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Ölpalmplantagen in Peru: Rettet den Regenwald vor Gericht

In Peru fallen Tausende Hektar Amazonaswald für Plantagen aus Ölpalmen. Mit einer Petition an die peruanische Regierung haben wir den Schutz des Ökosystems gefordert. Einer der Abholzer hat Rettet den Regenwald wegen angeblich falscher Behauptungen verklagt. Das Hamburger Landgericht wird nun klären, was wir weiter über diese Rodungen berichten dürfen

Luftbild PeruDas Satelliten-Bild zeigt deutlich die Abholzungen für Plantagen bei Tamshiyacu
mitten im Regenwald

Der US-Amerikaner Dennis Melka versucht, uns mundtot zu machen: Am 1. Mai 2014 verklagte er den Verein Rettet den Regenwald beim Hamburger Landgericht. Er wirft uns vor, auf unserer Webseite in der Petition „Stoppt den Palmölangriff auf den Amazonas“ vom November 2013 „eklatant unwahre Tatsachenbehauptungen“ veröffentlicht zu haben.

Der Klage vorausgegangen war eine einstweilige Verfügung, die Melka am 3. Februar 2014 erwirkt hatte. Damit wurde dem Verein untersagt, die Legalität der Regenwaldabholzungen der Firma Cacao del Peru Norte SAC im Amazonas-Dorf Tamshiyacu infrage zu stellen. Der Verein musste stattdessen eine Gegendarstellung auf seiner Webseite veröffentlichen. Melka bestreitet die Rodungen nicht, sondern behauptet, nach peruanischem Recht brauche er keine Genehmigung, um den Regenwald abzuholzen.

 

Ein Blankoscheck zur Abholzung des Amazonas-Regenwaldes?

Seinen Geschäftssitz hat Melka in der Stadt Pucallpa – laut Adresse im luxuriösen Ucayali River Hotel. Die Muttergesellschaften der peruanischen Firma sind dagegen in der Karibik auf den Kaiman­inseln und den Britischen Jungferninseln sowie in Singapur registriert.

Gegen die Rodungen der Firma in Tamshiyacu ermitteln in Peru bereits mehrere Staatsanwaltschaften. Das Umweltministerium in Lima hat am 14.8.2014 als Vorsichtsmaßnahme einen Rodungsstopp beantragt, bis das laufende strafrechtliche Verfahren beendet ist.

Nun soll das Hamburger Landgericht entscheiden, was der Verein weiter über die Regenwaldabholzung in Peru berichten darf. Andernfalls droht uns der Maulkorb und eine Schadensersatzzahlung von 60.000 Euro. Der Termin für die mündliche Gerichtsverhandlung wurde auf den 24. Oktober gelegt.