Kambodscha: Der Wald ist fast gerettet

Ein Mönch hat einen Baumstamm mit orangefarbenem Tuch markiert und trägt seine Position in eine Karte ein Die Mönche markieren die Baumriesen im Areng-Tal zu ihrem Schutz Foto: Mother Nature (© Mother Nature)
110.114 Teilnehmer

Ende der Aktion: 14.10.2015

Das Areng-Tal mit seinen riesigen Bäumen ist fast gerettet. Jetzt möchten die Bewohner eine endgültige Entscheidung der Regierung für den Erhalt der Natur. Bitte unterschreiben Sie die internationale Petition. Es eilt!

Appell

An: Premier Hun Sen, Herrn Fan Jixiang, Vorsitzender von Powerchina

„An Kambodschas Premier Hun Sen und den Vorsitzenden von Powerchina: Kein Staudamm-Bau im artenreichen und geschützten Areng-Tal im Südwesten Kambodschas!“

Ganzes Anschreiben lesen

Kambodschas Premierminister Hun Sen hat im Februar 2015 öffentlich verkündet, den Staudamm-Bau am Areng-Fluss zu verschieben. Damit wollte er offensichtlich die anhaltenden Proteste der Bevölkerung unterbinden. Der Regierungschef war unter Druck geraten, weil immer mehr Menschen im In- und Ausland die Bewohner des Areng-Tals unterstützen.

Das abgelegene Tal im Südwesten Kambodschas ist besonders reich an seltenen Tierarten wie Siam-Krokodile, Elefanten und Nebelparder. Für den Staudamm müssten 20.000 Hektar Regenwald überflutet werden. 1.500 indigene Chong würden vertrieben von dem Land, das ihre Familien seit Jahrhunderten bewohnen.

Zusammen mit den Umweltschützern von Mother Nature, dem Netzerk der Mönche und Jugendgruppen aus der Hauptstadt Phnom Penh ist es ihnen bereits gelungen, zwei chinesische Staudamm-Firmen zu vertreiben. Den Maschinen und Arbeitern der dritten Firma, Sinohydro, versperren sie mit Blockaden seit einem Jahr den Zugang zum Tal. Sinohydro gehört zum mächtigen chinesischen Konzern Powerchina.

Für die Bewahrung ihrer Heimat nehmen die Menschen in Kauf, von Polizei und Sicherheitskräften eingeschüchtert und verhaftet zu werden.

Im Areng-Tal treiben lokale Beamte die Machbarkeitsstudien voran. Doch diese Studien, so Mother-Nature-Gründer Sun Mala, zerstören ebenfalls das empfindliche Ökosystem. „Deshalb werden wir unsere Stimmen weiter erheben und die Blockaden fortsetzen. So lange, bis der Staudamm für immer gestoppt ist.“

Jetzt sieht es danach aus, dass sich die Staudamm-Firma Sinohydro den Protesten beugt und sich zurückzieht. Damit es dazu kommt, wollen die Naturschützer unsere Petition so schnell wie möglich an die Regierung und den Mutterkonzern Powerchina übergeben.

Dafür sammeln wir noch Unterschriften. Und auch Spenden für die Aktivisten und für den Schutz der Bäume.

Hinter­gründe

Weitere Informationen auf Englisch:

Auf der Webseite von unserer Partnerorganisation Mother Nature in Kambodscha finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

* Aktionen der Widerstandsbewegung

* Markierungen der Urwaldriesen durch das Netzwerk der buddhistischen Mönche

* Öko-Tourismus-Projekt, das die Bewohner des Areng-Tals zusammen mit Mother Nature ins Leben gerufen haben

* Veröffentlichungen in den Medien über das Areng-Tal, den geplanten Staudamm und die Aktionen

Außerdem:

Kurzfassung der Umweltverträglichkeitsprüfung

Datenblätter der Roten Liste: Asiatischer Gabelbart-Fisch, Nebelparder, Siam Krokodil

An­schreiben

An: Premier Hun Sen, Herrn Fan Jixiang, Vorsitzender von Powerchina

Sehr geehrter Herr Premierminister Hun Sen, sehr geerhter Herr Fan,

Ihre Firma Sinohydro Resources plant, in den Kardamom-Bergen im Südwesten Kambodschas ein Wasserkraftwerk zu bauen. Dafür sollen der Areng-Fluss aufgestaut und 20.000 Hektar Regenwald überflutet werden. Die Hälfte des geplanten Stausees liegt in dem geschützten Natur-Reservat des Kardamom-Waldes.

Sie wissen sicher, dass das Areng-Tal zu den artenreichsten Regionen Südostasiens gehört – es ist Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere. Zu ihnen gehören besonders gefährdete Arten wie Asiatischer Elefant, Siam-Krokodil, Nebelparder, Gabelbart-Fisch oder Malaienente.
Durch den Staudamm würden außerdem mehr als 1.500 Ureinwohner aus ihrer Heimat vertrieben, die sie mit ihrer traditionellen Lebensweise bis heute erhalten haben.

Der Kardamom-Schutzwald ist nicht für die Entwicklung der Wasserkraft geeignet. Deshalb haben dort bereits zwei andere chinesische Firmen ihre Staudamm-Pläne aufgegeben: Im Februar hat sich China Guodian zurückgezogen – wegen des großen öffentlichen Drucks und auch, weil das Projekt „wirtschaftlich unrentabel“ sei. Denn neben den gewaltigen Umweltschäden sind die Baukosten für den Staudamm sehr hoch, während die geplante Leistung des Wasserkraftwerks mit 108 Megawatt gering ist. 2011 gab schon China Southern Power Grid auf, nachdem das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung vorlag. Die Firma gab an, dass für sie als verantwortlich handelndes Unternehmen die Umweltschäden durch den Staudamm eindeutig zu groß seien.

Auf der Webseite von Powerchina betonen Sie, dass die Harmonie zwischen den Menschen und mit der Natur das Herzstück Ihrer Unternehmens-Philosophie sei. Und dass Sie Wirtschaftswachstum und menschliche Entwicklung miteinander vereinbaren wollen.

Ihr Unternehmen hat sich außerdem zu den Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank bekannt. Doch der Cheay Areng-Damm verletzt diese Richtlinien, denn er würde geschützte Natur zerstören und die indigene Bevölkerung müsste ihre „freie und informierte Zustimmung“ geben. Das ist nicht geschehen.

Bitte bedenken Sie, dass nicht nur die Bewohner des Areng-Tals, sondern auch die Bevölkerung Kambodschas und Umweltschützer und Menschenrechtler aus aller Welt diesen Staudamm ablehnen. Denn er würde einen einzigartigen Naturschatz für immer zerstören.

Deshalb bitten wir Sie: Beenden Sie Ihr Staudamm-Projekt im Areng-Tal und tragen Sie dazu bei, den Regenwald für seine Bewohner zu bewahren.

Freundliche Grüße

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