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Regenwald Report 02/2020

Widerstand bringt Bauern in Untersuchungshaft

Dilik und Hermanus Watt werden kriminalisiert, weil sie für ihr Land und für Gerechtigkeit kämpfen

Viele Bauern und Indigene in den Regenwald-Regionen erleben solche Schicksale: Eines Tages kommt eine Palmölfirma und nimmt ihnen ihr angestammtes Land. Wenn sie sich wehren, werden sie kriminalisiert und landen im Gefängnis. So geschah es drei Indigenen aus dem Dorf Penyang auf Borneo im Februar. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Mit Hilfe von Rettet den Regenwald e.V. konnten gute Rechtsanwälte engagiert werden. Einer unserer Mitarbeiter ist vor Ort und nimmt am Prozess teil. Jeder Verhandlungstag wird live übertragen. So verfolgen auch wir in Europa, wie sich die Zeugen der Firma in Widersprüche verwickeln. Wir erfahren zudem, wie umsichtig sich die Indigenen bei Epidemien verhalten. 

Der Antrag der Angeklagten auf eine Unterbringung mit mehr Schutz vor einer Corona-Infektion wurde vom Gericht abgelehnt. Die Folgen waren fatal. Einer der Indigenen war bereits vor seiner Verhaftung krank. Mitte Mai verstarb er im Gefängnis.


Hohe Strafen für Brandrodung

Brände beim Dorf Puding, Distrikt Muaro Jambi, Sumatra, September 2019 (© Feri Irawan)

Ein indonesisches Gericht hat die Palmölfirma PT Agro Tumbuh Gemilang Abadi (PT ATGA) wegen Wald- und Torfbränden zu einer Strafe in Höhe von 35 Millionen Euro verurteilt. 2019 brannten in Jambi auf der Insel Sumatra mehr als 18.000 Hektar Wald und Plantagen ab. Das Forstministerium hatte PT ATGA daraufhin überraschend schnell angeklagt und stützte sich dabei auch auf Beweise, die ein Partner von Rettet den Regenwald e.V. beigebracht hatte.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass PT ATGA auf 1.500 Hektar seines Landes Brandrodung betrieben hat. Die Richter nehmen den Konzern in „strenge Haftung“, da ein Großteil der gerodeten Fläche auf Torfböden und in Nähe des Schutzgebiets Londerang liegt. Die Folgen eines Brandes auf Torfböden sind besonders verheerend. 


Mehr Schimpansen in Liberia?

Schimpanse in Liberia (© Sonja Metzger/ WCF)

Der Wild Chimpanzee Foundation sind erstmals Videos von frei lebenden Schimpansen in Liberia gelungen. Möglich wurden diese Aufnahmen durch jüngst aufgestellte Beobachtungskameras im neu gegründeten Grebo-Krahn Nationalpark. Die Wissenschaftler wollen die Populationszahl dieser stark bedrohten Art genauer erfassen. Ähnliche Forschungen aus Guinea geben Anlass zur Hoffnung, dass es in bestehenden und geplanten Nationalparks mehr Schimpansen gibt als bisher gedacht. Schutzgebiete sind für das Überleben der Spezies unverzichtbar.


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