Bitte helfen Sie den Umweltschützern in Kamerun!

Rodung zur Aufzucht von Ölpalmsetzlingen im Regenwald Die Palmölfirma wird unseren Kampf für die Natur nicht stoppen, erklärt der Umweltschützer Nasako Besingi. Foto: Greenpeace / Alex Yallop (© Greenpeace / Alex Yallop)
80.635 Teilnehmer

Ende der Aktion: 17.10.2014

„Die Palmölfirma wird unseren Kampf für die Natur nicht stoppen – auch wenn sie uns bedroht und verklagt", schreibt uns Nasako Besingi aus Kamerun. Der Umweltschützer steht im März vor Gericht. Sein Vergehen: Er will den Regenwald vor den Plantagen der US-Firma Herakles Farms schützen. Bitte protestieren Sie bei Herakles

Appell

An: Patrick Jones, Geschäftsführer Herakles Farms, New York und Kamerun

„Die Palmölfirma Herakles Farms muss die Abholzungen im Regenwald von Kamerun sofort stoppen und die Klagen gegen Umweltschützer zurückziehen“

Ganzes Anschreiben lesen

Der Umweltschützer Nasako Besingi und seine Organisation SEFE (Struggle to Economize Future Environment) kämpfen für die Rechte der Einwohner und den Schutz der Regenwälder im Südwesten Kameruns. Ihre Arbeit wird nicht nur von lokalen Gruppen wie Nature Cameroon unterstützt, sondern auch von Organisationen aus aller Welt. Investoren aus den USA versuchen seit drei Jahren, den Regenwald für Ölpalmplantagen zu roden.

Bisher konnten die Proteste der Einwohner und Umweltschützer das Projekt der New Yorker Palmöl-Firma Herakles Farms weitgehend verhindern. Herakles Farms konnte nur einige Regenwald Hektar abholzen und musste die Pläne zuvor schon stark zusammenstreichen. Anstatt der beantragten 70.000 Hektar wurden „nur" 20.000 Hektar für Plantagen von der Regierung genehmigt.

Die Einwohner und Umweltschützer Nasako kämpfen um jeden Baum. Nun sind sie Bedrohungen, Anzeigen, Festnahmen und Gerichtsklagen ausgesetzt. Die Organisation Nature Cameroon wurde sogar auf Betreiben der Palmölfirma im November 2013 gesperrt.

Ende Dezember 2013 wurde Nasako auf Antrag von Herakles Farms vorgeladen, weil er „falsche Nachrichten über das Internet verbreitet" haben soll. Die Klage stützt sich auf eine E-Mail von Nasako vom August 2012. Darin berichtete er, wie er von leitenden Mitarbeitern der Firma angegriffen wurde. Herakles bezeichnet die Männer als „lokale Dienstleister".

Nasako und vier seiner Kollegen sind außerdem angeklagt, „eine nicht angemeldete öffentliche Versammlung" organisiert und Anti-Herakles T-Shirts an Einwohner verteilt zu haben. Am 13. März 2014 soll der Gerichtsprozess gegen Nasako beginnen. Ihm drohen bis zu 6 Monate Gefängnis und umgerechnet bis zu 3.000 Euro Strafe.

Bitte unterzeichnen Sie die nebenstehende internationale Petition an Herakles Farms.

Hinter­gründe

Am 28. Januar 2014 wandten sich 18 Umweltorganisationen – darunter Rettet den Regenwald – mit einem gemeinsamen Schreiben an den zuständigen UN-Sonderberichterstatter Oliver de Schutter. Sie ersuchen den Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen, den Fall Herakles Farms in Kamerun zu untersuchen und einzugreifen.

Artikel Kamerun: Regierung stoppt Regenwaldrodungim Regenwald Report.

Weitere Informationen über das Palmölprojekt:

Webseite Stop Herakles von Save Wildlife

Weitere Informationen auf Englisch und Französisch:

http://www.oaklandinstitute.org/land-deals-africa-cameroon

An­schreiben

An: Patrick Jones, Geschäftsführer Herakles Farms, New York und Kamerun

Sehr geehrter Herr Jones,

ich fordere Sie und Ihr Unternehmen Herakles Farms dazu auf, die Arbeit von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen und die Grundrechte auf freie Meinungsäusserung, Informations- und Versammlungsfreiheit zu respektieren.

Ziehen Sie unverzüglich sämtliche Klagen gegen den Umweltschützer Nasako Besingi von der Organisation SEFE und gegen die Organisation Nature Cameroon, die zur Sperrung der Organisation geführt hat, zurück. Beenden Sie sofort alle Formen der Einschüchterung von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen in Kamerun. Diese verteidigen friedlich die Rechte der Menschen und den Schutz der Regenwälder in den Gebieten, in denen Herakles Farms aktiv ist. Beenden Sie das Palmölprojekt im Regenwald von Kamerun.

Mit freundlichem Gruß

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.
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