P&G will Wald schützen, wenn er weg ist

Die Werbefigur Meister Proper steht mit verschränkten Armen vor gerodetem Wald Procter&Gamble will weiter Palmöl kaufen, für das Wald gerodet wird (Hintergrundfoto: iStockphoto/ Montage: Rettet den Regenwald) (© Montage: Rettet den Regenwald / iStockphoto)
87.609 Teilnehmer

Ende der Aktion: 05.08.2014

Zur Firma Procter & Gamble (P&G) gehören Marken wie Meister Proper, Head&Shoulders, Gillette und Oil of Olaz. P&G verspricht, ab 2020 kein Palmöl aus Regenwaldrodung mehr zu verwenden. Machen Sie dem Konzern klar: Das ist zu spät! Bis 2020 ist der Wald weg! Abholzung sofort stoppen!

Appell

An: Vorstandsvorsitzender von Procter&Gamble, Alan G. Lafley

„P&G will bis 2020 tödliches Palmöl kaufen. Das ist Augenwischerei. Der Ausstieg muss schneller gehen.“

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Lieferanten von Procter & Gamble ziehen eine Spur der Verwüstung durch Indonesien. Produzenten wie BW Plantation, KLK und Musim Mas werden mit Urwaldzerstörung und dem Tod von Orang-Utans in Verbindung gebracht. Nicht auszuschließen, dass über Händler wie Wilmar International und Cargill tödliches Palmöl bei P&G landet – und damit in Ihrem Haushalt.

Satellitenbilder, die Greenpeace ausgewertet hat, zeigen Rodungen im unberührten Urwald von Papua. Für sie soll Rimba Mestoa Lestari, ein Zulieferer von P&G, verantwortlich sein. Seit 2009 würde in einem Konzessionsgebiet von 30.000 Hektar Wald vernichtet – auch in jüngster Vergangenheit.

In Zentral-Kalimantan rodet BW Plantation laut Greenpeace in mehreren Gebieten, wo Orang-Utans leben. Auch für das Öl von KLK und Musim Mas werde der Lebensraum der Tiere zerstört. Auf dem Konzessionsgebiet von Rokan Adi Raya würden die letzen Sumatra-Tiger gefährdet.

Jetzt verspricht P&G, seine Lieferanten müssten ab 2015 nachweisen, woher ihr Palmöl stammt. Ab 2020 will der Konzern ganz auf Öl aus Rodungen verzichten. Das ist für viele Gebiete zu spät. Bis dahin wird der Wald vernichtet sein. Heute bedecken Palmöl-Plantagen in Indonesien 10 Millionen Hektar, bis 2020 sollen es 20 Millionen sein – die doppelte Fläche innerhalb von sechs Jahren!

Angesichts dieser dramatischen Regenwaldvernichtung ist es unerträglich, dass P&G erst 2020 auf tödliches Palmöl verzichten will. Das Versprechen ist Augenwischerei. Wollen Sie sich weiter von diesem Konzern an der Nase herumführen lassen?

Fordern Sie den Vorstandschef Alan G. Lafley auf, sofort auf Palmöl zu verzichten.

Hinter­gründe

P&G verarbeitet 460.000 Tonnen Palmöl und Palmkernöl im Jahr.

Zu den Marken des Konzerns gehören Head&Shoulders, Oil of Olaz, Gillette, Oral-B, Blend-a-dent, Ariel, Lenor, Meister Proper, Always, Pampers, Wick, Duracell.

An­schreiben

An: Vorstandsvorsitzender von Procter&Gamble, Alan G. Lafley

Sehr geehrter Alan G. Lafley,

Ihr Unternehmen kauft bis 2020 Palmöl, für das Regenwald gerodet wird. Ihre Zulieferer dürfen weitere sechs Jahre abholzen. Angesichts der dramatischen Regenwaldvernichtung, mit der Ihre Lieferanten in Verbindung gebracht werden, ist das unerträglich.

Erst ab 2020 kein Palmöl aus Rodungen zu beziehen, ist für viele Gebiete zu spät. Bis dahin wird der Wald vernichtet sein. Heute bedecken Palmöl-Plantagen in Indonesien 10 Millionen Hektar, bis 2020 werden es 20 Millionen sein – die doppelte Fläche!

Selbst die sofortige Umsetzung Ihrer angekündigten „No deforestation“-Politik würde die Probleme nicht lösen, da es aus vielerlei Gründen kein nachhaltig produziertes Palmöl gibt. Bitte verzichten Sie daher sofort ganz auf Palmöl.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.