Ein Jurassic Park für die Komodo-Drachen? Nein!

Komodowaran Sollen die Komodo-Drachen im Jurassic Park enden? (© Ringo_Wong_hkherper/istockphoto.com) ein Komodowaran schaut nach oben Die Komodowarane schauen in eine ungewisse Zukunft (© WALHI NTT) ein Komodowaran vor einem Bootsanleger Warten auf Luxustouristen? (© WALHI NTT)

Komodowarane könnten aus dem Film “Jurassic Park” stammen: urtümlich, groß und faszinierend. Das droht ihnen zum Verhängnis zu werden. Indonesiens Regierung will an den Riesenechsen verdienen und reiche Touristen in den Komodo-Nationalpark locken, ohne Rücksicht auf die Komodo-Drachen, die wunderbare Unterwasserwelt und die Bevölkerung.

News und Updates Appell

An: Präsident Joko Widodo, Kopien an: Gouverneur NTT und UNESCO

„Schützt die letzten Drachen! Stoppt die Luxusressorts im Komodo-Nationalpark!“

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Darf der Komodo-Drache als Schauobjekt in einem Jurassic Park enden?

„Die Menschen hier leben mit dem Komodowaran, den sie "ora" oder respektvoll "sebae" - Zwilling der Komodomenschen - nennen. Jetzt sind der Komodo-Nationalpark und seine Bewohner in großer Gefahr“, warnt Umbu Wulang, Direktor der Umweltorganisation WALHI NTT.

Der Komodo-Nationalpark ist seit 1991 UNESCO Welterbe. Hier lebt ein Großteil der letzten 3000 Exemplare des gefährdeten Komodowarans (Varanus komodoensis) - der größten Echse der Welt. Das Meer ist reich an Korallen, hier tummeln sich Meeresschildkröten, Mantarochen, Wale und Delfine - Zeugen der marinen Artenvielfalt.

Der Komodo-Nationalpark müsste geschlossen werden, um sich von Tourismus und Tierschmuggel zu erholen, doch jetzt bedrohen Bauprojekte im Namen des "Ökotourismus" die Natur und die Bewohner. Statt die Warane zu schützen, will Präsident Joko Widodo den Tourismus ankurbeln.

„Jurassic Park“ nennen die Architekten das Geopark-Projekt auf der Insel Rinca. Hier ist Exklusiv-Tourismus geplant. Eintrittsgebühr 1.000 US-Dollar. Die Lizenzen sind an Großunternehmen vergeben, ohne Umweltstudien, ohne Fokus auf Wissenschaft und ohne Berücksichtigung der lokalen Konzepte für begrenzten Tourismus.

Für die Bevölkerung bedeutet ein Jurassic Park: Umsiedlung, Verlust der Arbeit als Ranger, Souvenirverkäufer und Fischer. Für die Natur bedeutet dies: Zerstörung des Ökosystems, Bedrohung der Warane und Schädigung der Unterwasserwelt durch Abwasser- und Sandeintrag. 

Die Proteste in Indonesien blieben ohne Erfolg. „Dieser Jurassic Park zerstört die Natur und die Lebensgrundlagen der Menschen, die seit altersher mit den Komodo-Drachen zusammenleben“, sagt Umbu Wulang und hofft auf internationale Proteste zur Rettung der letzten Drachen.

Hinter­gründe

Der Komodo-Nationalpark

Der Nationalpark Komodo (Taman Nasional Komodo) liegt im Bereich der Kleinen Sundainseln östlich der Insel Bali in der Provinz NTT.

Bereits im Jahr 1977 wurden die Inseln Komodo, Rinca und Padar von der UNESO zum Biosphärenreservat ernannt. 1980 gründete die indonesische Regierung den Komodo-Nationalpark, ursprünglich nur als Schutzgebiet für den Komodowaran. Im Jahr 1991 wurde er zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.

Der Nationalpark umfasst heute 173.300 Hektar, davon sind ungefähr ein Drittel Land und zwei Drittel Wasser, verteilt auf zahlreiche Inseln vulkanischen Ursprungs und das Meer.

Auf den drei bewohnten Inseln Komodo, Rinca und Papagarang leben insgesamt ca. 5000 Menschen (Stand 2017) seit vielen Generationen friedlich mit dem "Komodo-Drachen", auch bevor er 1912 vom Leiter des Zoologischen Museums Bogor, Pieter Ouwens, wissenschaftlich beschrieben wurde.

Der Komodo-Nationalpark ist einzigartig. Hier lebt der Großteil der letzten ca. 3.000 „Komodo-Drachen“ (Varanus komodoensis), die größten Echsen der Welt. Diese Riesenechsen sind die letzten ihrer Art. Einst waren sie in ganz Indonesien und Australien verbreitet. Deshalb stuft die Weltnaturschutzunion IUCN den Komodowaran als gefährdet ein. Mit seiner gespaltenen Zunge erinnert er tatsächlich an ein Fabelwesen.

Bis zu 3 m lang und 70 kg schwer kann der Komodowaran werden. Auf der Speiseliste des Aasfressers stehen kleine Hirsche, Ziegen und Hühner. Ein Gift versetzt seine Beute in einen Schockzustand und verhindert die Blutgerinnung. Der Mähnenhirsch ist die Hauptbeute des Warans. Komodowarane sind schnell und gelten als aggressiv. Angriffe auf Menschen sind selten, kommen aber gelegentlich vor.

Junge Komodowarane sind hervorragende Kletterer und halten sich nahezu ausschließlich auf Bäumen auf. Mit zunehmender Größe wird das Klettern langsamer und der Aufenthalt auf dem Boden häufiger. Die Einwohner von Komodo bauen ihre Häuser auf Stelzen und halten die Außentüren geschlossen.

Die Komodowarane sind im Nationalpark auf den 5 Inseln Komodo, Rinca, Padar, Nusar Kode (Gili Dasami) und Gili Motang verteilt. Sie zu zählen ist gar nicht so einfach, denn sie schwimmen auch zwischen den Inseln hin und her. Auch außerhalb des Nationalparks auf der Insel Flores gibt es Komodowarane.

Nicht nur die faszinierenden Komodowarane sind im Nationalpark heimisch, sondern auch 32 Säugetierarten (z.B. Mähnenhirsch, Wildschweine, Javaneraffen, Fleckenmusang, Wasserbüffel), 37 Reptilienarten und 128 Vogelarten, darunter der Gelbwangenkakadu (sulphur-crested cockatoo - Cacatua sulphurea), das Reinwardthuhn (orange-footed scrub fowl - Megapodius reinwardt) und der Helmlederkopf (noisy friarbird - Philemon buceroides).

An Land wie Unterwasser zeichnet sich die Region durch eine ganz spezielle Landschaft aus. Sind die Inseln von eher kargen Savannen geprägt, so wimmelt es unter Wasser vor Leben und Artenvielfalt, vergleichbar mit einem Regenwald. Als Teil des sogenannten Korallendreiecks gehört die marine Biodiversität zu den größten weltweit. In den Gewässern um die Inseln leben 1.000 Fischarten, 260 Arten von Riffkorallen, 70 verschiedene Schwämme, 17 Wal- und Delfinarten und zwei Arten von Meeresschildkröten. Seit Beginn der Schutzmaßnahmen wurde das Dynamitfischen eingestellt und die mit Korallen bedeckte Fläche wuchs um 60 Prozent.

Obwohl der Komodo-Nationalpark den höchsten Schutzsstatus besitzt, sind die Bedrohungen durch illegale Jagd, illegales Fischen und den Tierhandel nach wie vor groß. Die Hauptbedrohungen für den Komodowaran sind die Zerstückelung seines Lebensraumes und der Rückgang seiner Beutetiere durch Wilderei. Ranger versuchen im Nationalpark Komodo die Wilderei zu unterbinden.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen listet den Komodowaran in Anhang I, somit ist ohne Sondergenehmigungen jeglicher Handel mit lebendigen Komodowaranen oder Körperteilen von ihnen (z.B. Häute) verboten.

Trotzdem hat das Management des Nationalparks zugelassen, dass ein Tierhändlerring in den letzten Jahren 41 Komodo-Drachen geschmuggelt hat. Die Tiere wurden über das Internet an indonesische und internationale Käufer zum Preis von 35.000 USD verkauft.

Zudem wurde Menschen außerhalb des Nationalparks erlaubt, Hirsche zu wildern, die ein wichtiges Glied in der Nahrungskette der Komodowarane sind.

Tourismus im Komodo-Nationalpark

Der Tourismus begann bereits in den 1980er Jahren mit der Gründung des Nationalparks. Seitdem sind die faszinierenden Komodo-Drachen eine der Hauptattraktionen für Touristen. Im Jahr 2018 haben offiziellen Statistiken zufolge mehr als 175.000 Menschen den Nationalpark besucht, die meisten davon aus dem Ausland. Rund 1,85 Millionen US-Dollar betrugen die Einnahmen des Nationalparks im Jahr 2017.

Die indonesische Regierung gab früher an, die Insel Komodo im Jahr 2020 für Touristen zu schließen, damit sich die Natur erholen kann. Doch davon ist nun keine Rede mehr, stattdessen bemüht sich die indonesische Regierung stetig, das Tourismus-Potential im Komodo-Nationalpark weiter zu steigern.

Die Tourismusentwicklung wurde dabei an private Unternehmen übergeben. Seit 2012 haben allein 7 Firmen die Genehmigungen zum Bau von naturnahen touristischen Einrichtungen beantragt. Die Firmen PT Komodo Wildlife Ecotourism (KWE) und PT Segara Komodo Lestari haben mit Lizenzen des Forstministeriums bereits teilweise mit dem Bau begonnen.

Diese Lizenzen wurden trotz massiver Proteste der lokalen Bevölkerung und Umweltschützer, ohne Zustimmung der UNESCO und ohne Umweltverträglichkeitsstudie zur langfristigen Auswirkung der Bauvorhaben auf die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks vergeben.

Auf den Inseln Komodo, Rinca und Padar ist nun Exklusivtourismus geplant mit einer Eintrittsgebühr von rund 1.000 US-Dollar für ein Jahresticket. Gebaut werden verschiedene Unterkünfte, Restaurants und ein Informationscenter.

Die lokalen Gemeinden, die seit Jahrzehnten mit und von den Touristen leben, werden in dieser Planung komplett ausgeschlossen. Bisher verdienten sie ihren Lebensunterhalt vor allem auf der Insel Komodo durch den Verkauf von Souvenirs und Inselführungen zu den faszinierenden Komodo-Drachen. Nun sollen Souvenirstände nur noch auf der zwei Stunden entfernten Insel Rinca konzentriert sein. Die bisherigen Verkaufsstände seien nicht mehr mit Exklusivtourismus vereinbar, heißt es.

Tourismus-Boom in Indonesien

Der Tourismus ist für Indonesien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Dieser Sektor ist bereits drittgrößter Devisenbringer nach dem Kohle- und Palmölexport - im Jahr 2018 erwirtschaftete der Tourismus nach Angaben der Investitionsbehörde BKPM rund 17 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2018 besuchten rund 15,8 Millionen Touristen Indonesien, allein 6 Millionen landeten auf der Insel Bali.

Mit der Zukunftsvision „10 neue Balis“, die Präsident Joko Widodo 2016 formuliert hat, will Indonesien mit neuen Touristenzentren noch mehr Besucher aus der ganzen Welt anlocken. Bisher wurden 10 Tourismus-Standorte definiert. Folgende vier sollen prioritär entwickelt werden: der weltgrößte Kratersee Danau Toba auf Sumatra, die Tempelanlagen von Borobudur im zentralen Java, Mandalika auf der Badeinsel Lombok und die Hafenstadt Labuan Bajo, die als Ausgangspunkt zur Dracheninsel Komodo dient.

Weitere beliebte Ziele im indonesischen Archipel sollen Belitung auf Sumatra, der Vulkan Bromo in Ostjava, die Tausend Inseln vor Jakarta, Wakatobi (Sulawesi), Tanjung Lesung (Banten auf Java), und Morotai (Nordmolukken) sein.

Das indonesische Tourismusministerium rechnet mit insgesamt 20 Milliarden US-Dollar, die zur geplanten Verkehrsinfrastruktur (Flughäfen, Häfen, Zubringerstraßen) sowie für Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen benötigt werden. Ein Großteil soll von privaten Investoren kommen.

Tourismus soll also eine wachsende Rolle spielen, doch immer mehr Flugreisen, Plastikmüll, Wasserverbrauch und mangelhafter Artenschutz bringen katastrophale Folgen für die Umwelt und die lokale Bevölkerungoder mit sich. Dazu kommt der massive Ausbau der benötigten Infrastruktur. Die Überentwicklung touristischer Gebiete wurde kürzlich als wachsendes Problem in ganz Südostasien, einschließlich auf Indonesiens eigener Insel Bali, eingestuft.

In der Verordnung Nr. 14/2016 der Tourismusministerien heißt es zwar, dass nachhaltiger Tourismus die lokalen Gemeinschaften stärken, die Kultur bewahren und die Umwelt schützen soll. In der Praxis sieht das leider meist anders aus, wie man am Beispiel der Tourismus-Entwicklung im Komodo-Nationalpark gut sehen kann.

"Die Tourismuspolitik ist eine Form des "Green Grabbing": das Land der Einheimischen unter dem Deckmantel von Naturschutz und Umweltschutz zu erobern", sagte Eko Cahyono, ein indonesischer Agrarforscher.

Bedrohung durch Bauvorhaben im Komodo-Nationalpark

Die Bauvorhaben im Namen des Ökotourismus bedrohen nicht nur die Natur, sondern auch die Bewohner des Komodo Nationalparks. Auf den drei Inseln Komodo, Rinca und Padar wurden bereits Konzessionen zum touristischen Ausbau an private Unternehmen vergeben und die Bauaktivitäten haben teilweise schon begonnen.

Die Bauprojekte sehen eine groß angelegte Infrastrukturentwicklung vor, die viel Land, Wasser, Baumaterialien und Energie benötigt. Lokale Gemeinden und Umweltschützer befürchten, dass die Bauarbeiten die Lebensweise der gefährdeten Komodowarane bedroht und deren Verhalten beeinflusst. Zudem können diese Einflüsse sich auf die gesamte Nahrungskette der Komodowarane auswirken, andere endemische Tiere gefährden und durch Abwasser- und Sandeintrag die Korallen schädigen.

Die Umweltorganisation WALHI führt 2020/2021 eine Studie zu den Auswirkungen der Störungen auf das Mangroven-Ökosystem durch, das einer der Lebensräume für junge Komodowarane und andere Tiere wie z.B. Schlangen, Affen und Vögel ist.

Das bekannteste Bauvorhaben ist das 1,3 Hektar große Geopark-Projekt auf der Insel Rinca, das 6,7 Millionen US-Dollar kosten soll und von den Architekten selbst stolz „Jurassic Park“ genannt wird. Trotz massiver Proteste werden bereits Straßen und Gebäude auf der Insel Rinca errichtet. Der Bau soll schon 2021 fertiggestellt sein.

Laut indonesischen Umweltaktivisten verstößt dieser Bau gegen das nationale Umweltschutzgesetz, nach dem die Veränderung der natürlichen Landschaft in einem Nationalpark verboten ist. Zudem führen Brunnenbohrungen zu einem Mangel an Wasser, das für die Tiere und Pflanzen in dieser trockenen Region überlebenswichtig ist.

Auf der Insel Padar plant die indonesische Regierung außerdem eine Umwandlung der Naturschutzzonen für touristische Zwecke. Bereits 2012 hat das Forstministerium 303,9 Hektar der Insel Naturschutzgebiet für Tourismus geöffnet. Auch andere Inseln sind von einer Umzonierung im Nationalpark zu Gunsten von Tourismus-Projekten betroffen.

Die privaten Unternehmen haben zudem die Erlaubnis, den Lebensraum der Komodowarane und das Gebiet der dort lebenden Menschen zu verwalten. Die lokale Bevölkerung, die bisher vom Tourismus profitierte, wird von den Vorhaben komplett ausgeschlossen.

Seit 2019 plante die Regierung sogar, ganze Gemeinden von der Insel Komodo umzusiedeln. Von den Plänen, über 1.000 Bewohner umzusiedeln, ist man nach massiven Protesten wieder abgekommen – auch aus Kostengründen. Nun werden die Arbeitsplätze einfach abgeschafft oder verlegt.

Protest und Forderungen

Bereits 2018 haben sich zahlreiche Menschen aus der Provinz Ostindonesien (Nusa Tenggara Tengah NTT) und aus Netzwerken von Umweltschützern der #SaveKomodo Bewegung angeschlossen, um gegen die Tourismus-Pläne der indonesischen Regierung und die Invasion der Firmen im Komodo-Nationalpark zu protestieren. Aufgrund öffentlichen Drucks hat der Präsident die Bauvorhaben der beiden lizensierten Firmen zumindest zeitweise stoppen lassen. Die Lizenzen der Unternehmen bestehen weiterhin.

Lokale Gemeinden und Mitglieder der Zivilgesellschaft haben verschiedene Maßnahmen gegen den Plan ergriffen, rund 1.000 Menschen von der Insel Komodo umzusiedeln. Dank der massiven Proteste konnte diese Umsiedlung verhindert werden. 

Die lokalen Gemeinden forderten die Regierung auf, das von der Gemeinde verwaltete Naturschutzkonzept und den begrenzten Ökotourismus weiter umzusetzen. Denn die geplanten Luxus-Bauprojekte bedrohen nicht nur den Lebensraum der Komodowarane, sondern auch die Geschichte, die Kultur, die Landrechte und die Existenz der lokalen Bevölkerung.

„Die lokale Regierung muss gemeinsam mit der nationalen Regierung und den Tourismusunternehmen den Komodo-Nationalpark als Naturschutzgebiet erhalten, um einen umweltfreundlichen Tourismus zu gewährleisten, der frei von Ausbeutung und Kommerzialisierung ist“, sagte Rafael Todowela, Leiter des West Manggarai Community Forum zur Rettung des Tourismus (Formapp Mabar), bei einem Protest.

"Naturschutz soll die Komodo-Drachen schützen, nicht die Investoren", fügte er hinzu.
Statt auf Exklusivität und Massentourismus zu setzen, solle sich die Regierung stärker auf den Schutz der Komodo-Inseln konzentrieren. Ein Schwerpunkt solle dabei die wissenschaftliche Forschung über den Tierschutz und den illegalen Tierhandel sein. Die Tourismusaktivitäten der lokalen Bevölkerung in der Randzone des Nationalparks sollten gestärkt und die inneren Schutzzonen nicht weiter zu Nutzzonen umgewandelt werden.

Die indonesische Umweltorganisation WALHI NTT fordert den Entzug der Lizenzen zur "Nutzung für Naturtourismus" an den privaten Sektor im Komodo-Nationalpark, die Bildung von Fischereigruppen im Nationalpark und mehr öffentlichen Druck.

#SaveKomodo fordert von Präsident Joko Widodo:

  • Legen Sie Umweltverträglichkeitsprüfungen für die geplanten Bauvorhaben vor

  • Widerrufen Sie die Lizenzen zur "Nutzung für Naturtourismus" an den privaten Sektor

  • Legen Sie den Fokus auf wissenschaftliche Forschung über den Tierschutz

  • Stoppen Sie den illegalen Tierhandel

  • Wandeln Sie keine inneren Schutzzonen des Nationalparks in Nutzzonen um

  • Schließen Sie die lokale Bevölkerung nicht von den Tourismusaktivitäten aus

  • Setzen Sie das von der Gemeinde verwaltete Konzept des Naturschutzes und des begrenzten Ökotourismus weiter um

Links:

https://whc.unesco.org/en/list/609

https://www.iucnredlist.org/species/22884/9396736

https://www.gtai.de/gtai-de/trade/wirtschaftsumfeld/bericht-wirtschaftsumfeld/indonesien/entwicklung-der-10-new-balis-in-indonesien-stockt-152368

https://www.fairunterwegs.org/news-medien/news/detail/die-nachhaltigkeit-von-praesident-widodos-zehn-neuen-balis-ist-fragwuerdig/

https://www3.investindonesia.go.id/en/article-investment/detail/all-you-need-to-know-about-the-10-new-bali-project-in-indonesia

https://twitter.com/hashtag/savekomodo

https://travel.detik.com/travel-news/d-5231742/taman-nasional-komodo-sudah-jadi-tak-perlu-ada-fasilitas-mewah?utm_content=detiktravel&utm_term=echobox&utm_campaign=detikcomsocmed&utm_medium=oa&utm_source=Twitter#Echobox=1603869906

https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/fluch-oder-segen-indonesien-streitet-um-komodo-park-li.112740

https://news.mongabay.com/2018/08/komodo-protesters-say-no-to-development-in-the-dragons-den/

https://news.mongabay.com/2019/04/indonesia-arrests-7-for-allegedly-selling-komodo-dragons-over-facebook/

An­schreiben

An: Präsident Joko Widodo, Kopien an: Gouverneur NTT und UNESCO

Sehr geehrter Präsident Joko Widodo, 
sehr geehrte Damen und Herren,

Indonesien besitzt mit dem Komodo-Nationalpark ein einzigartiges Naturerbe. Denn dort leben die letzten Komodowarane, die als gefährdete Art gelten. Die UNESCO hat das Gebiet bereits 1991 zum Weltnaturerbe erklärt. Doch nun sind der Komodo-Nationalpark und seine Bewohner in Gefahr. Mehrere Bauvorhaben in Namen des Ökotourismus bedrohen das Schutzgebiet.

Statt auf exklusiven Tourismus zu setzen, sollte Indonesien den Komodo-Nationalpark besser schützen.



Ich unterstütze zum Wohl der gefährdeten Komodowarane, der Biodiversität und der Menschen die Forderungen von #SaveKomodo und WALHI NTT:



- Verzichten Sie auf die Bauvorhaben für Luxustourismus;
- Widerrufen Sie die Lizenzen an Großunternehmen;
- Fördern Sie stattdessen begrenzten Ökotourismus der lokalen Gemeinden;
- Berücksichtigen Sie wissenschaftliche Erkenntnisse;
- Belassen Sie die inneren Schutzzonen;
und
- Stoppen Sie den illegalen Tierhandel.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

News und Updates Fußnoten

NTTNusa Tenggara Timur heißt eine Provinz im Osten Indonesiens mit mehr als 500 Inseln, darunter Flores, Komodo, Sumba und der westliche Teil der Insel Timor


GroßunternehmenPT Komodo Wildlife Ecotourism und PT Segara Komodo Lestari


 

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