren,

die 6.000 Einwohner von Woodlark Island leben in Harmonie mit den Urwäldern ihrer Heimat. Dort existieren mindestens 42 endemische Arten, darunter der Woodlark Kuskus. Wissenschafter sind sicher, dass sich auf der Insel noch zahlreiche unbekannte Arten verbergen.

Trotzdem will das malaysische Unternehmen Karridale Limited 17.600 Hektar Wald roden, ein Fünftel der gesamten Insel. Einheimische gehen davon aus, dass die Firma mehr als doppelt so viel abholzen will.

Die Bevölkerung lehnt das Projekt ab. Viele fühlen sich überrumpelt und sorgen sich um die Natur ihrer Heimat. Forscher fürchten, dass etliche Tierarten ihre Lebensgrundlage verlieren.

Wir bitten Sie daher, die Einwohner ernst zu nehmen und das Projekt zu stoppen.

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