zurück zur Übersicht
Partnerprojekte

Regenwald kann bewahrt werden – es kommt auf uns alle an

Landschaft mit Mangroven 132.000 Hektar umfasst das Seengebiet Danau Sentarum. Es steht seit 1980 unter Schutz (© PRCF Indonesia)

Unsere Partner in den Tropenländern setzen alles daran, ihre vielfältigen Lebensräume zu retten. Wir unterstützen sie dabei – mit Ihrer Hilfe. Was Spenden und Petitionen mit Hunderttausend Unterschriften bewirken, zeigen wir Ihnen hier. Bitte machen Sie weiter mit. Am besten per Klick auf regenwald.org

Borneo / Indonesien

Borneos Seenlandschaft muss gerettet werden

Im Norden der Provinz Westkalimantan erstreckt sich der Nationalpark Danau Sentarum – ein bedeutendes Süßwasserseengebiet. Seine Bergwälder sind Heimat von Orang-Utans, Nasenaffen, seltener Schildhornvögel, Gibbons und ein Fünftel aller Vogelarten Indonesiens. Die Bevölkerung lebt seit jeher im Einklang mit der Natur.

All das ist in Gefahr, seit Palmölfirmen sich weiter ausdehnen – bis in die Pufferzonen des Nationalparks. Das wollen unsere Partner des Netzwerks Link-AR mit aller Kraft verhindern. Sie informieren und vernetzen die Bevölkerung. Denn wer seine Rechte kennt, kann sich gegen Landraub und Naturzerstörung erfolgreich wehren. Außerdem sammeln die Aktivisten Daten über illegale Abholzung, informieren die Regierung in Jakarta und die Weltöffentlichkeit. Wie erfolgreich ihre Kampagnen sind, zeigt das Beispiel von Sungai Putri, Refugium von mehr als tausend Orang-Utans: Dort hat unsere Petition mit 180.000 Unterschriften dazu beigetragen, dass die Umweltministerin einen Holzkonzern gestoppt hat.

Philippinen

Erfolg und Hoffnung für Palawans artenreiche Bergwälder

„Es ist uns gelungen, die Palmölfirma San Andres zur Aufgabe zu zwingen“, berichten unsere Partner von der Koalition gegen Landraub CALG. Der Erfolg kommt in letzter Minute. Im Süden der Biospähren-Insel Palawan hatte San Andres für eine Straße schon mehr als 100 Urwaldriesen gefällt. Kurz vor dem bewaldeten Kalksteingebirge von Tres Marias, einem der heiligsten Orte der indigenen Pala‘wan, hat die Behörde für Umwelt und Naturressourcen die Rodungen nun gestoppt.

Neben der Lösung von Konflikten zwischen Bevölkerung und Konzernen verfolgen unsere philippinischen Partner unbeirrt ein größeres Ziel: ein landesweites Moratorium für die Ausbreitung der Palmölplantagen. Diesem Ziel sind sie nun ein großes Stück ­nähergekommen: Die Nationalregierung hat Vertreter von der Hauptstadt Manila nach Palawan geschickt. „Das Treffen war sehr erfolgreich“, so CALG, „denn einige Regierungsvertreter befürworteten unser Moratorium.“ Die CALG-Aktivisten werden nun mit allen Bezirksregierungen über ein Moratorium verhandeln – so wie es bereits vor zwei Jahren in der Gemeinde Quezon beschlossen wurde.

Ein weiterer Erfolg: CALG hat eine offizielle Anfrage im Kongress zur Ausbreitung der Palmölplantagen auf den Philippinen durchgesetzt. Das bedeutet, dass die Regierung dem Kongress ihre eigene Untersuchung zum Thema vorlegen wird, es gibt Gespräche mit allen Behörden, die nach Rercherchen von CALG auch gemeinsame Sache mit den Palmölfirmen machen – alle beteiligten Firmen sind vorgeladen.
Bei dieser Gelegenheit wurde der Regierung unsere Petition gegen die Ausbreitung der Palmölplantagen mit 160.000 Unterschriften übergeben.

Sabah / Malaysia

Wald der 700 Elefanten gerettet

Elefanten im Wald, Borneo Zwergelefanten am Kinabatangan. Sie brauchen viel Wasser zum Trinken und Baden und ungestörten Zugang zum Fluss (© CC BY-NY-ND 2.0)

Die Regenwälder im malaysischen Bundesstaat Sabah gehören mit ihren Urwald­riesen zu den ältesten Wäldern der Erde. Seit 130 Millionen Jahren wachsen sie dort und sind so reich an seltenen Tier- und Pflanzenarten wie kaum ein anderer Ort auf Borneo, der drittgrößten Insel unseres Planeten. Zwergelefant, Malaienbär, Maki, Plumplori, Pangolin, Schildschnabel, Höckerstorch, Haarnasenotter, Orang-Utan, Nasenaffe: Die Liste der seltenen, meist hoch bedrohten Tierarten ist lang. Bis heute konnten sie hier überleben – und vielleicht sogar noch einige Exemplare des in Sabah verschollenen Borneo-Nashorns.

Doch es kostet großes Engagement, Sabahs Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Denn Holz- und Palmölfirmen haben große Waldgebiete zerstört und beschädigt, die Wanderwege und Reviere der Elefanten und anderer Tiere zerstückelt. Seit 2011 forsten unsere lokalen Partner besonders wichtige Habitate wieder auf und legen neue Wald-Korridore zwischen den Plantagen an.

Eine gute Nachricht für die Rettung von Sabahs Urwäldern ging Mitte April um die Welt: Regierungschef Musa Aman ließ den Baustopp einer 350 Meter langen Brücke über den Fluss Kinabatangan verkünden. Sie wäre der Beginn einer geplanten Asphaltstraße mitten durch die sensibelsten und für die Großtiere bedeutsamsten Schutzgebiete Sabahs – Lebensraum von insgesamt 700 Zwergelefanten.

Gegen den Bau der Brücke haben Wissenschaftler und Umweltschützer ein Jahr lang protestiert. Zu dem Erfolg haben auch 237.000 Unterschriften von Rettet den Regenwald beigetragen.

Borneo / Indonesien

Ein Leben für den Regenwald

Nordin vor Holzstämmen Illegal gerodete Bäume: Nordin brachte die Firma Bumitama Agri vor Gericht (© SOB)

„Der Wald und das Land sind für Menschen und Tiere da, nicht für Industrieplantagen. Unsere Ahnen wussten, wie sie die Natur nutzen und schützen. Ihr Wissen müssen wir wieder anwenden.“

Diesem Ziel hat Nordin sein Leben gewidmet und 2006 in seiner Heimatprovinz Zentralkalimantan die Organisation Save our Borneo (SOB) gegründet. Die Umweltschützer decken Korruption und illegale Machenschaften der Konzerne auf und bringen die Verantwortlichen vor Gericht. Und sie beraten die Bevölkerung zu ihren Land- und Menschenrechten.

„Das Sammeln und Austauschen von Informationen sind unsere stärksten Waffen“, sagte Nordin einmal. „Sie sind unsere Bulldozer gegen die Bulldozer der Konzerne.“
Die „Bulldozer“ von Save our Borneo arbeiten erfolgreich. Nordin und sein Team haben dafür gesorgt, dass mächtigen Palmölfirmen wie Wilmar International oder Bumitama Agri die Genehmigungen entzogen wurden – viele Hunderttausend Hektar Regenwald konnten sie dadurch retten. Mit Petitionen und Spenden unterstützen wir SOB.

Ende März 2017 hat Nordin eine Bürgerklage gegen Regierungsstellen wegen unterlassener Katastrophenhilfe nach den großen Feuern 2015 gewonnen. Das Gericht urteilte, dass die Brandstifter-Firmen geschlossen werden müssen. Endlich sollen die Waldverbrecher belangt werden. Die Prozesse kann Nordin nicht mehr erleben. Der SOB-Chef ist im Juni nach plötzlicher Erkrankung gestorben. Sein langjähriger Weggefährte Udin Mahendra führt sein Lebenswerk weiter. Zusammen mit den SOB-Aktivisten und Rettet den Regenwald.

Kambodscha

Regierung beendet Sandexporte nach Singapur

Aktivist-Sandabbau Drastische Aktion gegen Sandabbau: Mother Nature-Aktivist Thun Ratha (© Mother Nature)

„Die Sorgen der Umweltaktivisten über die massiven Risiken sind berechtigt. Deshalb wird das Ministerium für Bergbau und Energie die Sandexporte und den großräumigen Sandabbau verbieten.“ Auf diese Nachricht haben unsere Partner der Umweltgruppe Mother Nature lange gewartet. Zwei Jahre haben sie mit den Fischern der Provinz Koh Kong im Südwesten Kambodschas versucht, die Zerstörung ihrer Küsten und Flussmündungen durch den Sandabbau zu beenden.

Kambodschas Sand geht vor allem nach Singapur. Nach massiven Protesten der Bewohner verhängte Premier Hun Sen bereits 2009 ein Ausfuhrverbot für Sand aus Flüssen und Küstengebieten. Doch das Ministerium erteilte weiterhin Konzessionen und der Sandabbau ging ungebremst weiter, oft auch illegal, denn immer wieder baggerten Firmen ohne Genehmigung oder außerhalb der Konzession.

Erst im Juli 2017 gab die Regierung zu, dass der Sandabbau in großem Stil umweltschädlich sei. „Das Ausfuhrverbot ist ein Erfolg unserer Kampagne, unterstützt auch durch Rettet den Regenwald“, so Mother Nature-Mitbegründer Alex Gonzales-Davidson. „Wir werden genau beobachten, ob es eingehalten wird.“

Dass Mother Nature nicht aufgibt, bis das Ziel erreicht ist, zeigt das Ende der Staudamm-Pläne im Areng-Tal. Naturschützer und Bewohner haben zuvor drei Firmen in die Flucht geschlagen.

Helfen Sie unseren Regenwaldpartnern mit Ihrer Stimme und Spende

„Eure Unterstützung ist für unsere Arbeit unverzichtbar. Und Zigtausende Unterschriften tragen dazu bei, dass Umweltverbrechen nicht nur ans Licht kommen, sondern auch verhindert werden können.“ Dieses Feedback unserer Partner sind für uns Ansporn, nicht locker zu lassen. Wir alle haben es in der Hand, die Regenwälder der Erde zu bewahren. Bitte machen Sie auch weiterhin mit auf regenwald.org

Spendenprojekte: Borneo, Palawan, Sabah,
Kambodscha