Peru: Aufstand gegen das Gold

Tagebau in der Yanacocha-Mine

Auf 4000 Metern Höhe in den peruanischen Anden bewachen seit fast zwei Wochen mehr als 8000 Bauern dutzende von Bergseen. Die natürlichen Wasserspeicher sind akut vom Goldbergbau bedroht. Für die Bauern sind die Seen lebenswichtig, denn sie liefern Wasser für die Vieh- und Landwirtschaft im Tal. Sie bitten den neuen peruanischen Präsidenten seine Wahlversprechen einzulösen und sich gegen das Gold- und Kupferbergbauprojekt Conga auszusprechen. 

Die Bevölkerung der Stadt Cajamarca unterstützt die Proteste der Hochlandbauern mit Demonstrationen auf dem zentralen Hauptplatz. Tag für Tag versammeln sich mehr als 20.000 Menschen auf dem historischen Plaza de Armas und demonstrieren unter dem Motto "Conga no va" (Kein Conga!) friedlich gegen das Bergbauprojekt. Zusammen mit den politischen Vertretern der Region fordern sie eine Garantie der Unantastbarkeit der Bergseen. Auch die Städter kennen die Gefahren des Bergbaus. Zu Fuße Yanacochas, der größten Goldmine Lateinamerikas, kämpfen sie seit Jahren mit Wassermangel und akuter Umweltverschmutzung. Das selbe Unternehmen will nun auch das Conga-Projekt umsetzen.

Die vom Unternehmen ausgeführte Studie zur Umweltverträglichkeit des Conga-Projektes wurde vom Umweltministerium kritisiert. Jose de Echavé, der stellvertretende Umweltminister, ist aus Protest gegen das Conga-Projekt von seinem Amt zurückgetreten. Der offene Gold- und Kupfer Tagebau hat einen enormen Wasser und Energieverbrauch. Bereits in der Anfangsphase des Projektes sind vier bedeutende Naturlagunen von der Zerstörung bedroht. Sie sind wichtige andine Wasserspeicher und speisen Flüsse, Kanäle und Feuchtgebiete bis weit ins Tiefland hinein.

mehr Informationen und zur Übersetzung des Anschreibens

In ihrem Widerstand hoffte die Bevölkerung Cajamarcas auf die Unterstützung des neuen peruanischen Präsidenten Ollanta Humala. Im Wahlkampf versprach dieser am selben Ort den Schutz der Wasserquellen und somit die Garantie der Ernährungssicherheit. Cajamarca ist eine wichtige landwirtschaftliche Region des Landes. Nun ist die Bevölkerung, die bei der Wahl noch mehrheitlich für die Präsidentenpartei stimmte, schockiert. Letztes Wochenende verhängte Humala den Ausnahmezustand über vier Provinzen Cajamarcas und ließ die Stadt vom Militär besetzen. Bei gewaltätigen Übergriffen durch Spezialeinheiten wurden bereits mehrere Personen verletzt, mindestens eine davon schwer.

Bitte fordern Sie mit Ihrer Unterschrift ein Ende der Gewalt und unterstützen Sie das Anliegen der Bevölkerung für eine selbstbestimmte Entwicklung im Einklang mit der Natur.


In der erwähnten Umweltstudie kündigt Yanacocha an, zur Minderung der Umweltschäden vier künstliche Kanäle errichten zu wollen: einen zur Realisierung des Minenbetriebs und drei zur Versorgung der umliegenden Gemeinden. In Anbetracht der zahlreichen betroffenen Gemeinden, bezweifeln Experten, dass die Pläne des Unternehmens ausreichen, um eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten. In Peru gibt es zur Zeit mehr als 60 soziale Konflikte wegen negativer Auswirkungen des Bergbaus auf die Wasserversorgung der Bevölkerung.

Das neue Conga-Projekt liegt nur wenige Kilometer von der Hauptmine Yanacocha entfernt. Diese ist bereits 251 km² groß und wird von einem amerikanisch-peruanischem Konsortium betrieben. Der Hauptanteilseigner ist die us-amerikanische Newmont Mining Company, auch die Weltbank ist mit fünf Prozent beteiligt. Im offenen Tagebau wird im Zyanid-Verfahren Gold, Silber und Quecksilber abgebaut. Zur Ausspülung der Metalle benötigt diese Form des Bergbaus Unmengen an Wasser. Obwohl die Minenbetreiber stetig versichern, dass das Verfahren sicher sei, sterben in den Flüssen und Seen der Region immer wieder massenhaft Fische. Bauern beklagen, dass aufgrund Wassermangels und -verschmutzung, ihr Vieh erkrankt und verendet.

Auch die Versprechen nach wirtschaftlicher Entwicklung für die Region Cajamarca blieben unerfüllt. 1993 zu Beginn der Bergbauaktivitäten Yanacochas war Cajamarca die viertärmste Region des Landes. 18 Jahre später, 2011, ist sie es immer noch.

Im Jahr 2000 hatte Yanacocha einen der weltweit größten Quecksilberunfälle zu verantworten. Ein Transporter des Unternehmens verlor 152 Kilogramm Quecksilber auf der Durchfahrtsstraße im Ort Choropampa. Anstatt die Bevölkerung über die Gefahr aufzuklären, animierte das Unternehmen die Menschen im Dorf dazu, dass giftige Metall zu sammeln und abzugeben. Mehr als 2000 Menschen wurden kontaminiert, bisher sind 20 Personen an Vergiftung gestorben. Bis heute bekennt sich Yanacocha nicht zu seiner Verantwortung. Bei eigenen Recherchen stellte der Autor dieses Artikels fest, dass die Menschen 10 Jahre später noch immer an den Folgen des Unfalls leiden. Eine preisgekrönte Doku fasst die Ereignisse zusammen.

12 Fragen und Antworten zum Goldbergbau finden Sie hier.

Übersetzung des Anschreibens:

Betreff: Beenden Sie das Bergbauprojekt Conga

An: Präsident der Republik Peru, Sr. Ollanta Humala

in Kopie: Kongreßpräsident, Sr. Daniel Fernando Abugattás Majluf                      Umweltminister, Manuel Pulgar Vidal                                                            Energie- und Bergbauminister, Jorge Merino Tafur                                      stellvertr. Energie- und Umweltministerin, Sra. Susana Vilca Achata

Sehr geehrter Präsident,

seit Jahren wehrt sich die Bevölkerung Cajamarcas gegen die Ausweitung der Mine Yanacocha. Ihr dringendstes Motiv ist dabei die Verteidigung des Wassers, vor allem der andinen Naturlagunen und des natürlichen Wassersystems, welche die Lebensgrundlagen der Menschen in der Region garantieren.

In den vergangenen Tagen haben Sie den Ausnahmezustand über die vier Provinzen Cajamarca, Celendín, Hualgayoc und Contumazá verhängt. Zahlreiche, schwer bewaffnete Militär- und Polizeieinheiten wurden in der Region stationiert. Dieses Vorgehen widerspricht klar den fundamentalen Rechten der Bevölkerung, beunruhigt die Menschen und trägt dazu bei, die Situation weiter zu verschärfen.

Aus diesem Grund fordere ich Sie auf die Grundrechte der Bevölkerung zu respektieren und bitte Sie umgehend zu einer friedlichen Konfliktlösung, wie sie auch die Bevölkerung der betroffenen Provinzen anstrebt, zurückzukehren.

Schützen Sie die Lebensgrundlagen der cajarmaquinischen Gemeinden, was bedeutet, die natürlichen Wasserquellen der Region vor Verschmutzung und/oder Zerstörung zu bewahren. In diesem Sinne ist es notwendig, eine Änderung der Verfassung vorzunehmen, welche den freien Zugang zu sauberen Wasser als Menschenrecht festlegt und die Privatisierung der Ressource Wasser verbietet.

Sie selbst haben im Wahlkampf für einen annehmbaren Kompromiss in der Wasser-Gold-Problematik plädiert und sich für die Verteidigung der natürlichen Wasserressourcen ausgesprochen. Sie sind sich darüber bewusst, dass die Bevölkerung Cajamarcas die Logik der Ausbeutung des Bodens für Metalle, die damit einhergehende Zerstörung der Natur und somit die Vernichtung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen ablehnt. Sie wünscht sich eine andere Form des Lebens, welche die Bedürfnisse der Gemeinschaft respektiert und auf kommunikativen Austausch, Solidarität und dem Schutz der Natur basiert. Ich bitte Sie diese selbstgewählte Form des Lebens der Bevölkerung Cajamarcas zu respektieren.

Für die Umsetzung des Gold- und Kupfer Bergbauprojektes Conga muss Yanacocha mindestens vier Naturlagunen zerstören, die eine wichtige Ökofunktion als Quellen für Flüsse haben, die Cajamarca mit Wasser versorgen. Die Zerstörung lebenswichtiger natürlicher Wasserreservoirs für einen temporären Bergbau, welcher der Bevölkerung keinen adäquaten Nutzen bringt, ist nicht hinnehmbar.

Kurz gesagt, verweigern Sie Ihre Erlaubnis zur Ausweitung der Mine Yanacocha und beenden Sie umgehend die Pläne zum Conga-Projekt.

Hochachtungsvoll,

 

Demonstrierende gegen Conga-Mine in CajamarcaGeneralstreik gegen Conga-Mine in Cajamarca

19.06.2012

Peru: Generalstreik gegen Bergbauprojekt Conga

Der Konflikt um das Bergbauprojekt spitzt sich zu. Während die Einwohner der Stadt Cajamarca aus Protest gegen die Mine seit 20 Tagen die Stadt mit einem Generalstreik lahm legen, wird Präsident Humala auch in Europa mit Kritik konfrontiert. In Berlin und Brüssel gab es beim Besuch Humalas Demonstrationen gegen Conga.

Der Konflikt um das Bergbauprojekt spitzt sich zu. Während die Einwohner der Stadt Cajamarca aus Protest gegen die Mine seit 20 Tagen die Stadt mit einem Generalstreik lahm legen, wird Präsident Humala auch in Europa mit Kritik konfrontiert. Auch in Berlin und Brüssel gab es beim Besuch Humalas Demonstrationen gegen Conga. 

Yanacocha und Regierung bilden "Gewaltallianz"

Das Bergbauunternehmen Yanacocha fährt eine Strategie der vollendeten Tatsachen. Trotz anhaltender Proteste will es die Ausweitung der Goldmine mit aller Gewalt durchsetzen. Immer öfter werden die friedlichen Kundgebungen der Bevölkerung gegen die Mine gewaltsam niedergeschlagen. Polizei und Bergbauunternehmen arbeiten dabei zusammen. Polizei und Militär werden in Fahrzeugen des Bergbauunternehmens zur Niederschlagung der Proteste transportiert. Bisher gab es mehr als 70 Verletzte, einige davon schwer. Mit dem brutalen Vorgehen wollen Yanacocha und Regierung eine Eskalation provozieren, um die bisher friedlichen Demonstranten kriminalisieren zu können. Bis jetzt geht dieser Plan aber nicht auf, denn die Menschen in Cajamarca protestieren weiterhin friedlich.

Konflikte in Peru nehmen zu

Doch nicht nur in Cajamarca wächst die Sorge vor einer zunehmenden Eskalation. In ganz Peru ist seit Amtsantritt von Präsident Ollanta Humala die Anzahl der Konflikte gestiegen. Allein für Mai 2012 zählte die peruanische Ombudsstelle für Menschenrechte 245 Zwischenfälle. Bei 149 davon spielten Umweltfragen eine tragende Rolle. Unter der alten Regierung waren es durchschnittlich 214 Konflikte im Monat. Die Spannungen zwischen Gesellschaft und Regierung steigen. Und das obwohl Humala im Wahlkampf der Hoffnungsträger eines Großteils der Bevölkerung war und sie sich von seiner Regierung eine Politik erhofften, die mehr Rücksicht auf die Umwelt und die marginalisierten Bevölkerungsschichten nimmt. Aber gerade für die Bauern im Andenhochland und die indigenen Gruppen im Amazonasgebiet entpuppte sich der ehemalige Militär Humala als Wolf im Schafspelz. Seine Politik knüpft nahtlos an die der vorherigen Regierung an und fördert einseitig die Interessen der großen transnationalen Unternehmen - auf Kosten der Menschen- und Umweltrechte.

Peruanische Bauern im HochlandBauern leiden direkt unter der Umweltverwüstung

19.03.2012

Peru: Regionalpräsident und Umweltschützer werden verfolgt

Die peruanische Nationalregierung hat den Präsidenten der Region Cajamarca, Gregorio Santos, angeklagt. Wegen Straßen-Blockaden während der Proteste gegen die Conga-Mine Ende 2011 soll ihm der Prozess gemacht werden.  Doch nicht nur Santos droht rechtliche Verfolgung. Außerdem wird gegen 40 Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten ermittelt, die sich an den friedlichen Protesten gegen die Conga-Mine beteiligt hatten.

Die peruanische Nationalregierung hat den Präsidenten der Region Cajamarca, Gregorio Santos, angeklagt. Wegen Straßen-Blockaden während der Proteste gegen die Conga-Mine Ende 2011 soll ihm der Prozess gemacht werden. Santos erreichte landesweite Bekanntheit, weil er sich der Anordnung der Zentralregierung in Lima widersetzte und sich stattdessen entschied den Widerstand der Bevölkerung Cajamarcas gegen das Bergbauprojekt Conga zu unterstützen.

Regierung erhöht den Druck auf Umweltschützer

Doch nicht nur Santos droht rechtliche Verfolgung. Außerdem wird gegen 40 Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten ermittelt, die sich an den friedlichen Protesten gegen die Conga-Mine beteiligt hatten. Unter ihnen ist auch der international bekannte Pfarrer Marco Arana. Einige Aktivisten wurden bereits verhaftet. Sollte es zu einem Prozess kommen, drohen den Angeklagten zwischen 15 und 30 Jahren Haft.

Basis des möglichen Rechtsverfahrens ist ein Gesetz, dass von der ehemaligen Regierung unter Alan Garcia eingeführt wurde und es erleichtern sollte soziale Proteste zu kriminalisieren. Scheinbar greift die neue Regierung unter Ollanta Humala nur zu gerne auf die umstrittene Rechtsvorlage zurück. Dabei standen in der ersten Reihe der Anti-Conga-Proteste arme Hochlandbauern. Diese hatten einen Wahlsieg von Humala in der Stichwahl im Juli 2011 überhaupt erst ermöglicht.

Protestierende gegen das Conga ProjektKreative und friedliche Proteste gegen Conga

13.03.2012

Peru: Tausende beteiligen sich an Wassermarsch

Der nationale Protestmarsch für das Wasser in Peru im Februar war ein großer Erfolg. Tausende Menschen in dutzenden Städten beteiligten sich und das Thema erhielt viel Beachtung in den Medien. Derweil warnt eine neue Analyse des Spaniers Pedro Arrojo vor den verheerenden Folgen von der Bergbauprojektes Conga. 

Der nationale Protestmarsch für das Wasser in Peru im Februar war ein großer Erfolg. Tausende Menschen in dutzenden Städten beteiligten sich und das Thema erhielt viel Beachtung in den Medien.

Gestern wurde die zweite internationale Analyse zum Conga-Projekt veröffentlicht. Der us-amerikanische Hydrologe Robert Morán warnte bereits in einer ersten Einschätzung vor den Auswirkungen der Mine auf den regionalen Wasserhaushalt und die Umwelt. Nach Moráns Einschätzung würde die Mine das Grundwasser und die Quellen der Flüsse kontaminieren.

Unabhängige Studie warnt vor Umweltauswirkungen

Die neue Analyse des Spaniers Pedro Arrojo kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Arrojo bezweifelt, dass die wirtschaftlichen Gewinne die ökologischen und sozialen Kosten der Mine aufwiegen können. Der offene Tagebau mit Zyanidlaugungsverfahren gehört zu den schädlichsten Wirtschaftsformen in der Rohstoffgewinnung. Der Professor für Strömungslehre empfiehlt folgerichtig ein Moratorium für weitere Bergbauprojekte. Vor allem, wenn diese sensible natürliche Wasserreservoirs beeinflußen könnten.

Millitär in CajamarcaMilitär in Cajamarca: Regierung setzt auf Gewalt

23.01.2012

Peru: Verhandlungen über Conga-Projekt gescheitert

Die Verhandlungen zwischen der Regionalregierung Cajamarcas und den nationalen Regierungsvertretern über die Zukunft des Mega-Bergbauprojektes Conga sind gescheitert. Die Nationalregierung weigerte sich Vertreter der Zivilgesellschaft an den Verhandlungen teilnehmen zu lassen, obwohl dies vorher so vereinbart war.

Die Verhandlungen zwischen der Regionalregierung Cajamarcas und den nationalen Regierungsvertretern über die Zukunft des Mega-Bergbauprojektes Conga sind gescheitert. Die Nationalregierung weigerte sich Vertreter der Zivilgesellschaft an den Verhandlungen teilnehmen zu lassen, obwohl dies vorher so vereinbart war. 

Zudem findet der neue Umweltminister; Manuel Pulgar Vidal, die Ergebnisse der Umweltgutachten zum Projekt nicht wieder. Investigative Journalisten veröffentlichten, dass der Wirtschaftsminister enge familiäre Kontakte zum Unternehmen Yanacocha hat, welches das Conga-Projekt betreiben möchte. 

Kritik an Conga kommt mittlerweile auch vom ehemaligen Weltbankökonom Peter König. Der langjährige Südamerikaexperte der Weltbank hält das Bergbauprojekt für sozial und ökologisch verantwortungslos und nicht machbar, denn die Umsetzung würde die Zerstörung der natürlichen Wasserressourcen in der Region mit sich bringen. Dies wäre eine Katastrophe für die Menschen und die Natur in Cajamarca.

Derzeit planen die Conga-Gegner einen landesweiten "Wassermarsch" nach Lima. Der Marsch soll am 1. Februar beginnen und es wird für eine nachhaltigere Wirtschaftspolitik demonstriert. Der Öffentlichkeit und den Politikern soll vor Augen gehalten werden, dass der Erhalt der Naturressourcen wichtiger sein sollte, als die kurzfristigen Gewinne der Bergbaubranche. Wir halten Sie auf dem Laufenden.


Eine Frau hebt ihre Hände in Protest mit anderen Bauern in CajamarcaBauern in Cajamarca protestieren gegen Minenausbau

10.12.2011

Peru: Protesten in Cajamarca lösen Regierungskrise aus

Die Proteste gegen die Ausweitung der Goldmine in Cajamarca haben politische Konsequenzen. Am Samstag, den 10.12., trat der Ministerpräsident Perus, Salómon Lerner, von seinem Amt zurück. Bei diesem Schritt folgten ihm zehn weitere Minister, darunter die Zuständigen für die Ressorts Landwirtschaft, Energie- und Bergbau sowie Umwelt. Präsident Humala gab Lerner nur einen Tag für die Verhandlungen mit den Bergbaukritikern in der nordperuanischen Region. Nach 24 Stunden erklärte Humala die Verhandlungen für gescheitert und verhängte den Ausnahmezustand über die Region Cajamarca. Eine politische Ohrfeige für den verhandlungsbereiten Premier Lerner, der daraufhin zurücktrat.

Am Samstag, den 10.12., trat der Ministerpräsident Perus, Salómon Lerner, von seinem Amt zurück. Bei diesem Schritt folgten ihm zehn weitere Minister, darunter die Zuständigen für die Ressorts Landwirtschaft, Energie- und Bergbau sowie Umwelt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Lerner und den Goldminen-Gegnern vergangene Woche hatte Präsident Humala den Ausnahmezustand über die Region verhängt. Militär und Polizei wurden mit Sonderrechten ausgestattet, um Demonstrationen zu beenden. Die Anführer der Proteste wurden verhaftet. Wegen der angespannten Situation sind Schulen und Krankenhäuser in der Region Cajamarca geschlossen. Der neue Premier, Óscar Valdés Dancuart, versprach ein unabhängiges Umweltgutachten durch internationale Spezialisten. Dessen Ergebnis soll einer Entscheidung über den Fortgang des Conga-Projektes zugrunde liegen.