Bitte unterschreibt dringend: Lasst das Öl im Boden

Kaffernbüffeln in Uganda Die Savanne des Nationalparks Murchison Falls bietet einer Vielzahl von Tieren einen Lebensraum

Uganda sitzt auf großen Erdölvorkommen – drei internationale Konzerne wollen sie ausbeuten. Für die Natur und die Bevölkerung könnte das Tilenga-Projekt katastrophale Folgen haben: ausgerechnet im Nationalpark Murchison Falls soll Öl gefördert werden.

Appell

An: Ugandas Präsident Yoweri Museveni und das Management von TOTAL, Tullow Oil, CNOOC, CCCC, Exim Bank of China

„Die Ausbeutung von Erdöl und weitere Industrie- und Infrastrukturprojekte gefährden den Nationalpark Murchison Falls. Verhindern Sie diese Katastrophe.“

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Die Murchison Falls sind ein Juwel Afrikas. Tosend stürzt sich der Viktoria-Nil über die Klippen einer engen Schlucht. Ein Naturschauspiel, das tausende Touristen aus aller Welt anzieht und der örtlichen Bevölkerung ein gutes Einkommen beschert.

Die vielfältigen Ökosysteme des Albertine Graben beherbergen so ikonische Spezies wie Löwen, Elefanten und Flusspferde, darüber hinaus mindestens 500 weitere Tierarten. Wegen ihrer reichen Vogelwelt ist die Region ein Ramsar-Schutzgebiet.

Die einzigartige Natur ist jedoch gefährdet, falls das Erdöl-Projekt Tilenga weiterverfolgt wird. Die Ölkonzerne TOTAL aus Frankreich, Tullow Oil aus Großbritannien und China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) wollen die Region mit 419 Bohrlöchern übersäen und täglich 200.000 Barrel Öl fördern. Hinzu kämmen eine Raffinerie, weitere Industrieanlagen und eine 1.445 Kilometer lange Pipeline zum Hafen von Tanga in Tansania.

Der Startschuss ist bereits gefallen: Der Konzern China Communications Construction Company (CCCC) baut seit dem Frühjahr 2019 eine Piste durch den Murchison Falls Nationalpark, die vorwiegen Safari-Touristen dient, zur Schwerlast-Straße aus. Der Nationalpark und Korridore zu weiteren Schutzgebieten wird durch die Erweiterung zerschnitten, viele Tiere werden bei Unfällen mit Autos und LKW sterben, auch tödliche Aufeinandertreffen mit Menschen werden zur täglichen Gefahr. Für Umweltschützer ist klar: Der Ausbau der Straße dient allein dem Erdölbusiness.

Doch in Uganda wächst der Widerstand: „Die Umwelt darf nicht geopfert und für Ölproduktion verkauft werden”, schreiben Umweltschutzorganisationen aus aller Welt in einem Brandbrief. Dass Protest wirken kann, zeigt das Aus für einen geplanten Staudamm Nahe der Murchison Falls.

Jetzt gilt: Keine Erdölforderung in Schutzgebieten wie den Murchison Falls!

Hinter­gründe

Der Murchison Falls Nationalpark wurde bereits 1952 eingerichtet und ist 3.878 Quadratkilometer groß. In der Region mit ihren Savannen-Ökosystemen, zu der auch die Schutzgebiete Budongo, Bugoma und Wambabya gehören, haben Wissenschaftler 144 Säugetierarten, 51 Reptilienarten und 755 Pflanzenarten gezählt.

Öl im Murchison Falls National Park – die beteiligten Firmen

Die Erdölvorkommen werden auf 6,5 Milliarden Barrel geschätzt. Zwischen 2011 und 2012 haben TOTAL und CNOOC jeweils 33 Prozent vom Eigner Tullow Oil aus Großbritannien erworben. Tullow will sich stärker aus dem Projekt zurückziehen und arbeitet am Verkauf weiterer Anteile.

Gegen TOTAL kämpfen bereits einige Naturschutz- und Menschenrechtsorganisationen. Sie berichten von Landraub, dem Verlust der Lebensgrundlage vieler Einheimischer und Verarmung. Les Amis de la Terre France und andere klagen gegen den Konzern in Paris. Sie berufen sich dabei auf ein Gesetz zur Firmenverantwortung, die sich auch auf Tochterunternehmen im Ausland erstreckt.

Tullow Oil mit Sitz in London bezeichnet sich selbst als „Afrikas führende unabhängige Ölfirma“ und ist in 15 Ländern in Afrika, Südamerika und vor Jamaika aktiv. Hauptgeschäft ist die Erkundung von neuen Öl- und Gasfeldern an Land und offshore.

Die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) ist der drittgrößte Mineralölkonzern der Volksrepublik China. Er agiert vor allem in Afrika, im Iran und neuerdings auch in Europa und Nordamerika. Er ist zu 70 Prozent im Staatsbesitz.

Die China Communications Construction Company (CCCC) ist einer der größten Baukonzerne der Welt. In Uganda hat er den rund 40 Kilometer langen Expressway zwischen dem Flughafen in Entebbe und der Hauptstadt Kampala gebaut.

Die Export Import Bank of China ist als Finanzier an der Zerstörung des Murchison Falls Nationalpark beteiligt. Die Kosten für den Ausbau von drei „National Oil Roads“ wird mit insgesamt rund 485 Millionen Euro veranschlagt, 85 Prozent davon als Kredit (rund 410 Million Euro). Neben CCCC sind zwei weitere chinesische Firmen beteilgt.

Der Baubeginn ist nach Einschätzung von Umweltschützern illegal. So ist unklar, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Während zweier öffentlicher Anhörungen zum Tilenga-Projekt wurde offenbar gegen zahlreiche Vorschriften verstoßen.

Die Straßenbauprojekte stehen beispielhaft dafür, wie China in zahlreichen Ländern umweltschädlichen Projekte initiiert, finanziert und durchzieht. In Uganda sind der Staatskonzern Sinohydro und die Export Import Bank auch federführend am Bau eines Wasserkraftwerks bei Karuma beteilgt. 90 Prozent des Nilwassers werden ab Betriebsbeginn im Dezember die sechs Turbinen antreiben statt durchs Flussbett zu fließen. Das Projekt hat 1,5 Milliarden Dollar gekostet.

Schutzgebiete, die keinen Schutz gewähren

In zahlreichen Ländern geben Regierungen Schutzgebiete zur Resourcenausbeutung, für Staudämme oder Infrastrukturprojekte frei: In der Demokratischen Republik Kongo droht den Nationalparks Virunga und Salonga Gefahr durch Erdölbohrungen, im Itombwe Nature Reserve will die kanadische Firma Banro Gold abbauen. In Guinea plant der chinesische Konzern Sinohydro einen Staudamm im neuen Moyen-Bafing Nationalpark, in Tansania ist das Unesco-Welterbe-Gebiet Selous ebenfalls wegen eines Stausees bedroht.

Straßen als „Pandoras Büchse“

Umweltschützer vergleichen den Bau von Straßen mit dem Öffnen von „Pandoras Büchse der Umweltschäden“ (Pandora‘s box of environmental evils) und ziehen Parallelen zur Ausbreitung von Krebszellen. Satellitenbilder zeigen, wie sich nach dem Bau einer Überlandstraße viele Nebenstraßen wie ein Fischgrätenmuster durchs Land ziehen. Dabei handelt es sich sowohl um offizielle als auch um inoffizielle Straßen, die beispielsweise von Holzfällerfirmen angelegt werden.

Durch Straßen werden zuvor schwer zugängliche Gebiete für Landwirtschaft (Felder, Plantagen, Weideflächen), Holzeinschlag, Bergbau, Wilderei und Besiedlung geöffnet. Viele der Bedrohungen für Regenwälder sind mit dem Bau von Straßen verbunden. In den Tropen konzentrieren sich 95 Prozent der Rodungen höchstens fünf Kilometer von Straßen entfernt.

An­schreiben

An: Ugandas Präsident Yoweri Museveni und das Management von TOTAL, Tullow Oil, CNOOC, CCCC, Exim Bank of China

Präsident Museveni,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Region rund um die Murchison Falls ist ein Juwel Afrikas. Die vielfältigen Ökosysteme des Albertine Graben beherbergen so ikonische Spezies wie Löwen, Elefanten und Flusspferde, darüber hinaus mindestens 500 weitere Tierarten. Jedes Jahr besuchen tausende Touristen aus aller Welt Murchison Falls und bescheren der örtlichen Bevölkerung und Uganda insgesamt beachtliche Einnahmen.

Die einzigartige Natur und die Lebensgrundlage der Bevölkerung sind jedoch gefährdet, wenn das Erdöl-Projekt Tilenga und damit verbundene Infrastrukturprojekte weiterverfolgt werden. Auch Ugandas Tourismus-Sektor und Ugandas Reputation als für den Schutz der Natur und des Klimas Sorge tragende Nation würden empfindlich leiden.

Erste Schäden sind bereits sichtbar, da mit dem Ausbau der Straßen durch den Nationalpark Murchison Falls bereits begonnen wurde.

Wir bitten Sie daher:

Beenden Sie das Tilenga-Projekt. Lassen Sie das Erdöl im Boden.
Beenden Sie mit dem Erdöl-Business verknüpfte Projekte wie den Straßenbau.

Mit freundlichen Grüßen

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