Rettet die Elefanten Tansanias

Zwei Elefanten stehen sich in der Savanne gegenüber und „berüsseln“ sich Afrikas Elefanten sind ein Teil unseres Welterbes – sie brauchen dringend Schutz. Foto: flickr/cetp (CC BY-NC 2.0) (© flickr.com cetp (CC BY-NC 2.0))
85.956 Teilnehmer

Ende der Aktion: 17.10.2014

Vor 10 Jahren lebten noch 75.000 Elefanten im Selous-Schutzgebiet – die zweitgrößte Population Afrikas. Jetzt sind es nur noch 13.000 Tiere. Zögerliche Politiker, Großprojekte und der Abbau von Bodenschätzen bedrohen auch die Naturschutzgebiete und die Zukunft des Landes. Bitte unterzeichnen Sie die Petition an die Regierung

Appell

An: Herr H. E. Jakaya Kikwete, Präsident von Tansania; Abteilung für Kommunikation des Präsidenten

„Unterzeichnen Sie die Petition zum Schutz der Elefanten, der Serengeti und weiterer einzigartiger Naturschutzgebiete in Tansania“

Ganzes Anschreiben lesen

Es geht um das Überleben von Tansanias Elefanten – Wilderer schießen sie jährlich zu Tausenden für den Handel mit Elfenbein, wie eine aktuelle Zählung bestätigt. Als Tansanias Präsident vor knapp 10 Jahren sein Amt antrat, gab es in Selous noch 75.000 der friedlichen Dickhäuter.

Der Regierung von Präsident Kikwete ist es bisher nicht gelungen, gegen die Elefanten-Wilderei wirksam und angemessen vorzugehen. Zudem setzt sie auf die Erschließung des Landes und den Abbau von Rohstoffen in den Naturgebieten.

Zu den Plänen gehört der Abbau von Uran in Selous und den angrenzenden Naturgebieten sowie der Bau einer Schnellstraße durch den weltberühmten Serengeti-Nationalpark. Die Verkehrsader soll Rohstofftransporte aus dem Inneren des Kontinents an die Küste verkürzen – sie würde jedoch die jährlichen Wanderungen von Millionen Tieren unterbrechen.

In der Bucht von Mwambani am Indischen Ozean soll die Natur einem neuen Exporthafen weichen. Das Projekt bedroht den Tanga Coelocanth Meeresnationalpark und die dort lebenden extrem seltenen Quastenflosser. Die Riesenfische haben sich als lebendige Fossilien seit 400 Millionen Jahren kaum verändert.

Am Natronsee, dem Hauptbrutplatz der Zwergflamingos, ist eine Soda-Fabrik geplant. 2,5 Millionen Vögel bilden dort die weltweit größte Kolonie dieser Art.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition von Save the Serengeti und Rettet den Regenwald an den Präsidenten von Tansania – fordern Sie mit uns den Stopp der geplanten Projekte sowie den konsequenten Schutz der Wildtiere. Die Naturschätze gehören nicht nur den Bewohnern des Landes, sondern der gesamten Menschheit.

Hinter­gründe An­schreiben

An: Herr H. E. Jakaya Kikwete, Präsident von Tansania; Abteilung für Kommunikation des Präsidenten

Sehr geehrter Herr Präsident,

bitte ergreifen Sie jetzt die Chance, die Natur und die Tierwelt in Ihrem Land konsequent zu schützen und verhindern Sie die zerstörerischen Projekte.

Wir bitten Sie:
- Stoppen Sie mit Ihrem entschlossenen Handeln die massive Wilderei von Elefanten. Es bleibt wenig Zeit für die Tiere.
- Schützen Sie das Ökosystem der Serengeti dauerhaft. Verbieten Sie jede Entwicklung, die die große Wanderung der Tiere behindert. Verbieten Sie jede Art von kommerziellem Straßenverkehr.
- Schützen Sie den Natron-See dauerhaft, indem Sie die Abbaupläne von Soda stoppen. Er ist das Brutgebiet von Ostafrikas Zwergflamingos.
- Arbeiten Sie mit Naturschützern zusammen, um das Selous-Reservat vor dem Uranabbau und einem Staudamm im Rufiji-Fluss, einer sehr bedeutenden Wasserquelle für dieses wichtige Gebiet, zu schützen.
- Stellen Sie sicher, dass geschützte Meeresgebiete wie der Tanga Coelocanth-Meerespark nicht durch neue Seehäfen zerstört werden.
- Fördern Sie die die offene Diskussion und unterstützen Sie energisch das Recht auf öffentlichen Widerspruch in Fragen der Naturerhaltung und Landesentwicklung.

Opfern Sie mit Ihren Entscheidungen zur Entwicklung des Landes nicht den Schutz der Natur – bringen sie beide Ziele in Einklang.

Wir bitten Sie, entsprechend zu handeln. Ändern Sie den aktuellen Kurs Ihrer Regierung, damit die Tiere überleben und die Menschen in Tansania und in der ganzen Welt das unersetzliche Naturerbe des Landes nicht für immer verlieren.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.