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Mangroven siegen über illegale Garnelenfarm

Ein Hoffnungsschimmer für bedrohte Mangroven: Umweltministerin pflanzt symbolischen Setzling

Die Umweltministerin beim Pflanzen des Mangrovensetzlings (Foto: C-Condem)Die Umweltministerin beim Pflanzen des Mangrovensetzlings (Foto: C-Condem)

Dröhnend kämpft sich der Bagger durch den Schlamm am Rande des Mangrovenwalds. Er reißt Stauwehre nieder und macht Dämme dem Erdboden gleich. Die hat ein Investor angelegt, nachdem er zuvor den Mangrovenwald gerodet hatte. Der Abriss der illegalen Garnelenfarm an der Pazifikküste Ecuadors ist eine medienwirksame Inszenierung der Regierung. Umweltministerin Marcela Aguiñaga überwacht persönlich die Arbeiten in Jumón Chico in der Provinz El Oro – und pflanzt anschließend einen Mangrovensetzling.

Ist das die Kehrtwende in der ecuadorianischen Politik gegenüber diesem bedrohten Ökosystem? Die Umweltschützer vom Mangrovennetzwerk C-Condem sind zurückhaltend. Der Einsatz der Ministerin ist sicher ein Erfolg unserer Kampagne. Seit Jahren zeigen wir die Garnelenzüchter an. Früher wurden wir deshalb gerichtlich verfolgt und die Fischer bedroht. Daraufhin haben wir unseren Kampf auf das ganze Land ausgedehnt und uns international vernetzt.

Bisher drücken die Behörden beide Augen vor der illegalen Mangrovenabholzung zu. Zwei Drittel dieses Ökosystems fielen in den letzten 30 Jahren der Garnelenzucht zum Opfer. Ende 2008 sollten die bisher weitgehend ohne Genehmigung operieren- den Firmen per Präsidentendekret anerkannt werden. Wir sind dagegen. Rettet den Regenwald half uns schnell und unbürokratisch mit Spenden. Damit konnten wir zur Demo in die Hauptstadt fahren und eine gerichtliche Klage dagegen einreichen. Die Regierung ist dann von der Gesetzesinitiative wieder abgerückt.

Die Mangroven sind wichtig für den Küstenschutz und ein sehr artenreiches Ökosystem. Rettet den Regenwald unterstützt mit Spendengeldern das Mangrovennetzwerk C-Condem. 2500 Hektar haben die Mangrovenschützer bereits wieder aufgeforstet. Sie sind der Lebensraum einer enormen Zahl von Tieren und Pflanzen. In den Mangroven finden die Menschen mit Fischfang und dem Sammeln von Muscheln und Krebsen ein Auskommen. Die Shrimpfarmen bieten hingegen nur einige wenige schlecht bezahlte Arbeitsplätze.

 

ERFOLGSBERICHT VON LIDER GONGORA Lider Gongora

Lider Gongora ist 45 Jahre alt und wurde auf der Insel Muisne an der ecuadorianischen Küste geboren. Seine Mutter war Fischerin im Mangrovenwald und finanzierte damit den Lebensunterhalt der Familie. „Es begann in den 1980er-Jahren“, erzählt Lider. „Die Garnelenfirmen kamen, begannen die Mangroven abzuholzen und legten dort Teiche für die Shrimpzucht für den Export an. Sie verdrängten die Fischer und Gemeinden, selbst vor unseren Friedhöfen machten sie nicht halt. Wir waren damals jung und begannen, dagegen den Widerstand zu organisieren.“ Heute ist Lider der führende Mangrovenschützer in Ecuador und weltweit vernetzt.