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Aktion gegen Glyphosat

Giftcocktail für die Äcker der Erde

Ein Sprühflugzeug nebelt ein Sojafeld mit Glyphosat ein Über den Monokulturen werden große Mengen Herbizide versprüht (© istock.com)

Immer mehr Glyphosat vergiftet die Umwelt und unsere Lebensmittel – und am Ende auch uns. Es ist das meist­verkaufte Herbizid weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein. Die EU spielt die Gefahren herunter und will das Gift trotz des breiten Widerstands weiterhin zulassen

Glyphosat ist die wirksame Chemikalie in Herbiziden wie „Round-up“ von Monsanto. Wir nehmen das Gift ständig auf, weil rund um den Globus immer mehr davon versprüht wird. 5.500 Tonnen sind es pro Jahr allein in Deutschland. So lässt sich Glyphosat nicht nur in Boden und Wasser, sondern auch in unseren Lebensmitteln nachweisen: in Milch, Mehl, Brot oder Bier – und in unserem Blut und Urin.

Mit dem Totalherbizid werden in der industriellen Landwirtschaft alle Wildkräuter auf den Äckern vernichtet. Die Artenvielfalt verarmt dadurch immer mehr. Noch perfider: Eine Woche vor der Ernte werden auch Kartoffeln und Getreidepflanzen besprüht, damit ihr Grün abstirbt und sie schneller reifen. So kommt unsere Nahrung zwangsläufig direkt mit dem Gift in Kontakt. Auch in Gärten, auf öffentlichen Plätzen, entlang von Straßen und Bahngleisen wird Glyphosat massenhaft versprüht.

Die Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Im Gegensatz dazu sehen die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterhin keine Gefahr.

Fast einhundert bekannte Wissenschaftler haben die EFSA aufgefordert, ihre Entscheidung zurückzunehmen. Sie beruhe auf von der Industrie finanzierten unveröffentlichten Studien und sei nicht glaubwürdig, so die Experten.

Zudem beschränkt sich die Bewertung der EU nur auf den Wirkstoff Glyphosat. Die Spritzmittel der Hersteller wie Monsanto (Produkt Roundup), Bayer,
Dow Chemical und Syngenta enthalten noch andere hochgiftige Stoffe, die in der Kombination weitere Auswirkungen auf die Gesundheit haben können als das reine Glyphosat.

Mitte 2016 hat die EU-Kommission Glyphosat für weitere 18 Monate zugelassen. Die EU-Funktionäre in Brüssel haben damit über die Köpfe der 28 Mitgliedsländer hinweg entschieden, die sich auch in einem EU-internen Vermittlungsausschuss nicht einigen konnten. Ende 2017 läuft die befristete Zulassung aus. Es ist Zeit, den Glyphosateinsatz in der EU zu stoppen.

Bitte beteiligen Sie sich an unserer Online-Petition:

www.regenwald.org/petitionen/1043/