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RegenwaldReport 01/2005

Wir pflanzen Zukunft

Auf der kleinen Insel Samal Island/ Philippinen geht das erste Mangroven-Projekt von Rettet den Regenwald ins dritte Jahr. Der Erfolg lässt uns hoffen ...

Jeder Schritt wird zur Qual. Der Schlamm saugt die Füße fest wie ein Magnet. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die sengende Hitze treibt den Schweiß aus allen Poren. Das freut Milliarden von kecken Fliegen. Wir stapfen durch das faulige Brackwasser im Mangrovenwaldgürtel um für Rettet den Regenwald die Inventur für das vierte Quartal 2004 durchzuführen. Was für Menschen eine Zumutung ist, ist eine Schatztruhe der Natur. Wo immer wir hintreten flitzen kleine Fische in Sicherheit, Krabben stoben davon und Würmer bohren sich wedelnd in der Grund. Mangrovenwälder sind nicht nur die Kinderstube für Küstenfische, Krebse und Würmer, sie sind auch das Schutzschild der Küsten. Große Wellen verlieren in ihnen ihre Energie und das Wurzelwerk schützt vor Erosion. Aber Mangroven haben ein Problem. Mit ihnen ist kein Geld zu verdienen. Deswegen wurden sie Hektarweise abgeholzt. Auf den Platz rückten Fischfarmen oder Golfplätze. Rettet den Regenwald startete vor drei Jahren eine Kampagne und forstete die Lücken zwischen den Altbeständen auf. Viele der jungen Mangroven knickten durch Treibholz ein, erstickten unter Plastikmüll oder wuchsen nicht an. Aber die anderen wachsen brav und treiben neue Blätter aus. Einige haben bereits die stattliche Höhe von 1,50 Meter erreicht, sind also durch ihren stabilen Stamm weniger gefährdet. Selbst wenn am Schluss nur ein Viertel zum Baum wächst, ist der Gewinn für die Natur riesig. Aber es ist ein mühseliges Unterfangen. Viele der genannten Probleme entstehen, weil die jungen Bäume in vorderster Linie gepflanzt werden müssen. Hinter den alten Bäumen wären sie sicherer, aber da sind die Fischfarmen oder Golfplätze. Und deren Besitzer geben keinen Meter her. Auf Samal Island stehen Mangroven seit vier Jahren unter staatlichen Schutz. Das Department of Environment and Natural Resources (DENR) macht keine Ausnahmen. Erst kürzlich wurde der Antrag auf Erweiterung einer Fischfarm in Dos abgelehnt, weil dafür Mangroven hätten weichen müssen. In Zusammenarbeit mit dem DENR werden wir weiterhin pflanzen und pflegen. 3.000 Setzlinge warten schon.