Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!

Europäischer Wolf Wölfe sind in Deutschland wieder heimisch (© KeithSzafranski / iStock)

Die Große Koalition will Wölfe erschießen lassen, wenn sie über eine Weide laufen. Der Schutz der Tiere soll wegen unberechtigter Ängste und Panikmache gelockert werden. Dabei sind Wölfe in der Bundesrepublik extrem selten und gefährdet. Bitte fordern Sie: Wölfe nicht erschießen, sondern schützen.

Appell

An: die Bundesregierung, Bundesvorstände von CDU und SPD, Vorstand der CSU

„In Deutschland sind Wölfe wieder heimisch, doch extrem selten und gefährdet. CDU, CSU und SPD dürfen Wölfe nicht zum Abschuss freigeben.“

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Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist von „notwendiger Bestandsreduktion“ die Rede. Und weiter: „Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden.“ Sprich: Die Regierung will auch Wölfe zum Abschuss freigeben, die über Weiden laufen.

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD enthält viele Punkte, die man als Umweltschützer kritisieren muss. Wir greifen den Wolfschutz als handfestes, tödliches Vorhaben heraus.

In Deutschland leben lediglich 60 Rudel, 13 Paare und 3 Einzeltiere, insgesamt höchstens 160 erwachsene Tiere, verteilt vor allem auf Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Erst im Jahr 2000 sind Wölfe nach Deutschland zurück gekommen, nachdem sie 150 Jahre zuvor ausgerottet worden waren.

In Wahrheit sind Wölfe in der Bundesrepublik keine Gefahr, sondern bedroht: Seit der Jahrtausendwende wurden mindestens 140 Wölfe im Straßenverkehr überfahren und 26 illegal erschossen. Es ist hingegen kein Fall bekannt, in dem ein Mensch angegriffen wurde. Europaweit nicht.

Wölfe sind Teil der Natur und stehen unter strengem Schutz, sowohl in Deutschland als auch in der Europäischen Union. Jäger müssen daher akzeptieren, dass die Tiere wie sie selbst Rehe und Wildschweine töten. Die Klage, damit würde die Zahl der Wildtiere erheblich reduziert, ist Unsinn.

Wölfe reißen selbstverständlich auch Schafe. Folglich müssen Nutztierhalter ihre Herden besser schützen. Der wirtschaftliche Schaden, den Wölfe anrichten, ist jedoch nicht sonderlich groß: 2017 musste der Staat lediglich 135.140 Euro Kompensation zahlen.

Wie wollen wir glaubwürdig für den Schutz von Löwen, Tigern und Jaguare in Afrika, Asien und Lateinamerika werben, wenn wir bei uns Wölfe erschießen?

Bitte fordern Sie: Wölfe nicht erschießen, sondern schützen.

Hinter­gründe

Der Wolf ist die größte Art aus der Familie der Hundeartigen (Canidae). Erwachsene Wölfe wiegen im Durchschnitt 40 Kilogramm und haben eine Schulterhöhe von 75 Zentimetern. Im Vergleich zu einem etwa gleich schweren Deutschen Schäferhund sind Wölfe deutlich hochbeiniger und haben eine gerade Rückenlinie. In Gefangenschaft können Wölfe 16 Jahre und älter werden, frei lebende Wölfe sterben zumeist früher.

Wolfsrudel kommen in unserer Kulturlandschaft gut zurecht und sind nicht auf Wildnis angewiesen. Sie beanspruchen dabei große Flächen für die Suche nach Beutetieren. Das Bundesamt für Naturschutz gibt 103 und 375 Quadratkilometer an.

Wölfe sind gefährdet, kein Gefahr

National ist der Wolf nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art und genießt damit den höchst möglichen Schutzstatus. In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft.

Auf EU-Ebene ist der Wolf durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) eine „prioritäre Art“, für deren Erhaltung allen Staaten eine besondere Verantwortung zukommt. Gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 weist der Wolf weiterhin eine ungünstige Erhaltungssituation auf.

So verhalten Sie sich richtig

Bei einer Begegnung mit Wölfen rät das Bundesamt für Naturschutz:

- Verhalten Sie sich bitte ruhig. Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand.

- Laufen Sie nicht weg, sondern gehen Sie langsam rückwärts und sprechen Sie dabei laut.

- Falls der Wolf nicht wegläuft, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen in die Hände. Machen Sie sich groß, um ihn einzuschüchtern.

- Wenn Sie mit Hund unterwegs sind, leinen Sie ihn bitte grundsätzlich an und führen Sie ihn nahe bei sich. Sollte sich ein Wolf trotzdem nähern, rufen Sie laut und klatschen Sie in die Hände, um Ihre Anwesenheit deutlich zu machen.

- Bitte locken Sie keine Wölfe an und füttern Sie diese keinesfalls. So verhindern Sie, dass ein Wolf seine natürliche Scheu vor dem Menschen verliert.

- Melden Sie Wolfsbegegnungen an die zuständigen Länderbehörden.

Wirtschaftliche Schäden gering

Wirtschaftliche Schäden durch Wölfe halten sich in überschaubaren Grenzen: Laut Bundesamt für Naturschutz betrugen die Ausgaben der Bundesländer mit Wolfsvorkommen im Jahr 2016 insgesamt 1.100.963 Euro für Herdenschutzmaßnahmen. Im Vergleich dazu lagen die Schadenausgleichszahlungen, bei denen ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ganz ausgeschlossen werden konnte, bei rund 135.140 Euro.

An­schreiben

An: die Bundesregierung, Bundesvorstände von CDU und SPD, Vorstand der CSU

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sehr geehrte Vorstände von CDU, CSU und SPD,

im Koalitionsvertrag ziehen Sie den strengen Schutz der Wölfe in Zweifel. Sie erwecken den Eindruck, dass es in der Bundesrepublik zu viele Wölfe gibt und sie für Menschen und Weidetiere gefährlich sind. Das ist falsch.

Bei nur 60 Rudeln und 13 Paaren ist die Zahl so gering, dass das Überleben der Art in Deutschland nicht gesichert ist.

Die unberechtigten Ängste der Bevölkerung und die Sorgen der Weidetierhalter müssen ernst genommen werden. Wölfe sind aber keine Gefahr, sondern selbst gefährdet!

Wölfe genießen heute den höchsten Schutzstatus, sowohl in der Bundesrepublik als auch in der Europäischen Union. Das darf sich nicht ändern. Wölfe dürfen nicht unter das Jagdrecht fallen, sondern ausschließlich unter das Naturschutzrecht.

Vor 150 Jahren wurde der Wolf in Deutschland ausgerottet. Bitte verhindern Sie, dass sich dies wiederholt.

Mit freundlichen Grüßen

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