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Hände weg von Möbeln aus Raubbau-Holz!

Im Frühjahr haben Teak und Co. Hochkonjunktur. Statt den Ökomärchen der erkäufer zu glauben, sollten umweltbewusste Verbraucher einheimische Produkte kaufen

„Wir verwenden ausschließlich Teakholz aus indonesischen Plantagen“, garantiert der Internetanbieter „Teak-natur.de“. „Die Plantagen stehen unter strikter staatlicher Aufsicht und Kontrolle.“ Auch bei „teakforyou.de“ und weiteren Onlineshops, die in der neuen Gartensaison Teakmöbel anbieten, wird den Verbrauchern suggeriert, sie kauften ein ökologisch vertretbares Naturprodukt aus Plantagen, die „von der indonesischen Regierung kontinuierlich kontrolliert und wieder aufgeforstet“ werden („teakforyou.de).

Tatsächlich kommt indonesisches Teak überwiegend aus völlig übernutzten Plantagen auf der Insel Java. Zusätzlich zum Problem des massiven illegalen Holzeinschlags gibt es dort Landrechtskonflikte zwischen der lokalen Bevölkerung und dem staatsnahen Unternehmen PT Perhutani, das die Teakflächen auf Java bewirtschaftet. Die ehemalige holländische Kolonialmacht hatte die lokale Bevölkerung enteignet und auf diesen Flächen Teak angepflanzt.

Aus Sicht indonesischer Umwelt- und Menschenrechtsgruppen setzt nun PT Perhutani an Stelle der Kolonialherren diese Unrechtspraxis fort. „Wenn deutsche Gartenmöbelhändler jetzt Teakmöbel mit Ökomärchen als unbedenklich anpreisen, grenzt das an Betrug“, kommentiert Robin Wood-Tropenwaldexperte Peter Gerhardt. Bereits vor drei Jahren wurde den Teakplantagen auf Java das Siegel des FSC (Forest Stewardship Council) entzogen. Vor allem der illegale Holzeinschlag in den vier zertifizierten Forstdistrikten hat zum Entzug der FSC-Zertifikate geführt - ein Problem, mit dem auch die nichtzertifizierten Plantagen zu kämpfen haben. Wegen des illegalen Holzeinschlags wird mehr Teak entnommen als nachwächst, sodass die Plantagen übernutzt werden. Ein Beweis dafür ist, dass die Durchmesser der geernteten Stämme in den vergangenen Jahren beständig abgenommen haben. Das FSC-Zertifikat ist das einzige Ökolabel für Holzprodukte, das halbwegs die Einhaltung ökologischer und sozialer Mindesstandards bei der Holzernte und Verarbeitung garantiert.

Seit Jahren tauchen auch verstärkt Teakholzprodukte aus Burma auf, das von der Militärregierung in Myanmar umbenannt wurde. Die Waldfläche Burmas nimmt stetig ab: Zu Beginn der Militärdiktatur 1988 war noch etwa die Hälfte des südostasiatischen Landes bewaldet, heute ist es nur noch etwa ein Drittel. Um den Profit zu steigern, plündern die Militärs die Waldreserven.

Die Einnahmen dienen dazu, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. So setzen die Machthaber Burmas Sklavenkommandos ein. Kein anderes Land hat mehr Kindersoldaten als Burma – nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 70.000. Daher unterstützt auch die Anführerin der Opposition und Friedensnobelpreisträgerin, Daw Aung San Suu Kyi, den Boykott von Produkten aus Burma, die den Profit der Militärs steigern. „Wer beim Kauf von Gartenmöbeln nicht aufpasst, trägt zur Zerstörung des Regenwaldes bei und macht sich im schlimmsten Fall auch an der Ausbeutung und Unterdrückung unschuldiger Menschen mitschuldig“, sagt Tropenwaldreferent Peter Gerhardt.

Empfehlenswert sind Möbelaus regionalen Hölzern wie Lärche oder Kiefer, insbesondere wenn sie das Zertifikat des FSC tragen. Auch Robinie, das überwiegend aus osteuropäischen Ländern wie Polen oder Ungarn stammt, bietet sich als Alternative zu Tropenholzprodukten an. Wer seine Gartenmöbel aus europäischen Wäldern im Winter trocken unterstellt und im Sommer bei Regen auch mal in die Garage packt, erhöht die Lebensdauer von Sesseln und Tischen, die dann durchaus ein paar Jahrzehnte halten.