Bitte unterschreibt: Stoppt Palmöl - Orang-Utans sterben sonst aus!

EU Biosprit Politik zerstört die Regenwälder Die EU schreibt die Beimischung von Biosprit vor ( © Composer/Fotolia + Shebalso/Flickr - Montage: Rettet den Regenwald )

Die EU importiert immer mehr Palmöl. Zwei Drittel davon wird als Biosprit in Autos und Kraftwerken verbrannt. Allein hiesige Dieselmotoren schlucken jährlich 3,2 Millionen Tonnen Palmöl. Weil für Plantagen der Lebensraum von Orang-Utans zerstört wird, drohen sie auszusterben. Bitte helfen Sie, die Biospritpolitik der EU zu beenden

Mit Kraftstoff von Industrieplantagen will die EU Autofahren klimaverträglicher machen. Der an den Tankstellen verkaufte Kraftstoff enthält daher gesetzlich vorgeschriebene und immer höhere Anteile an sogenanntem Biosprit. 3,2 Millionen Tonnen Palmöl werden dazu dem Diesel in der EU beigemischt, weitere 510.000 Tonnen Palmöl in Kraftwerken verbrannt.

Von der EU beauftragte Wissenschaftler führen diese Politik ad absurdum: Biodiesel aus Palmöl verursacht dreimal so viele klimaschädliche Emissionen wie Diesel aus Erdöl. Auch Biodiesel aus Raps und Soja hat eine negative Klimabilanz.

Die für die Biospritpolitik der EU benötigten Anbauflächen sind enorm. 88.000 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie Österreich – wird dafür beansprucht, so die Experten. Zwei Drittel davon liegen außerhalb der EU. Dort lässt sich besonders günstig produzieren – auf Kosten von Mensch und Umwelt.

In Südostasien nehmen die für EU-Biodiesel benötigten Ölpalmplantagen nach der Studie 21.000 Quadratkilometer Land ein, das entspricht der Größe Hessens. Die Einwohner verlieren ihre Lebensgrundlagen und die Orang-Utans sind durch die Rodungen der Regenwälder zum Aussterben verurteilt.

19 freiwillige Industrielabel sollen die „Nachhaltigkeit“ der für die Biospritproduktion eingesetzten Rohstoffe gewährleisten – zumindest auf dem Papier. Die Realität vor Ort sieht anders aus. Die Regenwälder Südostasiens werden für immer neue Plantagen abgeholzt und niedergebrannt.

Und die europäische Biospritindustrie setzt alles daran, um weiter im Geschäft zu bleiben. Auf 10 Milliarden Euro pro Jahr belaufen sich die direkten und indirekten Subventionen für Agrarsprit in der EU.

Indonesien ahmt inzwischen die verheerende EU-Politik nach.

Bitte unterzeichnen Sie unser Schreiben an die EU, und fordern Sie mit uns, Biosprit endgültig zu stoppen!

Palmöl sei nur in sehr geringen Anteilen im Biodiesel enthalten, behaupten Politik und Wirtschaft schon seit Jahren. Neueste Zahlen entlarven das PR-Märchen: 3,7 Millionen Tonnen Palmöl – 61% der EU-Importe – dienen der Produktion angeblich umweltfreundlicher Bioenergie.

In Deutschland geht ein Fünftel des Palmöls in die Produktion von Biosprit. Beim Tanken wird uns Palmöl zwangsweise untergejubelt: Als gesetzlich vorgeschriebener Biospritanteil zur Erfüllung der Beimischungsquoten. Jeder mit dem Auto gefahrene Kilometer bedeutet so ein weiteres Stück abgeholzten Regenwald.

Palmölverbrauch in der EU

Grafik 1: Palmölverbrauch und -verwendung in der EU, Montage RdR Mirela Hadzic

Palmölverbrauch in der EU

Grafik 2: Klimabilanz von Biodiesel aus Ölpalme, Soja und Raps im Vergleich zu Diesel aus Erdöl

Die Bundesregierung schreibt auf ihrer Webseite als Antwort zur Frage "Zerstört unser Biokraftstoffverbrauch den Regenwald?

"Palmöl spielt auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt keine Rolle."

Die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgelegten neuesten Zahlen zum Biospritverbrauch in Deutschland belegen das Gegenteil: 423.000 bis 591.000 Tonnen Palmöl werden bei uns jährlich zur Produktion von Biosprit importiert. Bei Palmölimporten von jährlich zwei Millionen Tonnen entspricht das etwa 20%.

Italien ist der traurige Spitzenreiter in der EU: 1,3 Millionen Tonnen Palmöl führt das Land jährlich aus Indonesien und Malaysia zur Energieerzeugung ein: 736.000 Tonnen Palmöl für 25 Biomasse-Kraftwerke und 570.000 Tonnen Palmöl für Biosprit, so der Bericht des staatlichen instituts GSE.

Quellen und weiterführende Informationen:

Palmölverbrauch für Biosprit in Deutschland

Evaluations- und Erfahrungsbericht 2014. Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung, Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung

Seite 64, Tabelle 9
Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe
Biodiesel (FAME)
Palmöl
2012: 121.000 t
2013: 154.000 t
2014: 88.000 t

Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe
Hydriertes Palmöl zur Beimischung im Diesel
2012: 395.000 t
2013: 472.000 t
2014: 336.000

Seite 67, Tabelle 12
Summe der Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe (Biodiesel aus Palmöl und hydriertes Palmöl)
2012: 516.000 t
2013: 626.000 t
2014: 424.000 t

Palmölverbrauch für Biosprit in Italien

Statistischer Bericht: Energie aus erneuerbaren Quellen. Jahr 2014

Seite 182, 5.1.5.
Verbrauch nachhaltigen Biosprits in Italien 2014
1,2 Millionen Tonnen, davon 1,194 Millionen Tonnen Biodiesel und 1.472 t Ethanol, hauptsächlich aus Indonesien und Malaysia

Biodieselproduktion nach Rohstoff 2014
Palmöl: 570.000 Tonnen (47%)

Seite 113
Palmöl für Elektrizität und Wärme, Jahr 2014 (als Brennstoff für ca. 25 Kraftwerke für flüssige Biomasse)
736.000 Tonnen

Seite 115
Produktionsort der flüssigen Biomasse
Palmöl: Indonesien 610.000 t (83%) und Malaysia 80.000 t (12%)

Summe des Palmöleinsatzes für Strom, Wärme und Biosprit 2014
1,3 Millionen Tonnen (etwa 82% der Palmölimporte)

EU Biosprit Politik zerstört die Regenwälder Palmöl bringt Orang-Utans auf Borneo und Sumatra an den Rand des Aussterbens ( © Composer/Fotolia + Shebalso/Flickr - Montage: Rettet den Regenwald )

13.07.2016

Stoppt Palmöl: Orang-Utans sterben sonst aus

Borneos Orang-Utans gelten ab sofort als „critically endangered“. Die Tierart könnte in wenigen Jahren ausgestorben sein, warnt die Weltnaturschutzunion. Schuld ist auch die Biospritpolitik der EU, weil für Palmöl der Lebensraum der Tiere zerstört wird. Die Orang-Utans können nur gerettet werden, wenn keine Wälder mehr vernichtet werden.

1973 lebten auf Borneo noch 288.500 Orang-Utans, 2025 werden es allenfalls noch 47.000 sein, schätzt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Das ist ein Einbruch um 84 Prozent. Zahlenangaben über den Bestand der Tiere schwanken jedoch erheblich. Da Orang-Utan-Weibchen nur alle sechs bis acht Jahren ein Junges zur Welt bringen, ist der dramatische Rückgang selbst bei konsequentem Schutz nur schwer aufzuhalten.

Neben Jagd ist die Zerstörung und Zerstückelung des Lebensraums der Tiere die wichtigste Ursache. Auf Borneo werden große Regenwaldgebiete für Palmöl-Plantagen vernichtet. Ein großer Teil des Palmöls wird in Europa zu Biodiesel verarbeitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist somit mitschuldig am Desaster auf Borneo.

Laut IUCN ist die Lage der Orang-Utans jedoch nicht hoffnungslos. Studien zeigen, dass die Tiere besser in degradierten Wäldern überleben können als bisher angenommen. Diese Flächen müssen daher ebenso geschützt werden wie unberührte Regenwälder. Außerdem dürfen keine Wälder mehr vernichtet werden.

Auch die Orang-Utans auf Sumatra sind vom Aussterben bedroht (critically endangered).

Der WDR dokumentiert in der Reportage "Wir tanken Regenwald - Die Lüge vom Öko-Diesel" den Zusammenhang zwischen der Biospritpolitik der EU, der Regenwaldvernichtung und der Gefahr für die Orang-Utans. Sendedaten finden Sie bei uns unter Termine. Der Beitrag steht auch in der WDR-Mediathek.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die EU importiert immer mehr Palmöl für die Produktion von Biosprit sowie zur Erzeugung von Strom und Wärme in Kraftwerken.

Die industriellen Ölpalmplantagen breiten sich weltweit auf Kosten der Regenwälder aus. Sie vernichten die Artenvielfalt und verdrängen die Einwohner von ihrem Land. Die von der EU anerkannten 19 Nachhaltigkeitslabel können das nicht verhindern.

Auch die von der EU-Kommission beauftragten wissenschaftlichen Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Biodiesel aus Palmöl dreimal höhere klimaschädliche Emissionen verursacht als fossiler Dieselkraftstoff. Aber auch Biosprit aus Soja- und Rapsöl hat eine negative Klimabilanz.

Umweltschützer, Menschenrechtler, Wissenschaftler, Entwicklungsexperten, selbst internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) und OECD sowie Tausende Bürger aus aller Welt fordern die EU auf, ihre schädliche Biospritpolitik zu beenden.

Mit freundlichem Gruß

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