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Verzichten Sie auf Palmöl, Firma Henkel!

Plädoyer für die Achtung vor den Regenwald-Bewohnern und für Wahrhaftigkeit in der Werbung

So sauber, so rein: In unserer Montage putzt TerraActiv selbst den Regenwald weg.So sauber, so rein: In unserer Montage putzt TerraActiv selbst den Regenwald weg.

Malerisch fächern Palmwedel das Sonnenlicht. Weiße Häuschen gruppieren sich im grünen Palmenmeer. Lächelnde Plantagen-Arbeiter, glückliche Schul- und Fußballkinder, dazu ein paar Takte aus Vivaldis Vier Jahreszeiten – fertig ist das Idyll. So dreht man einen Werbefilm mit der Botschaft: Alles ist gut.

Diese Botschaft können wir auf der Webseite der Firma Henkel bestaunen. Wir sollen miterleben, wie viel Bio in ihren Produkten „Terra Activ bio“ steckt: nachwachsende Rohstoffe und nachhaltig produziertes Palmöl, geerntet und verarbeitet von gut bezahlten Arbeitern. Drehort des Werbefilms ist die Plantage von United Plantations in Malaysia. Der Konzern sieht sich als wohltätiger Pionier. So hat er als Erster das RSPO-Zertifikat für nachhaltiges Palmöl erhalten.

Monokulturen sind nicht nachhaltig

Nachhaltigkeit ist das Zauberwort, das europäische Märkte öffnen soll für ein Produkt, dem inzwischen mehr Regenwälder geopfert werden als jemals zuvor – vor allem in Malaysia und Indonesien. Weil das bei der umweltsensiblen Kundschaft nicht gut ankommt, hat man für Palmöl ein Nachhaltigkeitssiegel kreiert. Aber die Regenwälder und die Lebensräume von Millionen Menschen, Tieren und Pflanzen schützt man mit diesem Siegel nicht.

Für die Kritiker ist das Siegel eine Farce. Denn der „Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) ist eine Industrieveranstaltung. 282 Wirtschaftskonzerne, auch Henkel, sitzen 21 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen gegenüber. So ist mit dem Siegel die Regenwaldrodung keineswegs verboten. Und wer bezeugt, dass die Menschen nicht doch von ihrem Land vertrieben werden, das ihnen seitb Jahrtausenden gehört? Wer dokumentiert die Ausbeutung der Plantagen-Arbeiter? Und selbst wenn man an diesen Kriterien noch arbeiten würde: Industrielle Monokulturen können niemals nachhaltig sein. Wenn sie Ertrag bringen sollen, brauchen sie Chemie.

Nichts ist gut auf dem Palmölmarkt, Firma Henkel! Sie fühlen sich zu „Qualität und Verantwortung verpflichtet“. Suggerieren uns durch Ihre Werbebotschafterin Esther Schweins, dass wir mit „Terra Activ“ nicht nur saubere Wäsche erhalten, sondern auch ein reines Umwelt-Gewissen. Aber selbst wenn Ihr Palmöl-Lieferant United Plantations in jeder Hinsicht vorbildlich handeln würde – selbst dann macht zertifiziertes Palmöl nur einen Bruchteil Ihres Bedarfs aus. Denn zurückverfolgen kann man die Herkunft des Palmöls nicht, wenn die Containerschiffe aus Südostasien in Rotterdam ihre Ladung löschen.

Die Ureinwohner werden vertrieben

Der Werbefilm verzerrt die Wahrheit. In den Ölpalmplantagen ist die Tropenluft stickig, Erde und Flüsse sind verseucht, kein Dschungeltier kann hier überleben. Und auch nicht die Menschen, die im Wald Nahrung fanden und jetzt die gefährlichsten Tagelöhner-Jobs auf den Plantagen haben. Wenn überhaupt. Den Ureinwohnern wird der Wald einfach genommen, denn Urkunden besitzen sie nicht. Dieses Elend habe ich auf Borneo und Sumatra gesehen – auch auf Plantagen mit Zertifikat. Habe Tragödien erlebt, aber auch den Löwenmut, mit dem die Waldbewohner um ihren Lebensraum kämpfen.

Ich unterstelle Ihnen keinen Zynismus im Umgang mit Menschenleben und den Ressourcen unserer Erde. Aber Sie betreiben Etikettenschwindel mit dem Begriff „bio“. Wenn Sie nach bestem Wissen handeln wollen, dann sollten Sie dieses Wissen verbessern. Das ist meine Vorstellung von Verantwortung.

Christiane Zander

 

Schreiben Sie an die Firma Henkel und fordern Sie, dass der Konzern auf Palmöl in seinen Produkten verzichtet:

Nils Hemmerle
Brandmanager Terra Activ
Henkel AG & Co. KGaA
40191 Düsseldorf
Fax: 0049-211-798-4008
Nils.Hemmerle@henkel.com