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Regenwald Report 03/2020

Freihandel als Brandbeschleuniger

Rinderherde in Mato Grosso Die Rinderherden der Fleischindustrie zerstören den Amazonasregenwald.märkDelikatesse gilt (© alffoto / istockphoto.com)

Ein zwischen der EU und den Ländern des südamerikanischen Mercosur-Bündnisses vereinbartes Freihandelsabkommen bedroht Mensch, Natur und Klima. Noch ist es zu stoppen.

Nach 20 Jahren Verhandlungen hinter verschlossenen Türen hat die EU-Kommission mit den Mercosur-Staaten, Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, ein Freihandelsabkommen vereinbart. Indem die meisten der bisher erhobenen Zölle und Beschränkungen wegfallen, haben Unternehmen leichteren Zugriff auf 780 Millionen Konsumenten.

Durch den liberalisierten Handel könnte Europa mehr Autos, Maschinen, Chemikalien (besonders Pestizide) und Dienstleistungen exportieren. Im Gegenzug verspricht sich Südamerika, noch mehr Agrarprodukte wie Soja, Rindfleisch, Zucker und Ethanol sowie Bodenschätze nach Europa zu liefern. Die EU-Kommission beruft sich auf die hohen Standards zum Schutz des Klimas, der Umwelt und Arbeitnehmer, die in dem Abkommen festgeschrieben seien. Doch Brasiliens Regierung macht gerade vor, dass die Vereinbarungen nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen.

Beispiel Rindfleisch: Die Rinderzucht ist der Motor der Regenwaldrodung in Brasilien. 80 Prozent der Abholzungen und Brände erfolgen, um Platz für Viehweiden zu schaffen. Aktuell werden in Brasilien über 230 Millionen Rinder gehalten. Mit 2 Millionen Tonnen pro Jahr ist Brasilien der weltweit größte Exporteur von Rindfleisch. Bei den Abnehmern stehen die EU-Länder nach China schon jetzt an zweiter Stelle.

Beispiel Soja: Mit 121 Millionen Tonnen ist Brasilien die weltweite Nummer 1. Dieses Jahr soll die Produktion um weitere 7 Prozent wachsen. Schon jetzt beansprucht die Hülsenfrucht 36 Millionen Hektar – eine Fläche so groß wie Deutschland. Für die endlosen Monokulturen gehen der Regenwald am Amazonas, die artenreiche Cerrado-Savanne und die Territorien der Ureinwohner verloren. Auch beim Soja ist die EU mit jährlich fünf Millionen Tonnen nach China der Hauptabnehmer.

Über das ausgehandelte Abkommen müssen der EU-Ministerrat, das EU-Parlament und die Parlamente der 27 EU-Mitgliedsstaaten noch abstimmen. Eine offene Diskussion findet nicht statt, denn bis heute ist das Abkommen nur in Teilen veröffentlicht. Rettet den Regenwald fordert, das Abkommen abzulehnen.

Aktiv werden! Unterschreiben Sie unsere Petitionen

Abkommen verhindern

Die Regierungen der EU-Länder und das EU-Parlament können das Freihandelsabkommen noch stoppen. Unterstützen Sie unsere Petition: „Kein Fleisch aus dem Regenwald für die EU!“ 

Unterzeichnen Sie unsere Petition: www.regenwald.org/rr023