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Regenwald Report 04/2019

Kraftwerk gefährdet Tapanuli-Orang-Utan

Pongo Tapanuliensis Tapanuli-Orang-Utan (© Maxime Aliaga)

Erst vor zwei Jahren als eigene Art beschrieben, steht Indonesiens Tapanuli-Orang-Utan bereits auf der „Liste der 25 meist gefährdeten Primaten“. Der Lebensraum der lediglich 800 Menschenaffen wird akut durch einen chinesischen Staudamm bedroht. Der Staatskonzern Sinohydro hat mit dem Bau eines 510-Megawatt-Kraftwerks im Batang-Toru-Wald auf der indonesischen Insel Sumatra begonnen. 

Dafür soll ein Stausee mitten im Gebiet mit der höchsten Orang-Utan-Dichte entstehen. Durch Zugangsstraßen und Überlandleitungen würden zudem noch weitere Flächen fragmentiert. Die einzelnen Populationen der Tapanuli-Orang-Utans wären voneinander isoliert. Umweltschützer wollen das Projekt stoppen. Doch Proteste, Petitionen und Gerichtsprozesse sind bisher an der indonesischen Regierung gescheitert, die Wasserkraftwerke als Quellen erneuerbarer Energie durchsetzen will.

Die Liste der gefährdeten Primaten wird alle zwei Jahren unter anderem von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) erstellt, die auch die „Rote Liste bedrohter Arten“ führt. Weltweit gelten 43 Prozent der Primaten als vom Aussterben bedroht.


Brandstifter in Indonesien bestraft

Brände beim Dorf Puding, Distrikt Muaro Jambi, Sumatra, 21. September 2019 (© Feri Irawan)

Der indonesische Plantagenbetreiber RKK ist zum wiederholten Mal der Brandstiftung überführt. Darum haben die Behörden in der Provinz Jambi auf Sumatra die Firma geschlossen. RKK gehört zur Makin-Gruppe, die auch große Konsumgüterhersteller wie Unilever mit Palmöl beliefert.

Schon 2017 hatten Partner von Rettet den Regenwald ein Urteil wegen Brandrodung gegen RKK erwirkt. Das hielt das Unternehmen aber nicht davon ab, weiterzumachen. Jetzt wurde RKK erneut als Hauptverursacher verheerender Wald- und Torfbrände identifiziert. Weil behördliche Schließungen oft nur von kurzer Dauer sind, fordert Rettet den Regenwald mit seinen Partnern in Indonesien eine wirkungsvolle Auflösung überführter Unternehmen.


Gold – keine gute Geschenkidee

Goldgeschenk aus dem Regenwald (© RdR)

Ein Ring, eine Kette oder anderer Gold-Schmuck mag unter so manchem Weihnachtsbaum als vermeintlich glänzende Geschenkidee liegen, doch so richtig Freude kann bei Gold nicht aufkommen. Rettet den Regenwald hat schon mehrfach darüber berichtet, wie riesige Gold-Minen in abgelegensten Gebieten des Regenwalds entstehen. Im Tagebau wird geschürft. Geröll­massen werden unter freiem Himmel mit einer chemischen Lösung versetzt, damit sich Gold vom Gestein trennt. Es bleiben Tonnen von giftiger Schlacke zurück, die das Grundwasser bedrohen. Darum sollte man sich besonders für Weihnachten gut überlegen, welche Geschenke wirklich Freude machen.


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