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RegenwaldReport 02/2005

Kampagne gegen den Sojaboom

Seit BSE steigt der Bedarf. Sojaschrot ist bei uns mittlerweile das wichtigste eiweißhaltige Futtermittel in der Tiermast, mit dem Millionen Schweine, Rinder, Hähnchen und Puten aufgepäppelt werden. Der US-Konzern Bunge fackelt die Naturlandschaft ab und fällt Bäume um mit dem Brennholz Soja zu trocknen

2001 kam Bunge in den brasilianischen Bundesstaat Piauí – die Regierung hatte das Unternehmen unter anderem mit 15 Jahren Steuerfreiheit angelockt, weil sie auf neue Arbeitsplätze und einen Entwicklungsschub für die gesamte Region hoffte. Bisher hat Bunge erst 60 Arbeitsplätze zu schlechten Konditionen geschaffen. Die ökologischen und sozialen Folgen des neuen Sojabooms in Piauí sind verheerend. Bunge ist verantwortlich für die großflächige Abholzung der halbhohen Baumsavanne, für die Vernichtung der Biodiversität, die Verseuchung der Gewässer, Sklavenarbeit auf Soja-Farmen und die Vertreibung der Kleinbauern.

Die noch junge Umweltorganisation Funaguas kämpft gegen den Sojagiganten Bunge und für eine nachhaltige Nutzung der besonders artenreichen Savannenlandschaft Cerrado. Bei Protestaktionen, mit einer eigenen Webseite und einer Zeitschrift werden die Kleinbauern über die katastrophalen Auswirkungen des Sojabooms informiert. Im August 2003 organisierte Funaguas ein Seminar in Urucu mit dem Titel: „Zusammentreffen mit dem Cerrado: Bewirtschaften auf nachhaltige Art und Weise“. Fast 1.000 Personen aus der Region – von Kleinbauern bis zu Behördenvertretern – nahmen teil. Ausgehend von diesem Treffen leitete Funaguas rechtliche Schritte ein, um Bunge zu zwingen, bei der Nutzung des Cerrado nachhaltiger zu agieren.

Auch das Jahr 2005 steht unter dem Stern der Mobilisierung. Fünf regionale Treffen in den am meisten durch den Sojaboom betroffenen Teilen von Piauí sind geplant. Über 60 Gemeinden und mehr als 3.000 Landarbeiter/innen sollen darüber erreicht werden. In der Hauptstadt Teresina startete Funaguas zudem 2003 eine Kampagne mit dem Titel „Pflanze einen Baum, denn dann pflanzt Du Leben“. Mehr als 30.000 Fruchtbäume wurden inzwischen verteilt und gepflanzt.

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