zurück zur Übersicht
Regenwald Report 03/2019

Schule verheizt die Heimat der Orang-Utans

Aktivisten protestieren gegen die Ausbreitung einer Palmöl-Plantagen Aktivisten protestieren gegen die Ausbreitung der Palmöl-Plantagen, während eine deutsche Gemeinde das billig importierte Palmöl in seinem BHKW verfeuert (© Bruno Manser Fonds)

Noch immer laufen in Deutschland einige mit Palmöl betriebene Blockheizkraftwerke (BHKWs). Eins davon steht im Parkschulzentrum in Kressbronn am Bodensee. Es verfeuert pro Jahr 180 Tonnen importiertes Palmöl, das entspricht 10 großen Tanklastern – oder umgerechnet einer Rodungsfläche von 50 Hektar in den Anbaugebieten.

Die Gemeindeverwaltung Kressbronn erzeugt damit Wärme und Strom auf Kosten der Regenwälder und ihrer Einwohner. Palmöl-BHKWs sind alles andere als umweltfreundlich. Die Hauptlieferanten des tropischen Öls sind Malaysia und Indonesien. Auf über 20 Millionen Hektar breiten sich dort, wo noch vor wenigen Jahren artenreiche tropische Regenwälder standen, industrielle Monokulturen mit Ölpalmen aus. Indigene Völker und andere Kleinbauern wurden für die Anlage der Palmöl-Plantagen von ihrem angestammten Land vertrieben und verlieren ihre Lebensgrundlagen.

Bereits 2007 hatte Rettet den Regenwald gegen den geplanten Einsatz von Palmöl in dem BHKW in Kressbronn protestiert. Damals hatte die Gemeinde reagiert und angegeben, statt Palmöl heimisches Rapsöl einsetzen zu wollen. Doch dabei ist es offenbar nicht geblieben. Still und heimlich hat die Gemeinde in späteren Jahren anscheinend Palmöl eingekauft, weil es billiger war. Erst eine Anfrage durch einen Bürger brachte den Palmöleinsatz ans Licht.

Unterschreiben auch Sie!

Bitte fordern Sie die Gemeinde Kressbronn auf, die Verbrennung von Palmöl definitiv zu beenden und ein zentral erfasstes Energiemanagement einzuführen.

regenwald.org/rr004