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Regenwald Report 02/2014

EU-Aktion gegen Plastiktüten: Stoppt die Plastiktüten

Acht Milliarden Plastiktüten werfen wir Europäer jedes Jahr achtlos in die Natur – immer mehr Kunststoffmüll schwimmt auch in den Ozeanen. Damit bringen wir die Meerestiere und die Seevögel in tödliche Gefahr. Fordern Sie mit uns die EU auf, ­Plastiktüten aus dem Verkehr zu ziehen.

Viele Tiere halten Plastik für ihre Nahrung – und ersticken oder verhungernViele Tiere halten Plastik für ihre Nahrung – und ersticken oder verhungern.
© Melbourne Zoo

Sie sind die größten Tiere der Erde, doch der Verschmutzung ihrer Lebensräume sind Wale hilflos ausgeliefert. So finden Wissenschaftler in den Mägen gestrandeter Meeressäuger immer öfter Plastikmüll, beispielsweise in den Niederlanden, Frankreich, Spanien, USA oder Australien. Hundert Plastiktüten und andere Kunststoffteile waren es bei einem Pottwal vor der griechischen Insel Mykonos. Das völlig abgemagerte Tier war mit prall gefüllten Magen qualvoll verhungert – er war voller Plastikmüll.

Die Beutel hängen stets griffbereit an den Obst- und Gemüsetheken unserer Supermärkte; auf Wochenmärkten und in vielen Fachgeschäften werden unsere Einkäufe in Plastiktüten verpackt. Jeder EU-Einwohner verbraucht durchschnittlich 200 Plastiktüten pro Jahr – 100 Milliarden sind es insgesamt. Dabei handelt es sich zu 90 Prozent um die dünnen Einweg-Tüten, die wir gerade mal 20 Minuten benutzen, bevor sie in den Müll wandern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission.

Eine Plastiktüte ist nur 20 Minuten in Gebrauch – ihr Zerfall dauert Jahrhunderte

Acht Milliarden Plastiktüten landen allerdings nicht in Abfalleimern, sondern flattern durch die Landschaft. Dort brauchen sie Jahrhunderte, um sich vollständig zu zersetzen. Flüsse spülen den Plastikmüll in die Ozeane. Dort vereint er sich mit dem Unrat, der von Schiffen und der Fischerei ins Wasser geworfen wird. Strömungen, Wind und Wellen verfrachten das Treibgut über Tausende Kilometer und formen riesige Müllstrudel – im Westpazifik ist er größer als das Gebiet von Mitteleuropa.

Wir können dazu beitragen, die Vielfalt der Ozeane zu bewahrenWir können dazu beitragen, die Vielfalt der
Ozeane zu bewahren. © flickr/Phil‘s 1stPix

Die UV-Strahlung des Sonnenlichtes zerlegt die Plastiktüten in immer kleinere Bruchstücke, an denen sich Schadstoffe besonders gut anlagern. In manchen Meeresgebieten wurden pro Liter bereits mehr davon nachgewiesen als Plankton. Muscheln, Krebse, Fische und Wale, die sich von Plankton ernähren, nehmen daher immer mehr Plastikpartikel und Giftstoffe auf. Über die Nahrungskette werden auch Raubfische vergiftet - und am Ende wir Menschen.

Die Meerestiere haben kaum eine Chance. Sie verletzen sich an den Plastikteilen, bleiben darin hängen oder werden stranguliert. Viele Seevögel verwechseln sie mit Nahrung. Allein eine Million Seevögel kostet unser Zivilisationsmüll pro Jahr das Leben. Auch Meeresschildkröten und Robben begehen diesen tödlichen Irrtum; sie halten Plastiktüten offenbar für Quallen oder Tintenfische.

Einige EU-Länder wie Frankreich und Italien haben bereits versucht, Plastiktüten mit Verboten einzuschränken. Damit verstießen sie gegen das EU-Recht. Steuern oder Abgaben sind hingegen erlaubt und werden in mehreren europäischen Ländern erhoben. In Irland hat eine Abgabe auf jede Plastiktüte innerhalb von fünf Monaten zu einem drastischen Rückgang geführt: von 328 auf 21 Plastiktüten pro Einwohner.

Nun will die EU den Verbrauch dünner Plastiktüten reduzieren und den Mitgliedsstaaten mehr Handlungsspielraum geben. Über die genauen Ziele ringt die EU noch mit den Mitgliedsländern und Wirtschaftslobbyisten. Der Plastikmüll in den Weltmeeren duldet keine halbherzigen Kompromisse mehr. Die Europäische Union sollte dafür sorgen, dass Plastiktüten gar nicht mehr in den Handel kommen.

 

Petition: Verbannen Sie die Plastiktüte

Sehr geehrte Politiker des EU-Parlaments, des Ministerrates und der Regierungen der Mitgliedsländer,
die EU stimmt derzeit über eine Gesetzesinitiative ab, den Verbrauch von Kunststofftüten zu reduzieren. Mindestens 8 Milliarden Plastikbeutel verseuchen in der EU pro Jahr die Natur. Der in den Ozeanen schwimmende Plastikmüll ist eine tödliche Gefahr für Meerestiere und Seevögel. Bitte setzen Sie ein rasches Verbot von Plastiktüten und die drastische Verminderung des Plastikmülls in der EU durch.

Plastik Tütte Uliste


Bitte die Liste einsenden an: Rettet den Regenwald e. V., Jupiterweg 15, 22391 Hamburg

Weitere Listen können Sie kopieren oder eine PDF-Vorlage aus dem Internet herunterladen:
www.regenwald.org/unterschriften