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Tödliches Gift im Soja-Feld

Biodiesel aus Argentinien

Richter entschieden: Firmen müssen die Unbedenklichkeit der Pestizide nachweisenRichter entschieden: Firmen müssen die Unbedenklichkeit der Pestizide nachweisen

„Das ist ein historisches Urteil“, sagt Sofía Gatica. „Nun sind die Verbrechen bewiesen. Das gibt uns Mut, den Kampf gegen die Pestizide fortzusetzen.”

Zum ersten Mal hat ein Richter in Argentinien die Vergiftung von Menschen mit Pestiziden bestraft. Ein Soja-Produzent und sein Pilot wurden zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sie haben die tödlichen Gifte per Flugzeug über einer Siedlung versprüht.

Vor 13 Jahren war das Baby der Umweltaktivistin an Nierenversagen gestorben. Sie wollte die Ursache herausfnden und stieß schnell auf die hohe Zahl von Missbildungen an Embryonen und Neugeborenen, von plötzlichen Todesfällen und Krebserkrankungen in ihrer Siedlung. Bis an die Häuser heran wuchern dort die Soja-Plantagen. 

Auf den Plantagen wächst zu 99 Prozent Gensoja des Monsanto-Konzerns

Argentiniens Regierung hat das Land zur Soja-Republik gemacht. Auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland breiten sich dort die endlosen Monokulturen aus. 4,2 Mio. Tonnen Soja importieren wir pro Jahr für Futtermittel und Biodiesel. Hauptlieferanten sind Brasilien und Argentinien.

Die Sojadiesel-Ausfuhren aus Argentinien steigen sprunghaft, 1,7 Millionen Tonnen gehen in die EU. Hauptabnehmer war bisher Spanien, inzwischen verlagert sich das Geschäft nach Deutschland. Unser Konsum von Fleisch und Biodiesel trägt dazu bei, dass in Südamerika ganze Landstriche und die dort lebenden Menschen vergiftet werden.

99 Prozent des Anbaus ist Gensoja des US-Konzerns Monsanto. Seine Labore haben die Pflanze resistent gemacht, damit sie den Herbizidnebel gegen unerwünschte Ackerkräuter übersteht. Roundup heißt dieses Totalgift – auch aus dem Hause Monsanto. Inzwischen aber sind viele Wildkräuter gegen Roundup immun. Also wird der Giftcocktail erweitert.

Immer mehr Menschen wehren sich. Vor zwei Jahren haben sie gerichtlich erwirkt, dass die Pestizidsprüher einen Mindestabstand von 500 Metern zu den Häusern einhalten müssen. 

ARGENTINISCHER SOJA




•   60 Millionen Tonnen Sojabohnen 2011, weltweit drittgrößter Sojaproduzent nach USA und Brasilien
• 19 Mio. Hektar Anbaufläche
• 99 Prozent Gensoja von Monsanto
• 200 Mio. Liter Pestizide pro Jahr
• 2,4 Mio. Tonnen Sojadiesel-Produktion / Jahr
• 1,7 Mio. Tonnen Biodiesel-Exporte in die EU / Jahr


 

Unsere Partner von Grupo de Reflexion informieren über ihr landesweites Netzwerk und Radioprogramm über die Folgen des Sojabooms. Wir unterstützen sie und bitten um Ihre Spende. Stichwort: Soja Argentinien