Bitte unterschreiben: Wald schützen, Biosprit stoppen

Ein junger Orang-Utan sitzt auf einem Ast in einem Blätterdickicht
263.931 Teilnehmer

Ende der Aktion: 22.09.2016

Erste Petitionsübergabe im April ’16. Subventionen und Förderprogramme in Indonesien laufen zwar, jedoch bleiben Biospritproduktion und -konsum unter den Erwartungen. Wir bleiben weiter dran.

Indonesiens Präsident Joko Widodo subventioniert Biodiesel massiv und verlangt, dass 20 Prozent des Diesels aus Palmöl sind. Diese Quote ist weltweit die höchste. Diese Politik fördert Konzerne - auf Kosten der Orang-Utans und der Menschen. Unterschreiben Sie unsere Petition gegen diese Subventionen.

Appell

An: Präsident Joko Widodo

„Indonesien erhöht die Biospritquote auf 20% und subventioniert Biotreibstoff massiv. Die Regierung soll diese Politik beerdigen“

Ganzes Anschreiben lesen

Indonesische Aktivisten gehen auf die Barrikaden. „Die einzige Gruppe, die von dieser Politik profitiert, sind private Palmölfirmen“, sagte Zenzi Suhadi von der Organisation Walhi schon letztes Jahr zu den Subventionen für Biosprit. „Mit dem Steuergeld der kleinen Leute wird Landraub finanziert.“

Ab 2016 beträgt die Biodieselquote unglaubliche 20%, die höchste der Welt. Das bedeutet noch weitere Gefährdung des Regenwaldes, der Menschen und Tiere.

Die Förderung straft alle Versprechungen zum Erhalt der Regenwälder Lügen. Das ist keine Politik Erneuerbarer Energien, sondern noch ein Freifahrtschein für Regenwaldvernichtung.

Das Klima wird geschädigt. Kleinbauern und Indigene verlieren ihr Land. Das Steuergeld fehlt für die Armen und den Umweltschutz.

Die Palmölindustrie in Indonesien kämpft gegen fallende Preise und Absatzprobleme auf dem Weltmarkt. Die Zuschüsse kurbeln die Nachfrage im Inland an.

Jeder Liter Biodiesel wird massiv gefördert, der Absatz durch die hohen Quoten gesichert, und weiter Förderprogramme untermauern die fatale Politik.

Auch Biotreibstoff aus Ethanol wird subventioniert. Eine Million Hektar Wald könnten vernichtet werden.

Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift die indonesischen Regenwaldschützer dabei, die Subventionierung zu verhindern.

Hinter­gründe

Update 2016

20% Biospritquote

Ab 2016 strebt Indonesien eine Biodieselquote von 20%, und in Zukunft sogar von 30% an. Kein anderes Land hat so hohe Quoten.

Diese massive Erhöhung läuft unter dem Label “Erneuerbare Energien“. Doch in Wirklichkeit werden nur einige wenige Biosprit-Produzenten und Plantagenfirmen gefördert.

http://www.thejakartapost.com/news/2016/01/07/after-b20-policy-biomass-our-energy-future.html

Biomasse: 300.000 Hektar Neuplantagen bis 2019

Außer Biosprit wird in Zukunft Energie aus Biomasse massiv gefördert. 300.000 Hektar Neuplantagen sollen das Holz für Kraftwerke liefern.

https://itto-d2.r-cms.jp/files/user/mis/MIS1-15Jan2016.pdf

Exportsteuer auf Rohpalmöl

Die Exportsteuer auf Rohpalmöl von 50 US$ pro Tonne fließt nicht in den Finanzhaushalt, ist also keine Steuer im eigentlichen Sinn, sondern in einen speziellen Fonds, aus dem die Biodieselproduzenten subventioniert werden. In diesem Funds haben die Palmölriesen Wilmar, Smart (Sinar Mas), Salim Group und Astra einen Vertreter sitzen,kritisiert die NGO CPO Watch unter dem Titel: „Hinter den Gebühren auf den Export von Rohpalmöl (CPO) stecken die vier Palmölriesen“.

http://www.aktualita.co/indonesia-cpo-watch-pungutan-ekspor-cpo-untungkan-4-raksasa-kebun-sawit/8091/

Weiter sagt CPO-Watch: Zwei Minister haben den Präsidenten angelogen. Die Kleinbauern und Smallholder tragen die Last, denn diese Steuer und die damit verbundenen Gesetze geben den großen Plantagenbesitzern und Palmölproduzenten mehr Macht. Sie setzen die Preise für CPO fest, sie erhalten leichter Zugriff auf das Land der Kleinbauern. Mit den fallenden CPO Preisen können die Kleinbauern ihren Kredit nicht mehr bezahlen (normalerweise werden gleich 30% von ihrem Erlös für die Früchte einbehalten, kann bis 50% sein) und sehen sich gezwungen, ihr Land zu verkaufen, an die Multis.

CPO Watch fordert Jokowi auf, die Exportsteuerregelung zurückzunehmen.

Der Gewinner ist: Sinar Mas!

Schon 2015 kündigte Sinar Mas den Bau eines Biomasse Kraftwerks an.

http://www.thejakartapost.com/news/2015/01/08/sinar-mas-develop-biomass-power-plants.html

Subventionen:

http://thejakartaglobe.beritasatu.com/business/plans-triple-biofuel-subsidy-aid-palm-oil/

http://thejakartaglobe.beritasatu.com/news/proposed-plan-to-boost-biofuel-subsidy-angers-local-environmentalists/

http://news.mongabay.com/2015/0217-biofuels-subsidy-indonesia.html

http://business.asiaone.com/news/indonesia-moves-closer-raising-biodiesel-subsidies

http://in.reuters.com/article/2015/02/05/markets-vegoils-idINL4N0VF4VA20150205

An­schreiben

An: Präsident Joko Widodo

Herr Präsident Joko Widodo,

in Europa machen wir seit Jahren schlechte Erfahrungen mit Subventionen für Biosprit. Nun hören wir von Ihren Plänen, mit Steuergeldern Biosprit und Ethanol zu fördern. Sie fördern damit die Anlage weiterer Plantagen und die Zerstörung von Regenwald.

Indonesische Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen fürchten über die weitere Entwaldung hinaus die Vertreibung vieler Kleinbauern und Indigener.

Schon heute gibt es in Indonesien mehr als zehn Millionen Hektar Palmölplantagen, wo bis vor einigen Jahren noch Regenwälder wuchsen.

Hintergrund Ihrer Pläne ist offenbar, dass die Palmöl-Unternehmen ihre Profite in Gefahr sehen. Durch die Subventionen für die Branche zahlen die Landbewohner und die Umwelt jedoch einen inakzeptabel hohen Preis. Viele der Schäden sind nicht wiedergutzumachen.

Bitte verzichten Sie daher auf die kurzsichtigen Subvention von Biotreibstoffen.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.
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