Dringend! EU entscheidet endgültig über Monsanto-Gift

Monsanto Gift endgültig stoppen

Immer mehr Glyphosat vergiftet Umwelt und Lebensmittel. Es ist das meistverkaufte Herbizid weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als „wahrscheinlich krebserregend" ein. Im Dezember endet die Genehmigung für das Gift in der EU. Über eine neue Zulassung wird nun verhandelt. Fordern Sie mit uns das Aus von Glyphosat.

Appell

An: Die EU und Regierungen der Mitgliedsländer

„Das hochgiftige Herbizid Glyphosat muss verboten werden und aus unseren Lebensmitteln verschwinden. Keine Verlängerung der Genehmigung von Glyphosat in der EU“

Ganzes Anschreiben lesen

Glyphosat ist die wirksame Chemikalie in Herbiziden wie Roundup von Monsanto. Wir nehmen das Gift ständig auf, weil weltweit immer mehr davon versprüht wird. 5.500 Tonnen sind es allein in Deutschland pro Jahr. So lässt sich Glyphosat nicht nur im Boden und im Wasser, sondern auch in unseren Lebensmitteln nachweisen: beispielsweise in Milch, Mehl, Brot oder Bier – und in unserem Blut und Urin.

Mit dem Totalherbizid wird in der industriellen Landwirtschaft vor der Aussaat alles Grün auf den Äckern vernichtet. Die Artenvielfalt verarmt dadurch immer mehr. Noch perfider: Auch Kartoffeln und Getreidepflanzen werden damit eine Woche vor der Ernte besprüht und zum Absterben gebracht (Sikkation). Sie reifen dann schneller ab. Dabei kommt unsere Nahrung zwangsläufig direkt mit dem Gift in Kontakt.

Die Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Im Gegensatz dazu sehen die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterhin keine Gefahr.

Allerdings basiert die Einschätzung der Behörden auf unveröffentlichten Informationen des Industrieverbandes Glyphosate Task Force, dem mehr als 20 Unternehmen angehören, die Glyphosat-Produkte in Europa verkaufen. Die Behörden sollen die wichtigsten Teile dort fast wörtlich abgeschrieben haben, berichtet der Guardian.

Hundert bekannte Wissenschaftler haben die Rücknahme der EFSA-Entscheidung gefordert. Weil die Regierungen der Mitgliedsländer sich nicht auf die Wiederzulassung von Glyphosat einigen konnten, hatte die EU-Kommission mit einem Machtwort das Gift für 18 Monate verlängert.

Ende des Jahres läuft diese Frist aus, über eine neue Zulassung wird verhandelt. Bitte helfen Sie, Glyphosat zu beenden.

Hinter­gründe

Chemielobby verfasst Gesetzestexte

Die Chemiekonzerne wollen sich das Milliardengeschäft mit Glyphosatprodukten nicht entgehen lassen. Lobbyisten der Industrie geben sich bei den Politikern in Brüssel, Berlin und den anderen europäischen Hauptstädten die Klinken in die Hand. Sie beeinflussen erfolgreich die Entscheidungen der Politiker. Wie der Lobbybetrieb der Pestizidhersteller in Europa funktioniert, hat der Spiegel beschrieben.

Anstatt das Vorsorgeprinzip anzuwenden, betreiben die zuständigen europäischen Behörden – die EU-Lebensmittelbehörde EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - sogenannte Risikobewertungen anhand fragwürdiger Grundlagen. Sie prüfen vor allem die Studien, die die Pestizidhersteller selbst in Auftrag gegeben haben und die teilweise nicht einmal veröffentlicht sind. Die Ergebnisse sind dadurch weder wissenschaftlich unabhängig noch nachprüfbar. Und wie der britische Guardian nun veröffentlicht hat, haben sie in ihrer Risikoanalyse offenbar Dutzende Seiten der wichtigsten Kapitel fast wörtlich aus einem Dokument von Monsanto und der Industrievereinigung „Glyphosate Task Force“ abgeschrieben.

Umfang der Studien völlig unzureichend

Zudem beschränkt sich die Bewertung der EU nur auf den Wirkstoff Glyphosat. Die Spritzmittel der Hersteller wie Monsanto (Produkt Roundup), Bayer, BASF, Dow Chemical und Syngenta enthalten allerdings auch weitere giftige und damit gesundheitsschädlich Stoffe. Die Chemikaliengemische können in der Kombination andere Gesundheitswirkungen haben, wie das reine Glyphosat.

Die Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb auch die Gesundheitswirkungen der verkaufsfertigen Herbizide auf Glyphosatbasis berücksichtigt. Die IARC kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend sei. Siehe auch Glyphosate Monograph auf der Webseite der IARC.

Eine Glyphosatprodukten häufig zugemischte Substanz ist POE-Tallowamin. Das Benetzungsmittel erhöht die Aufnahme von Glyphosat in Lebewesen. In Bezug auf POE-Tallowamin kommt die EU-Lebensmittelbehörde EFSA u.a. zu dem Schluss, dass die verfügbaren Daten nicht ausreichen, um eine Risikobewertung im Bereich der menschlichen und tierischen Gesundheit auszuführen. Es gäbe weder Informationen über die Rückstände in Pflanzen und Tieren noch über die Gentoxizität, die langfristige Toxizität und Kanzerogenität sowie Reproduktions- /Entwicklungstoxizität. Auch das endokrin wirksame Potential von POE-Tallowamin sei kaum erforscht. Trotzdem erteilen die Behörden und die EU-Kommission grünes Licht für die Glyphosatprodukte.

Die Natur als Versuchslabor der Chemieindustrie

Die Auswirkungen von Glyphosat in der Natur sind ebenso weitgehend unbekannt. Beispielsweise für Frösche oder Kröten, die durch die glyphosatverseuchten Felder wandern oder Kaulquappen, die in den angrenzenden Tümpeln und Bächen leben. Wissenschaftler bringen das weltweite Amphibiensterben mit Glyphosat in Verbindung. Auch das Umweltbundesamt (UBA) sieht Gefahren für die Gesundheit und Umwelt und Artenvielfalt und fordert, den Glyphosateinsatz zu beschränken.

Viele Nutzpflanzen wie Mais, Soja und Baumwolle wurden zudem im Labor genetisch verändert und unempfindlich gegen Herbizide wie Glyphosat gemacht. Die Pflanzen überstehen Besprühungen mit glyphosathaltigen Produkten. Allein in Südamerika sind 40 Millionen Hektar – eine Fläche größer als Deutschland, mit Monokulturen aus genetisch verändertem Soja bedeckt. Die EU importiert jedes Jahr Millionen Tonnen gentechnisch veränderten Soja als Viehfutter. Die Modeindustrie fertigt aus gentechnisch veränderter Baumwolle unsere Kleidung.

Weitere Informationen:

WDR Fernsehreport in der ARD Mediathek Gift im Acker - Glyphosat, die unterschätzte Gefahr? oder bei Youtube

Arte Reportage Chronisch vergiftet - Monsanto und Glyphosat

An­schreiben

An: Die EU und Regierungen der Mitgliedsländer

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als erbgutschädigend und potentiell krebserregend beim Menschen eingestuft.

Im Gegensatz dazu teilen die europäischen Behörden diese Einschätzung nicht. Dabei findet sich Glyphosat inzwischen in unseren Lebensmitteln wie Milch, Mehl, Brot und Bier.

Anstatt die Umwelt und die Gesundheit der Menschen vorsorgend zu schützen, folgen die EU-Lebensmittelbehörde EFSA und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit ihren Risikoanalysen vor allem den Wirtschaftsinteressen der Chemiekonzerne.

Hundert Wissenschaftler, darunter fast das komplette Team der IARC, erheben schwere Vorwürfe gegen BfR und EFSA. Sie weisen auf schwerwiegende Mängel in den Bewertungen, wissenschaftlich inakzeptables Vorgehen und fehlende Daten hin.

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Genehmigung von Glyphosat in der EU NICHT verlängert wird. Bitte reformieren Sie auch die Risikoanalyse durch die staatlichen Behörden.

Mit freundlichem Gruß

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