Palmöl Stopp! Biodiesel Stopp! Sofort!

EU Biosprit Politik zerstört die Regenwälder Von Palmöl-Plantagen bedroht: Orang-Utan (© Composer/Fotolia + Shebalso/Flickr - Montage: Rettet den Regenwald)
355.143 Teilnehmer

Ende der Aktion: 13.12.2017

Die EU importiert immer mehr Palmöl. Zwei Drittel davon wird als Biosprit in Autos und Kraftwerken verbrannt. Dieselmotoren schlucken jährlich 3,2 Millionen Tonnen Palmöl. Bitte unterschreibt: Biodiesel SOFORT stoppen!

News und Updates Appell

An: EU-Kommission, den EU-Ministerrat, das EU-Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten

„Die EU soll Biosprit und Palmöl sofort stoppen!“

Ganzes Anschreiben lesen

Mit Kraftstoff von Industrieplantagen will die EU Autofahren klimaverträglicher machen. Der an den Tankstellen verkaufte Kraftstoff enthält daher gesetzlich vorgeschriebene und immer höhere Anteile an sogenanntem Biosprit. 3,2 Millionen Tonnen Palmöl werden dazu dem Diesel in der EU beigemischt, weitere 510.000 Tonnen Palmöl in Kraftwerken verbrannt.

Von der EU beauftragte Wissenschaftler führen diese Politik ad absurdum: Biodiesel aus Palmöl verursacht dreimal so viele klimaschädliche Emissionen wie Diesel aus Erdöl. Auch Biodiesel aus Raps und Soja hat eine negative Klimabilanz.

Die für die Biospritpolitik der EU benötigten Anbauflächen sind enorm. 88.000 Quadratkilometer – eine Fläche so groß wie Österreich – wird dafür beansprucht, so die Experten. Zwei Drittel davon liegen außerhalb der EU. Dort lässt sich besonders günstig produzieren – auf Kosten von Mensch und Umwelt.

In Südostasien nehmen die für EU-Biodiesel benötigten Ölpalmplantagen nach der Studie 21.000 Quadratkilometer Land ein, das entspricht der Größe Hessens. Die Einwohner verlieren ihre Lebensgrundlagen und die Orang-Utans sind durch die Rodungen der Regenwälder zum Aussterben verurteilt.

19 freiwillige Industrielabel sollen die „Nachhaltigkeit“ der für die Biospritproduktion eingesetzten Rohstoffe gewährleisten – zumindest auf dem Papier. Die Realität vor Ort sieht anders aus. Die Regenwälder Südostasiens werden für immer neue Plantagen abgeholzt und niedergebrannt.

Und die europäische Biospritindustrie setzt alles daran, um weiter im Geschäft zu bleiben. Auf 10 Milliarden Euro pro Jahr belaufen sich die direkten und indirekten Subventionen für Agrarsprit in der EU.

Indonesien ahmt inzwischen die verheerende EU-Politik nach.

Bitte unterzeichnen Sie unser Schreiben an die EU, und fordern Sie mit uns, Biosprit endgültig zu stoppen!

Hinter­gründe

Palmöl sei nur in sehr geringen Anteilen im Biodiesel enthalten, behaupten Politik und Wirtschaft schon seit Jahren. Neueste Zahlen entlarven das PR-Märchen: 3,7 Millionen Tonnen Palmöl – 61% der EU-Importe – dienen der Produktion angeblich umweltfreundlicher Bioenergie.

In Deutschland geht ein Fünftel des Palmöls in die Produktion von Biosprit. Beim Tanken wird uns Palmöl zwangsweise untergejubelt: Als gesetzlich vorgeschriebener Biospritanteil zur Erfüllung der Beimischungsquoten. Jeder mit dem Auto gefahrene Kilometer bedeutet so ein weiteres Stück abgeholzten Regenwald.

Palmölverbrauch in der EU

Grafik 1: Palmölverbrauch und -verwendung in der EU, Montage RdR Mirela Hadzic

Palmölverbrauch in der EU

Grafik 2: Klimabilanz von Biodiesel aus Ölpalme, Soja und Raps im Vergleich zu Diesel aus Erdöl

Die Bundesregierung schreibt auf ihrer Webseite als Antwort zur Frage "Zerstört unser Biokraftstoffverbrauch den Regenwald?

"Palmöl spielt auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt keine Rolle."

Die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgelegten neuesten Zahlen zum Biospritverbrauch in Deutschland belegen das Gegenteil: 423.000 bis 591.000 Tonnen Palmöl werden bei uns jährlich zur Produktion von Biosprit importiert. Bei Palmölimporten von jährlich zwei Millionen Tonnen entspricht das etwa 20%.

Italien ist der traurige Spitzenreiter in der EU: 1,3 Millionen Tonnen Palmöl führt das Land jährlich aus Indonesien und Malaysia zur Energieerzeugung ein: 736.000 Tonnen Palmöl für 25 Biomasse-Kraftwerke und 570.000 Tonnen Palmöl für Biosprit, so der Bericht des staatlichen instituts GSE.

Quellen und weiterführende Informationen:

Palmölverbrauch für Biosprit in Deutschland

Evaluations- und Erfahrungsbericht 2014. Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung, Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung

Seite 64, Tabelle 9
Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe
Biodiesel (FAME)
Palmöl
2012: 121.000 t
2013: 154.000 t
2014: 88.000 t

Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe
Hydriertes Palmöl zur Beimischung im Diesel
2012: 395.000 t
2013: 472.000 t
2014: 336.000

Seite 67, Tabelle 12
Summe der Ausgangsstoffe der Biokraftstoffe (Biodiesel aus Palmöl und hydriertes Palmöl)
2012: 516.000 t
2013: 626.000 t
2014: 424.000 t

Palmölverbrauch für Biosprit in Italien

Statistischer Bericht: Energie aus erneuerbaren Quellen. Jahr 2014

Seite 182, 5.1.5.
Verbrauch nachhaltigen Biosprits in Italien 2014
1,2 Millionen Tonnen, davon 1,194 Millionen Tonnen Biodiesel und 1.472 t Ethanol, hauptsächlich aus Indonesien und Malaysia

Biodieselproduktion nach Rohstoff 2014
Palmöl: 570.000 Tonnen (47%)

Seite 113
Palmöl für Elektrizität und Wärme, Jahr 2014 (als Brennstoff für ca. 25 Kraftwerke für flüssige Biomasse)
736.000 Tonnen

Seite 115
Produktionsort der flüssigen Biomasse
Palmöl: Indonesien 610.000 t (83%) und Malaysia 80.000 t (12%)

Summe des Palmöleinsatzes für Strom, Wärme und Biosprit 2014
1,3 Millionen Tonnen (etwa 82% der Palmölimporte)

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An­schreiben

An: EU-Kommission, den EU-Ministerrat, das EU-Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten

Sehr geehrte Damen und Herren,

die EU importiert immer mehr Palmöl für die Produktion von Biosprit sowie zur Erzeugung von Strom und Wärme in Kraftwerken.

Die industriellen Ölpalmplantagen breiten sich weltweit auf Kosten der Regenwälder aus. Sie vernichten die Artenvielfalt und verdrängen die Einwohner von ihrem Land. Die von der EU anerkannten 19 Nachhaltigkeitslabel können das nicht verhindern.

Auch die von der EU-Kommission beauftragten wissenschaftlichen Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Biodiesel aus Palmöl dreimal höhere klimaschädliche Emissionen verursacht als fossiler Dieselkraftstoff. Aber auch Biosprit aus Soja- und Rapsöl hat eine negative Klimabilanz.

Umweltschützer, Menschenrechtler, Wissenschaftler, Entwicklungsexperten, selbst internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) und OECD sowie Tausende Bürger aus aller Welt fordern die EU auf, ihre schädliche Biospritpolitik zu beenden.

Mit freundlichem Gruß

News und Updates

News | 04.04.2017

EU Parlament fordert Ende von Biosprit aus Palmöl

Trauriges Orang-Utan-Baby

Das EU-Parlament fordert von der EU-Kommission, den Import von Palmöl und die Produktion von Biosprit aus Pflanzenölen aus Regenwaldrodung zu beenden. Zudem soll ein einziges EU-weites Zertifizierungssystem für Agrarrohstoffe die Vielzahl freiwilliger Nachhaltigkeitslabel beenden.

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Regenwald Report | 13.09.2016

Abholzung für Biosprit. Der Betrug mit den Palmöl-Labeln

Bundesregierung und EU setzen sich mit Biosprit über die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinweg. Mit fragwürdigen Nachhaltigkeitssiegeln kaschieren sie ihre gescheiterte Politik. Währenddessen rodet die Palmölindustrie unvermindert die Regenwälder. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die EU

weiter

News | 03.07.2015

Biosprit-Firma stellt Produktion ein

Seit einem Jahr erzeugt die Firma Addax Bioenergy in Sierra Leone Ethanol für den Export in die EU. Der aus Zuckerrohr gewonnene "Biosprit" wird dem Super-  und E10-Benzin beigemischt. Doch nun droht dem Biospritabenteuer in Afrika das Aus.

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News | 21.02.2015

Abholzen für Klimaschutz? Dienstag entscheidet die EU

Am Dienstag entscheidet der Umweltausschuss des EU-Parlaments über die Biospritpolitik. Schon heute wachsen für den Bedarf der EU weltweit auf Millionen Hektar Land Energiepflanzen wie Zuckerrohr und Ölpalmen. Dadurch wird Wald vernichtet und der Anbau von Lebensmitteln verdrängt. „Rettet den Regenwald“ fordert daher ein Ende der EU-Biospritpolitik, die diese zerstörerische Entwicklung forciert.

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Pressemitteilung | 20.02.2015

Biosprit? Dienstag entscheidet die EU

Am Dienstag entscheidet der Umweltausschuss des EU-Parlaments über die Biospritpolitik. Für den Biosprit der EU werden weltweit auf Millionen Hektar Zuckerrohr und Ölpalmen angebaut. Der Wald wird vernichtet und der Anbau von Lebensmitteln verdrängt. „Rettet den Regenwald“ fordert daher: Stop für Biosprit!

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Regenwald Report | 01.03.2014

EU-Biodiesel stoppen – Regenwald erhalten

In der EU werden pro Jahr 1,9 Millionen Tonnen Palmöl dem Diesel beigemischt. Für den Anbau der dafür benötigten Ölpalmen fallen Tag für Tag die Urwaldriesen. Fordern Sie von den zuständigen Politikern, die verfehlte Biodieselpolitik sofort zu beenden

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News | 10.12.2013

Aktion in Berlin: 256.000 gegen die EU-Agrospritpolitik

Am Tag der Menschenrechte zogen Rettet den Regenwald e.V., Campact, FIAN, OXFAM und BUND vor das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin, um rund 140.000 Unterschriften von Regenwaldfreunden und weitere 114.000 von empörten Bürgern zu übergeben, die fordern: Stoppen Sie den Agrosprit jetzt endgültig/ Essen statt E10!

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News | 30.11.2013

Die EU, der Biodiesel, ein Trauerspiel

Ganz, ganz langsam bewegt sich bei der EU etwas. Biosprit soll auf 7 Prozent begrenzt werden. Die EU-Umweltminister werden demnächst noch mal beraten und dann noch mal... bis die EU endgültig entscheidet, sind weitere Millionen Hektar Regenwald vernichtet. Hier gibt es Links zu Presse, Gesetzen und Aktionen

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News | 21.10.2013

Babyelefant als Geisel der EU Biospritpolitik

Dramatischer Konflikt auf Sumatra: Dieser kleine Elefant und seine Mutter wurden durch Palmölplantagen aus dem Regenwald vertrieben und flüchteten sich auf die Felder der Bauern.

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News | 11.09.2013

Straßburg: 243.998 Unterschriften gegen Agrosprit übergeben

Rettet den Regenwald hat gemeinsam mit den Organisationen ActionAid, Down To Earth, Friends of the Earth, Oxfam, Transport & Environment und Walhi Indonesia dem EU-Parlament eine von 243.998 Bürgern unter­zeich­nete Petition gegen die fatale EU-Agrospritpolitk übergeben

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Pressemitteilung | 11.09.2013

Agrosprit: EU-Parlament stimmt für weitere Regenwald-Zerstörung

„Der Konsum von Palmöl hat schon so viel dazu beigetragen, die Lebensquellen der Menschen in Indonesien zu zerstören. Wenn nach der EU-Entscheidung der Palmöl-Verbrauch für Kraftstoff noch weiter steigt – dann hat Europa mitgeholfen, auch die letzten Regenwälder Indonesiens zu vernichten.“ So kommentiert Nordin, Gründer und Aktivist der indonesischen Umweltorganisation „Save our Borneo".

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Presse-Echo | 12.08.2013

DIE WELT: Singapur erstickt, damit wir Biosprit tanken können

Der Smog über Südostasien ist nicht zuletzt dem Palmöl-Boom zu verdanken. Aber in der EU ist man schon wieder dabei, die Energiegewinnung aus Feldfrüchten noch weiter zu forcieren. Der Film zum Thema: “Climate Crimes”

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News | 20.06.2013

Auf Sumatra brennen die Wälder – EU gießt noch Öl ins Feuer

Auf der indonesischen Insel stehen die Regenwälder in Flammen. Großbrandstifter sind Palmölfirmen. Menschen, Tiere und Pflanzen sind den Feuern ausge­liefert. Der Umweltausschuss des EU Parlaments entscheidet über Regenwaldbeimischung zum Sprit.

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News | 13.06.2013

Palmöl-Lobby umwirbt Abgeordnete

Anfang Mai hat der Palmölkonzern Neste Oil fünf EU-Parlamentariern zu einem Luxus-Aufenthalt in Malaysia und Singapur verholfen. Eine brisante Einladung: Zurzeit berät die EU über ihre Agrosprit-Politik.

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News | 14.05.2013

Themenabend auf Arte: Das Geschäft mit dem Klima

Unsere Politiker wollen mit „grünem Strom“ die Erderwärmung aufhalten. Den Preis dafür zahlen die Menschen und ihre Natur sowohl bei uns als auch in den Ländern des Südens. Zwei Filmdokumentation über angeblich umweltfreundliche Energieerzeugung zeigen, was hinter den Versprechungen von Industrie und Politik wirklich steckt: Heiße Luft und Milliardengeschäfte

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News | 07.05.2013

Kronzeugen der fatalen EU- Klimapolitik: Unsere Partner bei „arte”

Am Dienstag, den 14. Mai sendet arte einen Themenabend über „Das Geschäft mit dem Klima".  Welche Rolle die EU und die UN dabei spielen, sehen Sie ab 20.15 Uhr in zwei Dokumentationen. Dort kommen auch unsere indone­sischen Partner Nordin (Foto links, Borneo) und Feri Irawan (rechts, Sumatra) zu Wort.

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Diese Petition ist in folgenden Sprachen verfügbar: