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Der Bauer Somat: Opfer der Palmölindustrie

Noch immer packt Somat die kalte Wut, wenn er über die riesige Palmölplantage von Kresna Duta Agrikindo (SinarMas-Konzern) läuft. Plötzlich bleibt er stehen und zeigt das Land, das einmal sein Dorfwald war. Der Bauer ist eines von 20.000 Opfern der Palmölindustrie im Distrikt Jambi auf Sumatra. Vor ein paar Jahren war ein Mann in sein von Plantagen umgebenes Dorf gekommen und hatte vorgeschlagen, eine Genossenschaft zu gründen und ein paar Hektar Gemeindewald in Palmölplantagen umzuwandeln. Er versprach den Bauern, dass sie endlich am großen Palmölboom mitverdienen könnten. Aber statt ein paar Hektar holzte das Unternehmen über Nacht mehr als 600 Hektar Dorfwald ab. So erschlich sich Kresna Duta Agrikindo die Besitzurkunden für das Land. Seit dem Vorfall haben die Bauern kein Einkommen mehr von ihrem Grund und Boden, denn jetzt gehört die Plantage dem Großkonzern SinarMas. Doch Somat probt den Aufstand. Gemeinsam mit 400 anderen Bauern hat er in Jakarta erfolgreich demonstriert. Den Bauern wurde das Land wieder zugesprochen, aber sie sollen nun auch den Kredit zurückzahlen, den SinarMas für das Anlegen der Plantage aufgenommen hat. Das wollen die Bauern sich nicht gefallen lassen. Schließlich wollten sie keine riesige Palmölmonokultur. Somats Geschichte ist sehr wichtig, denn die Kleinbauern auf Sumatra haben über Jahrhunderte vom Jagen und Sammeln im Naturwald gelebt. Sie betreiben Landwirtschaft, die den Regenwald erhält, und wenn der Erfolg von Somat Schule macht, sieht es schlecht aus mit den Plänen für die gigantischen Palmölplantagen. In Indonesien leben Millionen Menschen vom Wald. Auch Menschen wie Din Perulak. Der Häuptling der Orang Rimba läuft kopfschüttelnd über sein zerstörtes Land. Hier legt der Bakri-Konzern eine mehr als 12.000 Hektar große Palmölplantage für Agrardiesel an. Im Nationalpark Bukit 12, der im Herzen der Provinz Jambi liegt, darf Din Perulak nicht mehr jagen und sammeln. Sein Volk hat die Lebensgrundlage verloren. Auch Din Perulak wehrt sich gegen die Palmölindustrie. Menschen wie er und Somat kommen täglich ins Büro von Walhi Jambi. Der Umweltschutzorganisation ist es mit Spenden von Rettet den Regenwald gelungen, den Opfern der Palmölindustrie endlich Gehör zu verschaffen. Als kürzlich die Umweltminister der ASEAN-Länder in Jambi tagten, hielten Demonstranten Schilder hoch, auf denen stand: „Wir brauchen keine internationalen Investoren, die uns die Nahrung wegnehmen. Schluss mit der Biodiesel-Lüge.“ Unsere Partner in Jambi kämpfen für den Erhalt der letzten Wälder und für die Menschen, die von den Wäldern leben. Bauern wie Somat und Waldexperten wie Din Perulak könnten Garanten für den Erhalt des Regenwaldes sein, wenn sie endlich gehört werden. Sie kämpfen auch für uns, denn mit den Regenwäldern verlieren wir ein Weltnaturerbe. Deshalb ist es wichtig, ihnen Mut zu machen und sie mit Geld zu unterstützen. Ohne internationale Hilfe sind die Regenwaldmenschen häufig machtlos, weil sie als Minderheiten diskriminiert werden oder weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen, ihre Rechte durchzusetzen.