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Proteste gegen Papiermulti gehen weiter

Der finnische Konzern UPM und seine deutsche Tochter haben auf unsere Kampagne reagiert. Die Argumente sind dürftig

Der Zellstoff- und Papierkonzern APRIL hat eine neue Konzession in den letzten tropischen Tieflandwäldern Sumatras beantragt. Das ökologisch unersetzliche Gebiet umfasst 215.000 Hektar Torfwald im Osten der Provinz Riau. Der Konzern plant, den Regenwald per Kahlschlag zu vernichten und das geschlagene Tropenholz für die Papierherstellung zu verwenden. Seit 1997 kooperiert APRIL eng mit dem finnischen Papierriesen UPM-Kymmene, zu dem auch die emsländische Nordland Papier GmbH gehört, die größte Feinpapierfabrik in Europa. APRIL hat für seine Zellstoffproduktion bereits mindestens 300.000 Hektar Regenwald vernichtet und dabei viele Menschen von ihrem angestammten Land vertrieben. Rettet den Regenwald hatte Mitte Dezember 2004 eine Protestmail-Aktion gestartet und die Nordland Papier und ihren Mutterkonzern aufgefordert, die Geschäftsbeziehungen zu APRIL abzubrechen. Inzwischen hat UPM reagiert. UPM schreibt: „Nordland Papier ist Mitglied der UPM Gruppe, unterhält jedoch keinerlei Geschäftsbeziehung zu APRIL. Die von Ihnen angesprochene Allianz wurde im Jahre 1997 zwischen UPM und APRIL vereinbart und endete 1999. In der Folge bestand zwischen UPM und APRIL ein Darlehensvertrag (loan agreement). Diese Vereinbarung wurde am 19. April 1999 geschlossen und wird am 31. Dezember 2006 auslaufen. Unter anderem sieht der Darlehensvertrag Zellstofflieferungen an die UPM Papierfabrik Changshu in China vor.“ Rettet den Regenwald meint: Tatsache ist, dass APRIL seit vielen Jahren ein Geschäftspartner von UPM ist. UPM profitiert also von der Zusammenarbeit mit einem ausgewiesenen Regenwaldvernichter. UPM schreibt: „Die Akazienplantagen von APRIL befinden sich auf Waldflächen, die seinerzeit im Rahmen der von indonesischen Behörden erteilten Konzessionen teilweise abgeholzt wurden.“ Rettet den Regenwald meint: Auf den Flächen standen einmal intakte, wertvolle Regenwälder, die mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Verstoß gegen Menschenrechte und Eigentümerinteressen vernichtet worden sind. UPM schreibt: „UPM ist sich bewusst, dass die Klärung der Eigentumsverhältnisse ein wichtiges Thema darstellt und erwartet von APRIL eine zufriedenstellende Lösung dieser Frage.“ Rettet den Regenwald meint: Obwohl die Zusammenarbeit spätestens 1997 begann, ist die Frage der Eigentumsverhältnisse bis heute offensichtlich selbst aus UPM-sicht nicht zufriedenstellend gelöst. Ein ökologisch und sozial verantwortlicher Konzern hätte sich längst von APRIL getrennt. UPM schreibt: „Bei der Lieferantenüberprüfung im November 2004 hat UPM folgende Punkte angesprochen: Vermeidung illegalen Holzeinschlags in Gebieten, die unter Naturschutz stehen.“ Rettet den Regenwald meint: Das ist nicht mehr als eine Windelweiche Absichtserklärung. Tatsächlich kann UPM nicht Hundertprozentig garantieren, dass APRIL kein illegales Holz verarbeitet. Zum Problem des illegalen Holzeinschlags in Gebieten, die nicht unter Naturschutz stehen, sagt UPM gar nichts. UPM schreibt: „Der Liefervertrag für Zellstoff ist bis Ende 2006 gültig. Er enthält eine Reihe von umweltbezogenen Regelungen, nach denen UPM die Tätigkeiten von APRIL regelmäßig überprüft. Die letzte Kontrolle fand im November 2004 statt. Die Ergebnisse bilden für UPM die Basis dafür, weitere Verbesserungen bei APRIL einzufordern.“ Rettet den Regenwald meint: Verbesserungen sind nur nötig, wenn jemand mangelhaft arbeitet. Insofern ist diese UPM-Aussage ein klares Eingeständnis, dass bei APRIL Mängel entdeckt wurden. Weil uns die UPM-Antworten nicht überzeugt haben, bleiben wir bei unserer Forderung an das finnische Mutterhaus und seine deutsche Tochter, die Geschäftsbeziehungen zu APRIL sofort abzubrechen. Unsere Protestmail-Aktion unter www.regenwald.org läuft deshalb weiter. Solange UPM nicht zufriedenstellend reagiert, werden die Mitarbeiter/innen von Rettet den Regenwald kein Papier der Marken UPM kaufen.