Schimpansen in Westafrika retten!

Westafrikanischer Schimpanse Der Lebensraum der Schimpansen schrumpft bedrohlich (© Sonja Metzger / Wild Chimpanzee Foundation)

Alarm für die Westafrikanischen Schimpansen. Sie gelten jetzt als „vom Aussterben bedroht“. Die meisten leben außerhalb von Schutzgebieten. Die Regierungen Westafrikas müssen alles Erdenklich tun, um unsere nahen Verwandten zu retten. Bitte unterstützen Sie diese Forderung mit Ihrer Unterschrift.

Appell

An: die Regierungen von Liberia, Guinea und Sierra Leone (Ghana, Guinea-Bissau, Mali, Senegal und der Elfenbeinküste)

„Die Westafrikanischen Schimpansen gelten jetzt als „vom Aussterben bedroht“. Bitte unternehmen Sie alles Erdenkliche, um sie vor dem Aussterben zu schützen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Die Weltnaturschutzunion IUCN, die die Rote Liste bedrohter Arten erstellt, hat die Westlichen Schimpansen als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert.

„Das ist ein Warnruf an uns alle: Wir müssen mehr für den Schutz der Primaten tun“, sagt Professor Christophe Boesch. Der Direktor der Abteilung für Primatologie am Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war an der Studie beteiligt, die Grundlage für die Einstufung ist.

Die Menschenaffen sind in klägliche, isoliert liegende Reste ihrer ursprünglichen Lebensräume zurückgedrängt. Quer durch Westafrika dominiert immer stärker der Anbau von Ölpalmen, Kautschuk, Kaffee und Kakao. Holzfirmen roden sich durch die Wälder, Bergbaufirmen reißen tiefe Wunden. Jäger setzen den Primaten zu: Auf Märkten wird neben anderem Bush Meat auch Fleisch von Schimpansen verkauft.

Die Menschheit geht rücksichtslos mit ihren nächsten Verwandten um. Dabei liefern Forscher laufend Belege dafür, dass Schimpansen um Tote trauern, Waisen adoptieren, unterschiedliche Werkzeuge benutzen und kulturelle Traditionen besitzen.

Die Schimpansen haben nur eine Chance zu überleben, wenn genügend Schutzgebiete geschaffen werden. Zum Beispiel in Liberia, dort hat die Regierung versprochen, bis zum Jahr 2030 immerhin 30 Prozent seiner Wälder zu bewahren. Tatsächlich sind es bisher nur sechs Prozent. In den übrigen Heimatländern der Schimpansen sieht es ähnlich aus – oder schlechter.

Doch es setzt sich die Erkenntnis durch, dass mehr für den Schutz der Schimpansen und der Regenwälder getan werden muss. Internationaler Druck kann die Regierungen dazu bewegen, rasch zu handeln, ausreichend große Reservate auszuweisen und die Natur tatsächlich zu schützen.

Bitte geben Sie den Schimpansen – unseren wilden Cousins - eine Stimme und unterschreiben Sie unsere Petition.

Hinter­gründe

Seit September 2016 haben Wissenschaftler der IUCN vier der sechs Menschenaffenarten für „vom Aussterben bedroht“ eingestuft: die Orang-Utans auf Borneo und Sumatra ebenso wie die Östlichen und Westlichen Gorillas.

4 von 6 Primatenarten vom Aussterben bedroht

Schimpansen (Pan troglodytes) werden mit ihren vier Unterarten auf der Roten Liste insgesamt als „gefährdet“ geführt, der Westafrikanische Schimpanse (Pan troglodytes ssp. verus) jedoch nun als „vom Aussterben bedroht“.

Bonobos (Pan paniscus) gelten als „gefährdet“.

Afrikas Gorillas in Gefahr

Die Population des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei), von dem es zwei Unterarten gibt, ist innerhalb von 20 Jahren um mehr als 70 Prozent eingebrochen.

Von der Unterart Östlicher Flachlandgorilla (G. b. graueri) lebten 1994 noch 16.900 Exemplare, 2015 waren es noch 3.800. Ein Rückgang von 77 Prozent. Die Tiere fallen vor allem Wilderern zum Opfer. Von der Unterart Berggorilla (G. b. beringei) gibt es 880 Tiere, eine leichte Zunahme.

Die beiden Unterarten des Westlichen Gorillas – Westlicher Flachlandgorilla und Cross-River-Gorilla (G.g. ssp. gorilla beziehungsweise G.g. ssp. diehli) - gelten ebenfalls als „vom Aussterben bedroht“.

Orang-Utans von Palmöl-Plantagen bedroht

Auch die Orang-Utans auf Sumatra und Borneo sind vom Aussterben bedroht. Auf Sumatra schrumpfte der Lebensraum der Orang-Utans zwischen 1985 und 2007 um 60 Prozent. Experten Schätzen die Zahl der Tier auf rund 14.000, die meisten von ihnen leben im Leuser Ökosystem.

Auf Borneo lebten 1973 noch 288.500 Orang-Utans, 2025 werden es allenfalls noch 47.000 sein, schätzt die Weltnaturschutzunion (IUCN). Das ist ein Einbruch um 84 Prozent.

Zahlenangaben über den Bestand der Tiere schwanken jedoch erheblich. Da Orang-Utan-Weibchen nur alle sechs bis acht Jahren ein Junges zur Welt bringen, ist der dramatische Rückgang selbst bei konsequentem Schutz nur schwer aufzuhalten.

Lebendiges Welterbe

Tierschützer verlangen von den Vereinten Nationen, Menschenaffen als „lebendiges Welterbe“ zu schützen. Rettet den Regenwald unterstützt diese Bestrebungen.

https://www.regenwald.org/petitionen/1033/unesco-soll-menschenaffen-zum-lebendigen-welterbe-erklaeren

An­schreiben

An: die Regierungen von Liberia, Guinea und Sierra Leone (Ghana, Guinea-Bissau, Mali, Senegal und der Elfenbeinküste)

Sehr geehrte Präsidenten und Premierminister,

die Weltnaturschutzunion IUCN, die die Rote Liste bedrohter Arten erstellt, hat die Westlichen Schimpansen als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert. Die höchste Gefährdungsstufe!

Westliche Schimpansen kommen in Ihrem Land vor. In Benin, Burkina Faso und Togo sind die Westlichen Schimpansen bereits ausgestorben, verhindern Sie, dass ähnliches in Ihrem Land passiert!

Ursachen für diese besorgniserregende Entwicklung sind:

- Die meisten Menschenaffen leben außerhalb von Schutzgebieten.

- Ihr Lebensraum wird durch den Anbau von Ölpalmen, Kautschuk, Kaffee und Kakao zerstört. Besorgnis erregt die Tatsache, dass sich ihr Lebensraum großflächig mit Flächen überscheidet, die potentiell für Ölpalmen geeignet sind.

- Holzfirmen und Bergbauunternehmen verwüsten das Habitat der Primaten.

- Auf Märkten wird neben anderem Bush Meat auch Fleisch von Schimpansen verkauft. Der Handel mit lebenden Tieren spielt ebenfalls eine Rolle.

Die Menschheit geht folglich rücksichtslos mit seinem nächsten Verwandten um. Dabei liefern Forscher laufend Belege dafür, dass die Schimpansen kulturelle Traditionen besitzen, Tote betrauern, Waisen adoptieren und eine Vielzahl von Werkzeugen benutzen.

Sie, geehrte Präsidenten und Premierminister, tragen besondere Verantwortung für das Überleben unserer wilden Cousins.

Bitte richten Sie umgehend Schutzgebiete ein, um den Lebensraum der Tiere zu erhalten.
Bitte sorgen Sie dafür, dass der Schutzstatus durchgesetzt wird.
Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass die örtliche Bevölkerung in den Schutz der Schimpansen eingebunden wird.
Bitte unternehmen Sie alle erdenklichen, rechtsstaatlichen Schritte, um die Primaten vor dem Aussterben zu bewahren.

News und Updates
Petition unterschreiben

Helfen Sie, das Etappenziel von 100.000 Unterstützern zu erreichen:

97.729

Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich für unsere Kampagnen. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Wir werden Sie über weitere Aktionen informieren.

Letzte Aktivitäten