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Palmöl

Kein krank machendes Palmöl ins Essen!

Palmöl Mühlen auf Borneo In großen Mühlen (hier auf Borneo) wird aus den Palmfrüchten das Öl gepresst (© Birgit Handke)

EU-Experten warnen vor Gesundheitsgefahren durch Palmöl. Das tropische Pflanzenöl in unseren Lebensmitteln enthält große Mengen von Giftstoffen, die Krebs erzeugen, das Erbgut und Organe zerstören können. Die EU muss uns davor schützen und Palmöl verbieten. Bitte schreiben Sie an die Politiker.

Essen Sie zum Frühstück gern Schokocreme oder Crunchmüsli? Streichen Sie Margarine aufs Brot? Machen Sie sich Tütensuppen heiß oder Tiefkühlpizza? Dann konsumieren Sie sicher auch Palmöl. Denn das billige Öl aus den Tropen steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt: in Tiefkühl- und anderen Fertiggerichten, in Wurstwaren, Gebäck, Speiseeis und Süßigkeiten. So verzehren wir palmölhaltige Produkte leicht mehrmals täglich - vom Frühstück bis zum Abendessen. Und zwar meist, ohne es zu wissen, denn die Industrie wirbt nicht damit, dass Palmöl in ihren Lebensmitteln steckt.

Kein Wunder: Seit zehn Jahren warnen Wissenschaftler vor hochgiftigen Stoffen in unserer Nahrung, die ganz besonders in raffiniertem Palmöl enthalten sind. Eine von der EU in Auftrag gegebene Studie der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA bestätigt nun die Warnungen – und lässt alle Alarmglocken läuten.

Schoko Produkte

Säuglinge, die ausschließlich mit industrieller Babynahrung gefüttert werden, sind nach Angaben der Lebensmittelexperten sehr gefährdet. Denn die darin enthaltenen Mengen an Glycidol übersteigen den als unbedenklich geltenden Wert um das Zehnfache, erkärt Dr. Helle Knutsen in einer Pressemitteilung der EU. Die norwegische Toxikologin ist die Vorsitzende des EU-Expertengremiums für Schadstoffe im Essen.

Konkret geht es um gesundheitsschädliche Fettsäureester: Glycidol, 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) und 2-Monochlorpropandiol (2-MCPD). Die Giftstoffe sind in sehr hohen Konzentrationen in raffiniertem Palmöl enthalten.

„Es ist hinreichend nachgewiesen, dass Glycidol das Erbgut zerstört und krebserregend ist“, so Dr. Knutsen. Es sind gefährliche Schadstoffe, die bereits in kleinen Mengen große Schäden im Körper anrichten können, bestätigte auch Alfonso Lampen, Lebensmittelexperte im Bundesamt für Risikobewertung (BfR) im ZDF-Magazin Wiso. Die Giftstoffe zerstören Organe wie Leber, Nieren und Hoden.

Kleinste Mengen dieser sogenannten Lebensmittel-Kontaminanten finden sich auch in anderen Pflanzenölen. Allerdings ist laut der EFSA-Studie die Konzentration des krebserregenden Glycidols in Palmöl 264 mal höher als in Olivenöl, 24 mal höher als in Rapsöl und 15 mal höher als in Sonnenblumenöl. Für 2-MCPD und 3-MCPD gelten ähnliche Verhältnisse.

Palmfrüchten Nach drei Jahren tragen Ölpalmen erste Früchte. Sie müssen nach der Ernte innerhalb 24 Stunden gepresst werden – die Mühlen stehen im Zentrum der Plantagen (© Pixabay / frei)

Babys, Kinder und Jugendliche sind am meisten gefährdet. Sie essen besonders viele Produkte, die Palmöl enthalten – und nehmen damit bezogen auf ihr Körpergewicht hohe Mengen der Schadstoffe auf. Bereits mit einer üblichen Portion von 20 Gramm Nussnougatcreme kommt ein Kind bei getesteten Produkten in den kritischen Grenzbereich.

Palmöl enthält natürlicherweise sehr viele Diglyceride (ca. 4–12%), aus denen bei der industriellen Verarbeitung bei hohen Temperaturen ab 200°C die Schadstoffe entstehen. Das Palmöl wird raffiniert und desodoriert, um die chemische Beschaffenheit des Öls zu beeinflussen sowie um das Öl geschmacks-, geruchs- und farblos zu machen. So ist es fast universell einsetzbar.

Dabei gibt es Alternativen: europäische Pflanzenöle aus Raps, Sonnenblume und Olive – am besten kalt gepresst.

Wenn Sie sichergehen wollen, ob ein Produkt Palmöl enthält oder nicht, studieren Sie die Verpackung. Dort müssen die Hersteller die Inhaltsstoffe genau angeben. Orientierung über Produkte ohne Palmöl finden Sie auch unter www.zeropalmoel.de.

Bitte fordern Sie die zuständigen Politiker und Behörden auf, das giftige Palmöl aus unserem Essen zu verbannen: den Regenwäldern, den Menschenrechten und der Gesundheit zuliebe. Sie können auch online teilnehmen unter www.regenwald.org/petitionen/1056/
118.600 Menschen haben schon unterschrieben.