Abholzen für Schokolade? Nein Danke!

Schimpanse im Regenwald Primaten finden keinen Lebensraum, wo illegal Kakao wächst (© Ronald Woan/Flickr - CC BY-NC 2.0)
118.520 Teilnehmer

Ende der Aktion: 25.08.2016

Geschützte Wälder der Elfenbeinküste werden durch illegalen Kakaoanbau vernichtet. Dadurch wird der Lebensraum zahlreicher Affenarten zerstört. In den Reservaten Dassioko Sud und Port Gauthier stehen Meerkatzen- und Schimpansen vor dem Aussterben. Die Regierung muss dafür sorgen, dass Ranger den Lebensraum der Affen dort bewachen.

Appell

An: An die Regierung der Republik Elfenbeinküste! An die Schokoladen-Konzerne!

„Keine Abholzung für Kakao-Pflanzungen! Keine Schokolade auf Kosten der Wälder!“

Ganzes Anschreiben lesen

Als Wissenschaftler in 23 Schutzgebieten der Elfenbeinküste Affen zählten, stießen sie fast überall auf zerstörte Wälder. Die Affenpopulationen sind deshalb dramatisch eingebrochen.

„Es gibt Schutzgebiete in der Elfenbeinküste ohne Wald und ohne Primaten, dafür mit einem Meer aus Kakao-Plantagen“, sagt der Anthropologe W. Scott McGraw von der Ohio State University: „Die Roloway-Meerkatze könnte die nächste Art sein, die ausgerottet wird.“

Bereits vor vielen Jahren sind arme KleinbauernIn in die Schutzgebiete eingedrungen. Sie sahen keine andere Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, als dort Kakao und andere Kulturen anzubauen.

Die Küstenregenwäldern von Dassioko Sud und Port Gauthier sind dagegen bislang weitgehend unberührt geblieben. Sie sind die letzten Rückzugsräume für gleich drei vom Aussterben bedrohte Primaten-Spezies. Doch auch in den 23.717 Hektar großen Gebieten werden in jüngster Zeit Kakao-Pflanzungen angelegt.

Patrouillen, an denen Bewohner der umliegenden Dörfer beteiligt sind, können helfen, die Tiere und ihren Lebensraum zu schützen. 2013 entdeckten sie in den beiden Schutzgebieten insgesamt 167 Hektar Kakao-Pflanzungen, die Kleinbauern angelegt hatten. Außerdem machten sie Hunderte Tierfallen unschädlich und stellten über 150 Wilderer.

Die Regierung muss dafür sorgen, dass die Waldreservate Dassioko Sud und Port Gauthier wirksam geschützt werden! Dabei muss die örtliche Bevölkerung eingebunden werden.

Hinter­gründe

Die Elfenbeinküste ist mit rund 40 Prozent der weltgrößte Produzent von Kakao, der wichtigsten Zutat von Schokolade. Er wird überwiegend von Kleinbauern angebaut, die weniger als fünf Hektar bewirtschaften. Die Kakao-Bohnen werden von Zwischenhändlern aufgekauft, den Export übernehmen internationale Konzerne wie Cargill und Barry Caulebaut.

Einnahme aus dem Kakao waren seit der Unabhängigkeit der Elfenbeinküste 1960 überlebenswichtig für das Land. Der Einbruch der Preise auf dem Weltmarkt führt in den 1980er Jahren zu einer Staatskrise. Während des Bürgerkriegs von 2002 finanzierten sich sowohl Rebellen als auch Regierungstruppen über Einnahmen aus der Kakaowirtschaft.

In der Elfenbeinküste wurden seit 1960 nahezu 83 Prozent des Regenwaldes vernichtet, der einst 16 Millionen Hektar bedeckte. Selbst Waldreste in Schutzgebieten verschwinden zusehends.

In den 23 Waldschutzgebieten, in denen Forscher Studien zu Primaten angestellt haben, leben über 65.000 Menschen. In der größten Siedlung waren sogar 30.000 Einwohner daheim. In manchen Schutzgebieten leben die Kakaobauern schon seit bis zu 25 Jahren.

Auf ihren Feldern bauen sie fast ausschließlich Kakao an.

Bereits bei der Einrichtung von Schutzgebieten wurde die örtliche Bevölkerung teilweise gewaltsam vertrieben. Das abwegige Ziel war es, menschenleere Schutzgebiete zu schaffen.

2013 ging die Regierung der Elfenbeinküste mit Gewalt gegen Menschen vor, die im Schutzgebiet von Niegre lebten. Mit Bulldozern wurden ihre Häuser zerstört.

Ab Dezember 2015 sollen allein im Mont Peko Nationalpark 28.000 Menschen zum Wegzug gezwungen werden. Fraglich ist allerdings, wohin die Leute gehen sollen und wovon sie leben sollen. Viele stammen ursprünglich aus den Nachbarländern Burkina Faso und Mali. 8.000 haben offenbar angekündigt, nach Burkina Faso zurück zu kehren. Die Kleinbauern und die Regierung der Elfenbeinküste brauchen dringend internationale Unterstützung, um alternative Lebensmöglichkeiten außerhalb der Schutzgebiete zu schaffen. Sonst könnte es zu gewaltsamen Räumungen kommen.

Auf den Märkten der Region wird Bush Meat gehandelt, das für viele Menschen eine wichtige Proteinquelle darstellt. Bei 22 Kontrollgängen fanden Ranger auf Märkten in sieben Dörfern 107 tote Primaten, vor allem Meerkatzen.

Zu den vom Aussterben bedrohten Spezies, die in den Schutzgebieten Dassioko Sud und Port Gauthier gefunden wurden, gehören Schimpansen und Meerkatzen der Art White-collared beziehungsweise White-Aaped Mangabey und Roloway Monkey.

An­schreiben

An: An die Regierung der Republik Elfenbeinküste! An die Schokoladen-Konzerne!

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Waldschutzgebieten der Elfenbeinküste wird illegal Kakao angebaut. Dadurch werden die letzten Regenwälder vernichtet. Unzählige Tierarten sind im höchsten Maße bedroht. Affen und
Menschenaffen stehen kurz vor der Ausrottung!

Als Wissenschaftler in 23 Gebieten Affen zählten, stießen sie fast überall auf zerstörte Wälder und illegale Kakaopflanzungen. Auf Zweidritteln der Flächen wird Kakao gepflanzt. Die Affenpopulationen sind eingebrochen. In 13 Schutzgebieten fanden die Forscher keinen einzigen Primaten.

Die Küstenregenwälder von Dassioko Sud und Port Gauthier sind letzte Rückzugsräume für drei vom Aussterben bedrohte Primaten-Spezies. Dortige Erfahrungen zeigen, dass Patrouillen Wälder und Primaten wirksam schützen.

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Tiere in den Schutzgebieten Dassioko Sud und Port Gauthier in Ruhe leben können und die Wälder nicht weiter zerstört werden. Verhindern Sie, dass illegaler Kakao auf den Markt kommt.

Mit freundlichen Grüßen

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