Präsident Obama, kein Essen in den Tank!

Gezeichnetes Auto frisst Maiskolben Autos fressen den Menschen die Nahrung weg
40.224 Teilnehmer

Ende der Aktion: 22.05.2014

Das Getreideangebot auf den Agrarmärkten ist knapp, die Preise liegen auf Rekordniveau. Ernährungs­­experten warnen vor einer weltweiten Hungerkrise. Verschärft wird die Lage durch die Dürre in den USA – und die US-Politik: Die fördert, dass die Hälfte der Maisernte als Agrosprit im Autotank statt auf dem Teller landet

Appell

An: Präsident Obama, Weißes Haus, Washington D.C., USA

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Die Hälfte der weltweiten Maisernte wird in den USA erzeugt. Davon landet wiederum fast die Hälfte als Ethanol-Treibstoff im Autotank. Die Maiskörner – aber auch Getreide wie Weizen – werden vergoren und der entstehende Alkohol destilliert. Als Agrosprit wird er dem Benzin- und Superkraftstoff beigemischt. Die Ethanolproduktion verbraucht riesige Flächen, die für die Ernährung und die Natur verloren gehen.

Die US-Regierung subventioniert den künstlichen Markt für Agrosprit mit Milliarden Steuergeldern und hat verbindliche Beimischungsquoten (10 %) festgelegt. Dieses Jahr müssen dazu 50 Milliarden Liter Ethanol produziert werden.

Positive Auswirkungen auf die Umwelt hat der Pflanzentreibstoff nicht: Die Monokulturen dehnen sich aus und verseuchen Böden und Gewässer mit Spritz-und Düngemitteln. Und um einen Liter Ethanol herzustellen, werden im Durchschnitt 600 Liter Wasser benötigt.

Mais landet im Tank statt auf dem Teller

Biosprit ist schädlich, sagen Wissenschaft und UN. Die Agrospritpolitik in den USA und der EU treibt weltweit die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe und vergrößert die Zahl der Hungernden. Die anhaltende Dürre und der immer knapper werdende Mais verschärfen die Entwicklung dramatisch – mit katastrophalen sozialen Folgen.

Die Studie „Hunger durch Biosprit – Wie die US-Maisethanol-Politik die Lebensmittelpreise in Mexiko verteuert“ (auf Englisch) weist dies am Beispiel des Nachbarlandes nach. Mexiko importiert mittlerweile ein Drittel seines Maisbedarfs aus den USA. Dort sind die aus Maismehl hergestellten Tortillas Grundnahrungsmittel. 

Update 9.8.2012

Weitere Informationen

Nach vielen Aktionen gegen Agrosprit in Deutschland und der EU, bitten wir nun, an den US-Präsidenten Obama zu schreiben: Nahrungsmittel gehören nicht in den Autotank!

Hinter­gründe

Die Produktion von Ethanol und anderen Agrartreibstoffen konkurriert direkt mit dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln. Zudem wird Agrosprit fast ausschließlich aus Nahrungsmitteln – Mais, Weizen, Zuckerrohr, Raps, Soja oder Ölpalme – hergestellt. Die Preise für Grundnahrungsmittel werden dadurch in die Höhe getrieben. Der Anteil von Agrarsprit aus Rest- und Abfallstoffen ist verschwindend gering.

Dennoch bezeichnen Politiker das System der hochindustrialisierten Landwirtschaft und die Produktion von Agrotreibstoffen als "großen Erfolg". Sie ignorieren dabei die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen. Denn diese Form der Landwirtschaft ist unmittelbar auf den enormen Einsatz von fossilen Brennstoffen, Herbiziden, Pestiziden und Kunstdünger angewiesen. Die eingesetzten Chemikalien vergiften langanhaltend Gewässer und Böden.

Die schlimmste Dürre seit 50 Jahren betrifft bereits 61 Prozent der Landesfläche der USA. In mehr als 1000 Landkreisen wurde schon der Notstand ausgerufen. Auch in absehbarer Zeit ist kein Regen zu erwarten, stattdessen aber weiter steigende Temperaturen und Trockenheit. In den letzten Tagen bezifferte das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) die Ernteverluste allein beim Mais auf bereits 46 Millionen Tonnen. Verluste, die sich bei anhaltender Dürre bis Ende August verdoppeln bis verdreifachen könnten. Schon jetzt schiessen die Preise für Mais und Getreide an den Rohstoffbörsen in Rekordhöhen.

Die Spekulanten (die sogenannten „Märkte“) lassen indes keinen Zweifel daran, dass sie aus dem erheblichen Ernterückgang riesige Profite erzielen wollen. Mit sogenannten "commodities" wetten sie auf die Preissteigerung bei Grundnahrungsmitteln wie Mais und Weizen und treiben somit die Preise künstlich weiter in die Höhe. Bei diesen Geschäften lassen sie sich auch nicht aufhalten, wenn es den weltweiten Hunger verschärft.

Vor diesem Hintergrund sind die Entscheidungen der Politiker oder der „Märkte“ im Umgang mit der Entwicklung der weltweiten Landwirtschaft unverantwortlich und nicht nachvollziehbar. Mais gehört auf den Teller, nicht in den Tank!

In ihrer aktuellen Studie "Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen" kommt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina "zu dem Schluss, dass Bioenergie als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann".

Artikel “Dürre in den USA - Ein Land vertrocknet

An­schreiben

An: Präsident Obama, Weißes Haus, Washington D.C., USA

Verhindern Sie die Hungerkatastrophe, stoppen Sie Ethanol!

Sehr geehrter Herr Präsident,

der Ethanol in den USA wird aus Mais hergestellt. Maismehl ist für Millionen Menschen weltweit das Grundnahrungsmittel. Millionen Menschen hungern, weil ihre Nahrung in Agrartreibstoff für Autos umgewandelt wird. Die Vereinten Nationen (UN), die Welternährungsorganisation (FAO) und Wissenschaftler aus aller Welt fordern seit Jahren, die fatale Konkurrenz zwischen Tank und Teller zu beenden. Lebens- und Futtermittel dürfen nicht für Autos verschwendet werden.

Bitte beenden Sie sofort die Beimischung von Agrosprit und streichen Sie sämtliche steuerlichen Vergünstigungen und Subventionen!

Mit freundlichen Grüßen