Fragen und Antworten zu Palmöl

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Unser Palmölkonsum hat fatale Folgen für die Regenwälder und deren Bewohner. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden die artenreichsten Ökosysteme der Erde abgeholzt. Gut sechs Millionen Tonnen Palmöl importieren die EU-Länder pro Jahr, Deutschland mehr als eine Million Tonnen. Das tropische Öl steckt in vielen Lebensmitteln, Reinigungs- und Kosmetikprodukten sowie als Biosprit im Dieselkraftstoff.

Fakten über Palmöl

Was ist Palmöl?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme (Eleais guineensis) erzeugt, Palmkernöl aus den gemahlenen Samen. Die Ölpalmfrüchte werden dazu bei hohen Temperaturen und Druck in Palmölmühlen gepresst, wobei man das orangerote kremige Rohpalmöl (Crude Palm Oil, CPO) erhält. Fast alles Palmöl auf dem Weltmarkt wird in Raffinerien raffiniert, gebleicht und desodoriert (RBD Palm Oil), wobei unerwünschte Fest-, Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe aus dem Öl entfernt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, das Öl mit Lösungsmitteln zu extrahieren.

Palmöl ist besonders reich an gesättigten Fettsäuren (50%), während einfach ungesättigte Fettsäuren einen Anteil von 40% und mehrfach ungesättigte Fettsäuren von 10% haben.

Warum wird für Palmöl der Regenwald abgeholzt?

Ölpalmen stammen ursprünglich aus dem afrikanischen Regenwald. Zum Gedeihen brauchen sie tropisches Regenwaldklima, d.h. ständig Feuchtigkeit und hohe Temperaturen. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden daher überwiegend die Regenwälder abgeholzt. Schon jetzt breiten sich riesige industrielle Ölpalm-Monokulturen weltweit auf etwa 27 Millionen Hektar in den Regenwaldgebieten am Äquator aus. Das entspricht drei Viertel der Fläche Deutschlands.

Regierungen vergeben vor allem in Urwaldgebieten große Konzessionen an die Ölpalmkonzerne, wobei häufig Korruption und Machtmissbrauch im Spiel sind. Oft wird der Wald auch illegal ohne Genehmigung abgeholzt und in Plantagen umgewandelt.

Die Tropenholz- und Palmölindustrie sind dabei eng miteinander verflochten. Mit dem Einschlag und Verkauf von Tropenhölzern werden oft die Investitionskosten für die Anlage der Ölpalmplantagen auf dem gerodeten Land finanziert.

Welche Folgen hat die Rodung des Regenwaldes für Tiere und Pflanzen?

Mit der Rodung der Tropenwälder und Umwandlung in industrielle Monokulturen wird die enorme natürliche Vielfalt verschiedener Tier- und Pflanzenarten der Ökosysteme vernichtet. Die vom Aussterben bedrohten Orang-Utan-Menschenaffen stehen hier nur stellvertretend als Symbol für Tausende weiterer Arten. Die öden Ölpalmplantagen sind nicht mit Regenwäldern vergleichbar. Nur einige wenige Tier- und Pflanzenarten können dort leben.

Welche Folgen hat die Palmölproduktion für die Menschen?

Palmöl bedeutet Elend für die Mehrheit der Einwohner in den Anbaugebieten. Sie verlieren ihr angestammtes Land an die Palmölkonzerne und werden oft gewaltsam vertrieben. Ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur werden zerstört. Allein in Indonesien, wo 45 Millionen Menschen in Waldgebieten leben, gibt es mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie.

Häufig werden neue Plantagenflächen durch Brandrodung geschaffen, wobei sich die Feuer oft auch in angrenzenden Regenwaldgebieten ausbreiten. Immer wieder bedeckt daher beizender Qualm weite Teile Südostasiens mit gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Vor allem Kinder, alte und kranke Menschen treffen die im Rauch enthaltenen Schadstoffe schwer.

Eine Studie der Universitäten von Harvard und Colombia (Public health impacts of the severe haze in Equatorial Asia in September–October 2015) beziffert vermutlich 100.000 Todesfälle durch die Brände im Jahr 2015.

Die Dokumentation "Asimetris" zeigt, dass die Menschen zu den Verlierern des Palmölbooms gehören. Sie können den Film in unserem Shop kaufen.

Wie viel Palmöl verbrauchen wir in Deutschland und wofür?

Insgesamt wurden 2015 in Deutschland 1,044 Mio. t Palmöl konsumiert. Rechnerisch verbraucht damit jede/r BürgerIn 12,6 kg Palmöl pro Jahr.

  • Biosprit 500.000 t (45% des gesamten Verbrauchs an Palmöl), d.h. Biodiesel und hydrierter Biosprit (HVO) als gesetzlich vorgeschriebene Beimischung zum fossilen Kraftstoff. Zudem wird Palmöl in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt.

  • Lebensmittel 245.000 t (23%) wie Margarine, Schokoaufstrich, Crunchmüsli, Speiseeis, Gebäck, Fertigsuppen, Tiefkühlpizzen und Schokoriegel.
  • Futtermittel 145.000 t (14%) für Rinder, Schweine und Geflügel.

  • Chemie 130.000 t (12%).

  • Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel und Kosmetik 20.000 t (2%).

Quelle: Meoconsult/Forum Palmöl)

Warum ist Palmöl bei der Industrie so beliebt?

Palmöl ist das mit Abstand billigste und am meisten produzierte Pflanzenöl auf dem Weltmarkt. Bei einer Jahresproduktion von derzeit 65 Millionen Tonnen ist das tropische Öl in riesigen Mengen rund ums Jahr verfügbar.

Palmöl hat einen hohen Schmelzpunkt, weshalb es bei Raumtemperatur zwar fest, aber trotzdem streichfähig und geschmeidig ist. Raffiniertes und desodoriertes Palmöl ist zudem geruchlos, geschmacksneutral, farblos und lange haltbar.

Alle diese Eigenschaften machen es für die Industrie zum idealen Rohstoff, um daraus billige Massenware herzustellen. So steckt Palmöl in Tausenden von Supermarktprodukten von zumeist minderer Qualität.

Wer steckt hinter dem Palmölboom?

Die Hauptanbauländer von Palmöl sind Indonesien und Malaysia - gut 85 Prozent der weltweiten Produktion stammen von dort. In Südostasien sind Politik und Palmölindustrie eng miteinander verflochten und die Expansion der Plantagen ist dort oberstes Staatsziel.

Zusammen betreiben sie intensive Lobbyinitiativen. In den EU-Ländern gegründete Palmölvereinigungen veranstalten Greenwash-Kampagnen für angeblich nachhaltig erzeugtes Palmöl, sogenannte Palmölsiegel wie den Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) und weitere Initiativen wie das Forum für nachhaltiges Palmöl, an dem auch die deutsche Bundesregierung beteiligt ist.

Die Käufer von Palmöl bevorzugen das tropische Öl aufgrund seines konkurrenzlos niedrigen Preises und seiner für Massenware günstigen Eigenschaften. Beispielsweise beim italienischen Ferrero-Konzern (Marken wie Nutella, Kinderschokolade, Hanuta, usw.) ist Palmöl neben Zucker in fast allen Produkten einer der Hauptbestandteile. Der weltweit größte Palmölverbraucher ist der niederländisch-britische Unilever-Konzern (Marken wie Rama, Langnese, Dove) mit 1,4 Millionen Tonnen Palmöl pro Jahr.

Sind Ölpalmen besonders ökologisch, weil ertragreich?

Die Palmöllobby argumentiert seit einiger Zeit damit, dass Ölpalmen besonders ökologisch seien, weil sie ertragreich sind und damit verhältnismäßig wenig Anbauflächen benötigten. Fakt ist, dass Ölpalmen nur in den von Regenwäldern bedeckten Gebieten nahe des Äquators gedeihen und deshalb für die Anlage der Plantagen die artenreichsten Ökosysteme der Welt abgeholzt werden.

Zudem ist es grundsätzlich falsch, die Erde in angeblich optimale Anbaugebiete für einen globalisierten Konsum aufzuteilen. Wir können und sollten unsere Grundnahrungsmittel selbst anbauen und nicht auf Kosten der tropischen Regenwälder und der dort lebenden Menschen.

Wie kann ich Palmöl vermeiden?

Nach jahrelangen Kampagnen von Umwelt- und Entwicklungsgruppen hat die EU eine Kennzeichnungspflicht für Palmöl in Lebensmitteln beschlossen, die Ende 2014 in Kraft getreten ist. Seitdem kann jeder Kunde in den Inhaltsangaben auf den Produktverpackungen nachlesen, ob Palmöl enthalten ist. Dann können Sie die Ware ins Regal zurückstellen und eine andere Marke wählen. Es gibt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer Alternativen ohne Palmöl. Achtung: Produkte von Unilever und Ferrero enthalten sehr häufig Palmöl. Schauen Sie am besten bei anderen Herstellern nach.

Warum ist Palmöl auf Kosmetikprodukten, Reinigungsmitteln, Kerzen nicht deklariert?

Auf Druck der Chemieindustrie wurde für Kosmetika, Reinigungsmittel, Kerzen und andere Produkte keine klare Deklarationspflicht eingeführt. Hier verbergen sich Palm- und Palmkernöl in einer langen Liste von Bezeichnungen. Siehe Umweltblick.

Ist Palmöl unersetzlich, wie von vielen Firmen und Politikern behauptet?

In Europa wird eine breite Palette von Pflanzenölen angebaut. Dazu gehören u.a. Lein-, Maiskeim-, Oliven-, Raps- und Sonnenblumenöl. Und wer sich die Mühe macht, die Inhaltsangaben auf den Verpackungen durchzulesen, wird schnell feststellen, dass es jede Menge alternative, palmölfreie Produkte gibt. Noch besser und sicherer ist es, sich die Speisen selbst aus frischen Zutaten aus regionalem Anbau zuzubereiten.

Auch Anbauflächen für heimische Pflanzenöle sind bei uns reichlich vorhanden. Allein in Deutschland wurden aufgrund einer völlig fehlgeleiteten Bioenergiepolitik zwei Millionen Hektar Ackerland mit Raps für die Produktion von Biodiesel in Beschlag genommen. Anstatt für die Tanks von Autos und Lastwagen zu produzieren, sollten diese wieder dem Anbau von Lebensmitteln dienen.

Die Wahrheit ist: Die Industrie jubelt uns überall Palmöl unter, weil es so billig und einfach zu verarbeiten ist.

Warum ist Palmöl ungesund bzw. kann uns sogar krank machen?

Palmöl besteht zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren, die hohe Cholesterinwerte und Herzkrankheiten verursachen können und als „Dickmacher“ verschrien sind. Palmkernöl, das für Kakaoglasuren, Eiskonfekt und Karamell verwendet wird, besteht sogar zu 80 Prozent aus gesättigten Fettsäuren.

Daneben enthält raffiniertes Palmöl meist hohe Mengen sogenannter Fettsäureester (darunter 3-MCPD- und Glycidol-Fettsäureester), die als krebserregend gelten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA warnen vor der Aufnahme der Palmöl-Schadstoffe.

Besonders bedenklich ist deren Vorkommen in Säuglingsnahrung und Babyersatzmilch. Auch Nuss-Nougat- und Schoko-Brotaufstriche enthalten fast durchweg sehr viel schadstoffbelastetes Palmöl. Die Gesundheit von Babys und Kindern ist dabei besonders gefährdet, da ihr Körpergewicht im Verhältnis zu den aufgenommenen Schadstoffmengen gering ist.

Wie umwelt- und sozialverträglich ist Biopalmöl?

Auch die Biobranche setzt auf Palmöl. In Hunderten Bioprodukten der bekannten Hersteller wie Alnatura, Allos, Rapunzel usw. ist das tropische Öl enthalten. Zwar verbietet der Biolandbau den Einsatz von Pestiziden, chemischen Düngemitteln und Gentechnik. Aber auch der Anbau von Biopalmöl wird von der Industrie dominiert – auf industriellen Monokulturen.

Die größten Hersteller und Exporteure von Biopalmöl stammen aus Südamerika:

  • In Kolumbien an der karibischen Küste nahe Santa Marta betreibt der Daabon-Konzern auf 8.000 Hektar Monokulturen zur Produktion von Biopalmöl – neben Tausenden Hektaren konventionellen Ölpalmplantagen. Daabon betreibt u.a. auch eine Biodieselraffinerie mit einer Kapazität von 100.000 t pro Jahr sowie riesige Lager und Verladeeinrichtungen für Palmöl im Hafen von Santa Marta, wo es bereits bei zwei Palmölhavarien zur großflächigen Verseuchung des Meeres mit Palmöl gekommen ist.

  • In Brasilien ist Agropalma der größte Palmölproduzent und baut nach eigenen Angaben auf 39.000 Hektar Ölpalmplantagen auf ehemaligen Regenwaldflächen im Bundesstaat Pará am Amazonas an. Die zertifizierten Biopalmöl-Plantagen werden demnach auf der 4.153 Hektar großen Hacienda CPA kultiviert. Bereits auf den Satellitenaufnahmen von Google Earth von den Distrikten Tailândia und Acará, wo die Plantagen von Agropalma liegen, ist das geometrische Muster der in den Regenwald geschlagenen Ölpalmplantagen leicht zu erkennen. Die Bundespolizei untersucht mögliche unrechtmäßige Landkäufe, wie Agropalma in einer Pressemitteilung vom 13. März 2018 angibt.

  • In Ecuador kauft der niederländische Konzern Natural Habitats Biopalmöl von lokalen Produzenten, die in der Regenwaldprovinz Esmeraldas auf insgesamt 6.128 Hektar Ölpalmen anbauen. Die Firma wirbt mit „129 Kleinbauern“, doch 22% der Betriebe sind mit Plantagenflächen von über 50 ha bis zu 439 ha Großgrundbesitzer, wie der Zertifizierungsbericht als „wichtige Tatsache“ hervorhebt. Die firmeneigene Ölpalmplantage Hacienda Clemente – Natural Mangrove S.A. mit 211 ha Fläche musste der Konzern aufgeben und 2016 verkaufen, nachdem sie durch Schädlingsbefall (Fäulnis - pudrición del cogollo) komplett ausgefallen war.

Was ist mit angeblich nachhaltigem Palmöl nach RSPO-Kriterien?

Die großen Palmölerzeuger und -verbraucher haben 2008 zusammen mit dem WWF den Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) gegründet. Den Vorsitz des Labelvereins führte jahrelang ein Manager von Unilever, denn der Konzern ist mit 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr zugleich der weltweit größte Palmölverbraucher. Ziel des Industrielabels ist es, die Produktion und den Absatz von nachhaltigem Palmöl zu steigern. Palmöl soll damit wieder hoffähig gemacht werden.

RSPO schließt dabei nicht einmal die Regenwaldrodung aus und bedient sich dazu verschiedener Tricks. Alle Regenwaldgebiete, die vor dem Jahr 2008 gerodet wurden, können demnach in Palmölplanagen umgewandelt und zertifiziert werden. Aber auch nach diesem Stichjahr sind nur besonders schützenswerte Gebiete - sogenannte High Conservation Value Areas (HCVA) - von der Abholzung bei RSPO ausgenommen.

Was ein HCVA ist, entscheiden von den Palmölfirmen und Zertifzierungsunternehmen beauftragte Experten gegen Bezahlung. Unberührte Primärwälder gelten als HCVA. Doch fast alle Regenwaldgebiete sind seit Jahrhunderten von indigenen Völkern bewohnt und durch die Menschen beeinflusst. Trotz ihres ungeheuren Artenreichtums gelten sie damit als Sekundärwälder - und dürfen abgeholzt werden. 

Die meisten vom RSPO angegebenen sozialen Aspekte sind allgemeine Grund- und Menschenrechte, deren Einhaltung selbstverständlich sein sollte. Der Klimaschutz ist bei RSPO überhaupt nicht berücksichtigt.

Die Prüfung und Einhaltung der RSPO-Standards ist sehr lasch, da die Zertifizierer direkt von den Firmen beauftragt und bezahlt werden. Dabei bestehen gravierende Interessenkonflikte, denn wer streng prüft, bekommt wenig Aufträge. Beschwerdeverfahren sind sehr lang und enden meist ohne relevante Ergebnisse. RSPO konkurriert zudem mit weiteren Palmöllabeln der Industrie wie MPOC aus Malaysia und ISPO aus Indonesien.

So werden trotz des RSPO-Labels weiter unvermindert die Regenwälder für Ölpalmplantagen gerodet und auch die Einwohner – vor allem Kleinbauern und Indigene - von ihrem Land vertrieben, bedroht und verhaftet, wenn sie sich gegen den Landraub wehren. Das Label führt zur Täuschung der Öffentlichkeit. Bereits 2008 haben 256 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt RSPO als Etikettenschwindel abgelehnt.

Warum heizt der Palmöl-Boom das Klima an?

Die Regen- und Torfwälder, die für die Anlage von Ölpalmplantagen gerodet und trockengelegt werden, speichern gigantische Mengen Kohlenstoff, der durch die Entwaldung als Kohlendioxid in die Atmosphäre entweicht. Indonesien ist vor allem durch die Regenwald-Abholzung einer der weltweit größten CO2-Emittenten.

Für den Palmölanbau wird zudem viel fossile Energie für Bodenbearbeitung, Düngemittel, Pestizide, Ernte, Transport und Verarbeitung eingesetzt. Aus den Produktionsrückständen wie den Kochabwässern der Ölmühlen entweicht Methan, das ein sehr starkes Treibhausgas ist.

Von der EU in Auftrag gegebene Studien, die die EU-Kommission lange zurückhielt, kommen zu dem Ergebnis, dass Biodiesel aus Palmöl dreimal so viele klimaschädliche Emissionen wie Diesel aus Erdöl verursacht.

Was macht Palmöl im Autotank und Kraftwerk?

Deutschland und die EU treiben die Nutzung der erneuerbaren Energien voran. Zwei Drittel dieser Energie werden aus Biomasse gewonnen, d.h. der Verbrennung von pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen. Im Jahr 2017 ging die Hälfte des von den EU-Ländern importierten Palmöls in die Produktion von Biotreibstoffen (Biodiesel und hydrierter Kraftstoff (HVO).

Weitere 10 Prozent des Palmöls werden in einigen Ländern wie Italien in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt.

Beim Tanken haben wir leider keine Wahl. Wie viel Biosprit dem Kraftstoff beigemischt ist und aus welchen Rohstoffen dieser hergestellt wurde, müssen die Betreiber und Mineralölkonzerne nicht angeben. Rettet den Regenwald fordert zusammen mit Umweltorganisationen aus aller Welt, Agrarrohstoffe wie Palmöl aus der Erneuerbare Energien Richtlinie der EU zu streichen.

Ist die Aufklärungsarbeit von Umweltorganisationen wie Rettet den Regenwald erfolgreich?

Ja. Aufgrund des zunehmenden öffentlichen Drucks und Problembewusstseins haben viele Firmen damit begonnen, ihre Produktion umzustellen und Palmöl durch andere Öle und Fette zu ersetzen.

So ist der Verbrauch von Palmöl in der Lebens-, Futtermittel und Chemieindustrie von 3,9 Mio. Tonnen 2010 auf 3,0 Mio. Tonnen 2017 gesunken. In Italien, Spanien und Frankreich werben viele Firmen inzwischen sogar mit palmölfreien Produkten.

Im April 2017 und noch einmal im Januar 2018 hat das EU-Parlament beschlossen, Palmöl aus dem Biosprit auszuschließen. Es soll dazu als Rohstoff aus der Erneuerbare Energien Richtlinie der EU gestrichen werden. Nun müssen sich das Parlament, die Kommission und die Mitgliedsländer auf eine gemeinsame Position einigen.

Weitere Informationen bei Rettet den Regenwald e.V. , Jupiterweg 15, 22391 Hamburg Tel. 040 – 410 38 04; info@regenwald.ORG ; www.regenwald.ORG und in unserem Shop:

Bücher:

 CDs und DVDs:

Aufkleber

https://www.regenwald.org/shop/product/186/8/aufkleber-palmoel-nein-danke

Stand: 12 Juni 2018