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Regenwald Report 03/2020

Schutz der Umwelt ist für junge Menschen ein wichtiges Anliegen

Projektarbeit GS Brühl Während einer Projektwoche haben Schüler der Gesamtschule Brühl den Schutz der Wälder und der Artenvielfalt künstlerisch umgesetzt (© Astrid Pfeifer)

Astrid Pfeifer ist Geografielehrerin an der Gesamtschule Brühl (Nordrhein-Westfalen) und hat auf ihren Reisen durch Amazonien, Afrika und Asien die dramatische Vernichtung der tropischen Wälder selbst gesehen. Immer wieder führt sie Jugendliche an das Thema nachhaltige Entwicklung heran. Dabei geht es oft auch um den Schutz des Regenwaldes.

Was spricht Jugendliche spontan an, wenn sie vom Regenwald hören?

Beim Thema Regenwald assoziieren die Schülerinnen und Schüler dichte Wälder, Artenvielfalt, Hitze, Luftfeuchtigkeit, aber sie denken auch an die fortschreitende Zerstörung. Besonders betroffen macht sie der Verlust der Lebensräume von Tieren, insbesondere der Orang-Utans in Indonesien. Aber auch die Vertreibung der Indigenen von ihrem angestammten Land bewegt sie sehr. Sie empfinden beides als große Ungerechtigkeit.

Wie hat sich das durch die Fridays-for Future-Bewegung verändert?

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat viele Schülerinnen und Schüler mitgerissen. Auf einmal ist es wieder angesagt, demonstrieren zu gehen und sich für etwas Gutes und Wichtiges einzusetzen. Die globale Dynamik dieser Proteste hat der Motivation der jungen Menschen einen unglaublichen Schub versetzt, der wiederum enormen Einfluss auf die Politik gehabt hat. Auf einmal schmückt sich jede Partei damit, besonders ökologisch und klimafreundlich zu sein. Diese Dynamik darf auf keinen Fall durch die Corona-Pandemie verloren gehen und muss in konkrete und verbindliche globale und nationale Handlungsmaßnahmen münden.

Wie handeln denn die Jugendlichen? 

Viele Jugendliche sehen ihren eigenen Konsum inzwischen kritisch, und eine zunehmende Zahl versucht ihr Verhalten zu ändern. Einige von ihnen ernähren sich vegetarisch oder sogar vegan, andere versuchen den Verzehr von Fleisch und tierischen Produkten zumindest zu reduzieren beziehungsweise auf Bioprodukte umzustellen. „Gequältes Fleisch“ aus Massentierhaltung gehört einfach nicht mehr zum guten Ton bei aufgeklärten Jugendlichen, genauso wie Produkte mit Palmöl und Mikroplastik oder übermäßiger Plastikverbrauch.

Ist das eher eine Mode oder eine dauerhafte Veränderungen?

Nicht wenigen gelingt es, ihr Verhalten dauerhaft und konsequent beizubehalten. Eine Gruppe von Schülerinnen unserer Schule hat sich sogar dafür eingesetzt, mehrmals im Monat einen rein veganen Kiosk zu betreiben, der auf große Zustimmung stößt. Doch sicherlich nicht alle Jugendlichen sind so willensstark und widerstehen der schnellen Versuchung eines „saftigen Hamburgers“.