Aktion: Die Bienen brauchen Eure Hilfe jetzt

Eine Biene fliegt zu einer Blüte. Darüber der Schriftzug "Bayer bedroht Bienen" Bienen sind durch Neonikotinoide bedroht (Flickr/phgaillard2001 - Lizenz CC BY-SA 2.0) (© Flickr/phgaillard2001 - (CC BY-SA 2.0))
208.439 Teilnehmer

Ende der Aktion: 14.10.2015

Pestizide gefährden das Überleben der Bienen. Insbesondere Neonikotinoide werden mit dem Bienesterben in Verbindung gebracht. Trotzdem wehren sich Hersteller wie BASF, Bayer und Syngenta gegen Auflagen und Verbote. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition für die Bienen

Appell

An: Firmenchefs und zuständigen Manager der Firmen BASF, Bayer und Syngenta

„Die Bienen brauchen Schutz vor Pestiziden. Akzeptieren Sie das EU-Verbot Ihrer hochgiftigen Spritzmittel.“

Ganzes Anschreiben lesen

Unermüdlich fliegen die Bienen von Blüte zu Blüte. Für Mensch und Natur hat ihr Fleiß unschätzbaren Wert: Sie liefern Honig und bestäuben Billionen Blüten, die dann zu Samenkörnern, Schoten, Nüssen oder Früchten reifen. Weltweit werden zwei Drittel unserer Nahrungsmittelpflanzen von Bienen bestäubt.

Doch immer mehr Bienenvölker sterben. Als Hauptursache gelten eingeschleppte Parasiten, die industrialisierte Landwirtschaft und Pestizide.

Besonders die Substanzgruppe der Neonikotinoide wird mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. Mit den Nervengiften behandelt die Agrarindustrie die Samenkörner von Mais, Raps und Weizen gegen Insektenfraß. Die Chemiesamen werden dann auf den Äckern ausgesät – mit tödlichen Folgen nicht nur für Bienen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Risikobewertungen für Neonikotinoide und die Substanz Fipronil erstellt und sieht „hohe akute Risiken". Seit Dezember 2013 hat die EU die Pestizide von Bayer und Syngenta für zwei Jahre verboten, der Einsatz von Fipronil von BASF wurde stark eingeschränkt.

Weiter

Doch die Chemiekonzerne wollen weiter Kasse machen. Zwei Milliarden Euro bringen ihnen die Neonikotinoide pro Jahr. Um die Verbote zu kippen, klagen Bayer, BASF und Syngenta gegen die EU. Mit PR-Kampagnen versuchen die Firmen die Öffentlichkeit zu täuschen.

Im Dezember 2014 hat Bayer die Naturschutzorganisation BUND verklagt, weil die zwei Produkte als bienengefährdend kritisiert hatte. Der Konzern hat den Prozess allerdings verloren. Damit ist dieser Versuch gescheitert, Kritik abzuwürgen.

Wie eine Zukunft ohne Bienen aussieht, ist in China sichtbar. Dort müssen schon jetzt Arbeiter die Blüten mit Pinseln bestäuben.

Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen und geben Sie den Bienen eine Stimme.

Hinter­gründe

Bienensterben im Rheintal

Schon seit Jahren wird das Bienensterben immer wieder in Verbindung mit den Spritzmitteln aus der Substanzgruppe der so genannten Neonikotinoide gebracht. Diese enthalten die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam.

Im April 2008 ereignete sich im Rheintal ein massives Bienensterben. 11.000 Bienenvölker wurden geschädigt oder starben ab. Als Quelle galten Spritzmittel wie "Poncho" (Wirkstoff Clothianidin) von Bayer, die zur Saatgutbeizung bei Mais verwendet wurden. Zeitgleich mit der Aussaat der behandelten Samenkörner begannen die Bienen abzusterben. Insgesamt wurden damals die Zulassungen von acht Saatgutbehandlungsmitteln vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Deutschland zurückgenommen.

Wirksamkeit der Spritzmittel auf Bienen und andere Bestäuber

Nur höchstens ein Fünftel der eingesetzten Saatgutbeizmittel wird von den Pflanzen aufgenommen. Ein Teil gelangt beim Aussäen in die Luft und verteilt sich in der Umgebung, der größte Teil gelangt aber in den Boden. Weiterhin sind die Chemikalien sehr langlebig und reichern sich dadurch in der Umwelt an. Wie sich die Chemikalien in der Umwelt verbreiten und welche Auswirkungen sie haben, ist in der Praxis nur unzureichend untersucht.

Die Spritzmittel sind für Honigbienen hochgiftig, die tödliche Dosis für beispielsweise aufgenommenes Imidacloprid und Clothianidin sind extrem gering (etwa 5 bzw. 4 Nanogramm pro Individuum). Das macht es sehr schwierig, die Vergiftung der Bienen durch die Spritzmittel in der Praxis nachzuweisen.

Außerdem spielen für das Bienensterben auch noch weitere Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel andere Quellen der Umweltverschmutzung, Futtermangel in der von Monokulturen dominierten industrialisierten Landwirtschaft oder eingeschleppte Parasiten wie die Varroamilbe.

Auch Singvögel sind in Gefahr

Neue Studien bestätigen, dass Neonikotinoide auch die Singvögel gefähren, und zwar indirekt. Nach den Forschungen niederländischer Wissenschaftler (siehe Artikel Declines in insectivorous birds are associated with high neonicotinoid concentrations im Fachmagazin Nature) finden die Vögel in den Gebieten, in denen Pestizide wie Poncho von Bayer (Wirkstoff Clothianidin) eingesetzt werden, weniger Futterinsekten. Aufgrund des Nahrungsmangels nahmen dort die untersuchten Vogelpopulationen um jährlich 3,5 Prozent ab. Siehe auch Artikel Chemie in der Landwirtschaft: Kein Futter für Singvögel im Spiegel.

Die Konzerne

BASF (Hauptsitz Ludwigshafen, 79 Milliarden Euro Jahresumsatz und Reingewinn 9 Milliarden Euro 2012), Bayer (Hauptsitz Leverkusen, Umsatz 40 Milliarden Euro, 2,4 Milliarden Euro Reingewinn 2012) und Syngenta (Hauptsitz Basel, Umsatz umgerechnet 11 Milliarden Euro, 1,5 Milliarden Euro Reingewinn 2012) sind große, multinationale Konzerne. Sie stellen nicht nur Pestizide her, sondern vermarkten beispielsweise auch das Saatgut. Sie streben eine vollständige Kontrolle über die industrialisierte Nahrungsmittelproduktion an.

Weitere Informationen

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Die Gesundheit der Honigbiene

Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: Bayer klagt gegen Pestizid-Verbot nach Bienensterben

Spiegel-Artikel: Fipronil: BASF klagt gegen Insektizid-Verbot

Studien über die PR-Kampagnen der Konzerne von Friends of The Earth Follow the honey – 7 ways pesticide companies are spinning the bee crisis to protect profit

und von Greenpeace Corporate science fiction - A critical assessment of a Bayer and Syngenta funded HFFA report on neonicotinoid pesticides

Webseite zum Film über Bienen "More than Honey

Artikel Importance of pollinators in changing landscapes for world crops

An­schreiben

An: Firmenchefs und zuständigen Manager der Firmen BASF, Bayer und Syngenta

Sehr geehrte Damen und Herren Firmenmanager,

Bienen sind für das Leben auf der Erde unersetzbar, sie dürfen nicht durch Pestizide gefährdet werden.

Akzeptieren Sie die von der EU zum Schutz der Bienen erteilten Verbote für die Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide und die Substanz Fipronil und ziehen Sie unverzüglich die Klagen gegen die EU zurück.

Bitte stellen Sie auch Ihre irreführenden PR-Kampagnen für Bienen und Ihre Spritzmittel ein, wie sie Umweltorganisationen in ihren Studien offen legen.

Studien: Friends of the Earth: "Dem Honig folgen (Follow the Honey – 7 ways pesticide companies are spinning the bee crisis to protect profits)" und Greenpeace „Unternehmensfiktion (Corporate Science Fiction - A critical assessment of a Bayer and Syngenta funded HFFA report on neonicotinoid pesticides)"

Mit freundlichem Gruß

News und Updates

News | 04.05.2015

Petition gegen Bienengift übergeben

Lea Horak überreicht während der Hauptversammlung von BASF 178.000 Unterschriften zum Schutz der Bienen

Die BASF und Bayer-Aktionäre wissen jetzt: Die Konzerne macht mit Giften Profit, die für Bienen gefährlich sind. Während der Hauptversammlung der Chemiekonzerne haben wir den massenhaften Bienentod kritisiert und unsere Petition zum Schutz der Tiere mit bislang 178.000 Unterschriften übergeben.

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News | 12.03.2015

Bayer verliert Prozess gegen Bienenschützer

Zwei Pestizide von Bayer dürfen auch in Zukunft als schädlich für Bienen gebrandmarkt werden. Der Chemiekonzern wollte dem BUND diese Kritik verbieten lassen. Das Landgericht Düsseldorf hat allerdings zugunsten der Naturschützer und der Bienen entschieden.

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News | 26.02.2015

Kampf um Bienen: Bayer verklagt Umweltschützer

Der Chemieriese Bayer hat die Umweltschutzorganisation BUND verklagt. Der Konzern wehrt sich dagegen, dass zwei ihrer Produkte als bienengefährend kritisiert werden. Die Chancen stehen gut, dass der Konzern den Prozess verliert.

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News | 19.01.2015

Demo Berlin: Regenwald statt Schnitzel und Steak

Für eine grundlegende Agrarwende: Rettet den Regenwald ist am 17. Januar gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Verbrauchern, Landwirten und Umweltschutzverbänden in Berlin auf die Straße gegangen und hat eine Reform der Landwirtschaft gefordert.

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