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Unsere Arbeit 2016/17

So helfen Ihre Spenden dem Regenwald

Schimpanse in Liberia

Unsere Partner in den Ländern des Südens setzen sich mit aller Kraft dafür ein, ihren Regenwald mit seinem Reichtum an Tieren und Pflanzen zu bewahren. Mit Kampagnen in Europa, Petitionen und Spenden unter-stützen wir sie dabei – mit Ihrer Hilfe. Dafür danken wir Ihnen!

Für die indigenen Mundukurú im Amazonas-Regenwald und die Penan im Urwald von Sarawak war 2016 ein erfolgreiches Jahr: Ihre Regierungen zogen die Genehmigung für Staudamm-Projekte zurück. Damit haben die Ureinwohner am Tapajós in Brasilien und am Baram auf Borneo den jahrelangen Kampf um ihren Regenwald gewonnen.

Internationale Unterstützung und auch unsere Petitionen mit Ihrer Unterschrift haben zu diesen und vielen weiteren Erfolgen beigetragen – dazu gehört z.B. das Handelsverbot für die bedrohten Pangoline durch die Weltartenschutzkonferenz CITES.

Weltkarte Spenden 2016

2016 haben wir 43 Petitionen für die Bewahrung der Natur in verschiedenen Sprachen verschickt; insgesamt wurden sie weltweit von 6,6 Millionen Menschen unterschrieben – das sind zwei Millionen Unterstützer mehr als im Jahr zuvor.

Die finanzielle Förderung unserer Regenwald-Partner konnten wir 2016 dank Ihrer Spenden auf 654.030 Euro steigern. Den Bericht finden Sie unter regenwald.org/files/de/Jahresbericht-2016.pdf.


1- Liberia: Schimpansen-Schutz

Christophe Boesch mit Forscherteam, Liberia Der Schimpansen-Wald soll Nationalpark werden: Forscher Boesch und Team (© WCF)

In Liberia lebt eine der größten Schimpansen-Populationen Westafrikas. Doch die Menschenaffen sind in isoliert liegende Reste ihres ursprünglichen Habitats zurückgedrängt – meist außerhalb von Schutzgebieten. Ein neuer Nationalpark kann helfen, den Lebensraum der Primaten zu bewahren. Das ist das erklärte Ziel der Wild Chimpanzee Foundation (WCF). Mit Unterstützung von Rettet den Regenwald soll der Wald von Gbi unter Schutz gestellt werden; dort leben noch einige Hundert Menschenaffen.

Für Westafrikas Schimpansen ist es die Rettung in letzter Minute: Seit Herbst 2016 sind die Primaten laut Naturschutz-union IUCN akut vom Aussterben bedroht. „Das ist ein Warnruf an uns alle: Wir müssen mehr für ihren Schutz tun“, sagt der Leipziger Professor Christophe Boesch, Gründer der WCF.

Forscherteams haben die Region inzwischen bereist und kartiert, um die Grenzen des Reservates festzulegen. Jetzt steht eine Studie über die Artenvielfalt an. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, wie die Menschen der Region vom Wald leben – und wie sie in den Schutz eingebunden werden können.

Spendenprojekt: Liberia/Schimpansen-Schutz


2- Malaysia: Waldschutz

Matek Geram von SADIA während einer Diskussion mit Dorfbewohnern. Matek Geram ist Umweltschützer mit Leib und Seele – sein Rat ist gefragt (© Mathias Rittgerott/Rettet den Regenwald)

Matek Geram ist ein viel beschäftigter Naturschützer in Sarawak auf Borneo. Ständig wird er von Dorfgemeinden gerufen, denen Firmen das Land rauben. Oft sind es Palmölfirmen, die ohne Rücksicht auf Gesetz und Natur Wälder abholzen. Matek, der für die Organisation SADIA arbeitet, informiert die Indigenen über ihre Rechte, kartiert das Land ihrer Ahnen und verklagt die Unternehmen. In Workshops gibt er sein Wissen weiter.

Spendenprojekt: Sarawak/Waldschutz


3- Peru: Regenwald-Kauf

Regenwaldkauf Tamshiyaku, Peru Jedes gekaufte Grundstück wird in der Karte von Tamshiyacu vermerkt (© SPDE)

Seit mehr als drei Jahren tragen Spendengelder dazu bei, dass Amazonas-Regenwald in Peru unter Schutz gestellt werden kann. Die Bewohner des Dorfes Tamshiyacu wollen ihren artenreichen Primärwald vor den Kahlschlägen der benachbarten Plantagenfirmen bewahren. Zwischen dem Dorf und den Plantagen wurden bereits 300 Hektar Regenwald gekauft; die Grenzen sind markiert, der Baumbestand erfasst. Unsere lokalen Partner vom Verein El Puente – Die Brücke übergeben die Daten an die Behörden, die dann das ganze Areal als Naturschutzgebiet registrieren. Parallel dazu entwickeln die Bauern von Tamshiyacu ein ökologisches Landwirtschaftsprojekt für ihren Lebensunterhalt.

Zugleich setzen unsere Partner von der Umweltorganisation Kené ihre Arbeit auf juristischer Ebene erfolgreich fort. Sie dokumentieren illegale Rodungen, führen Prozesse, betreiben Öffentlichkeits- und politische Lobbyarbeit in der Hauptstadt Lima.

Spendenprojekt: Peru/Regenwaldkauf


4- Borneo/Indonesien: Aufforstung

Aktivist pflanzt Bäume im Regenwald Nach exakten Plänen werden Setzlinge verschiedener Baumarten neu gepflanzt (© FNPF)

Der indonesische Umweltschützer Basuki Bude Santoso hat in seinem Leben bereits Tausende Bäume gepflanzt. Seit einigen Jahren sorgt er dafür, dass dort wieder Wald wächst, wo er von Plantagenfirmen abgeholzt wurde – auch auf 80 Hektar inmitten des Tanjung Puting Nationalparks.

Als im Sommer 2015 Feuer im Nationalpark wüteten, löschten Basuki und Aktivisten der Organisation Friends of the National Parks Foundation mit schlichten Feuerpatschen Brände. Zwei Monate lang ohne Unterbrechung.

Nun arbeiten Basuki und der Förster Fajar Dewanto unermüdlich daran, dass auf der Asche neuer Wald wächst. Dafür ziehen sie in einer Baumschule Setzlinge auf, die von Ehrenamtlichen ausgepflanzt werden. Mit unseren Spenden konnten sie bereits 6.000 Setzlinge ziehen. Insgesamt gibt es sechs Baumschulen an verschiedenen Orten – so binden sie auch die Menschen der Region in die Naturschutzarbeit ein.

Spendenprojekt: Tanjung Puting/Aufforstung


5- Palawan/Philippinen: Landrechte

Feldarbeit auf Palawan Die Indigenen und Kleinbauern brauchen den Wald zum Überleben. Sie ernten seine Früchte und Kräuter und ziehen in kleinen Waldgärten Gemüse (© CALG)

Palawan ist wegen seiner Artenvielfalt UNESCO-Biosphären-Reservat. Dennoch fördert die Regierung massiv den Anbau von Ölpalmen. Seit mehreren Jahren engagieren sich unsere Partner der Koalition gegen Landraub CALG gegen die Ausbreitung von Palmölplantagen. „Unsere Berater sind in Hunderten Gemeinden unterwegs, um die Bevölkerung über die Entwicklung aufzuklären“, so CALG. „Es ist wichtig, dass die Menschen über ihre Rechte Bescheid wissen, damit sie sich nicht in fatale Geschäfte mit der Industrie hineinziehen lassen.“

Ein wichtiger Schritt, die Regenwälder vor Ausbeutung zu schützen, ist die Anerkennung der Landrechte der indigenen Waldbewohner. In der Region um Puerto Princesa wird zurzeit das Land kartografiert und den Ureinwohnern übertragen.

Die Aktivisten konnten auch lokale Regierungsvertreter davon überzeugen, sich in ihren Gemeinden gegen weitere Palmölplantagen einzusetzen und die Regenwälder zu schützen.

Spendenprojekt: Palawan/Landrechte

Finanzbericht

Finanzbericht 2016