Peru: Abholzung sofort stoppen!

Ein Satelittenbild zeigt Rodungen in Peru. Darüber der Schriftzug: Jetzt stoppen Für Plantagen werden Pisten in den Regenwald geschlagen (Foto: NASA) (© Nasa Earth Discovery)
180.560 Teilnehmer

Ende der Aktion: 28.10.2015

In Peru hat das oberste Gericht der Region Ucayali ein Abholzungsverbot gegen die Palmölfirma Plantaciones Ucayali erlassen. Das ist ein erster Erfolg. Jetzt wollen wir, dass auch alle anderen Plantagenfirmen in Peru die Regenwaldrodungen stoppen. Bitte unterschreiben Sie die Petition an den Präsidenten

Appell

An: Präsident Ollanta Humala, peruanischer Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal, Umweltministerin Barbara Hendricks, norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg

„Helfen Sie mit, die Abholzungen für Palmölplantagen in Peru zu stoppen und den Amazonasregenwald zu schützen“

Ganzes Anschreiben lesen

Im peruanischen Amazonasregenwald fressen sich die Motorsägen in die Baumriesen. Mit Bulldozern wird Platz für Ölpalmplantagen geschaffen, die Einwohner verlieren ihr Land. Um Investoren anzulocken, hat die Regierung den Anbau von Ölpalmen zum „nationalen Interesse“ erklärt.

Tausende Hektar wurden im letzten Jahr abgeholzt, doch das soll nur der Anfang sein. Den Regionalregierungen im peruanischen Amazonasgebiet liegen Abholzungsanträge über 150.000 Hektar Regenwald für Ölpalm-Monokulturen vor. Das Landwirtschaftsministerium hat sogar 600.000 Hektar Land dafür ausgemacht.

Auf einer der Plantagen müssen die Maschinen nun ruhen. Das oberste Gericht der Amazonasregion Ucayali hat gegen die Palmölfirma Plantaciones Ucayali SAC einen Rodungsstopp verhängt. Sämtliche Arbeiten – auch das Anpflanzen von Ölpalmen – wurden mit der richerlichen Verfügung vorläufig stillgelegt.

Wir wollen weiter Druck bei den Behörden und Politikern machen, damit auch die übrigen Plantagenfirmen die Regenwaldabholzungen beenden müssen. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition.

Hinter­gründe

Ölpalmen statt Amazonasregenwald?

Bereits im Juli 2014 hat Rettet den Regenwald dem peruanischen Umweltminister Pulgar-Vidal in Berlin 140.000 Unterschriften persönlich überreicht. Und zum UN-Gipfel über den Klimawandel in New York im September 2014 haben peruanische Umweltschützer gegen die Abholzung des Amazonasregenwaldes für Ölpalmen protestiert (Artikel auf Spanisch).

Ein neues Gesetz der Regierung vom Juli 2014 (Ley 30230) weicht den Umweltschutz in Peru weiter auf und erleichtert es Unternehmen, die Natur rücksichtslos auszubeuten und zu zerstören.

Auch Korruption scheint beim Verkauf von staatseigenen Regenwaldflächen an Palmölfirmen im Spiel zu sein. Gegen den Regionalpräsidenten von Ucayali, Jorge Velásquez Portocarrero, sowie Funktionäre aus dem Landwirtschaftsministerium laufen Ermittlungen. Das berichtet die Zeitung El Comercio.

Auch gegen die Abholzer selbst ermittelt die peruanische Justiz. Zahlreiche Untersuchungsverfahren nach Anzeigen von Umweltschützern und betroffenen Einwohnern laufen bereits in Loreto, Ucayali und Lima.

Weitere Informationen im Regenwald Report
- Kampf der Bauern für den Wald: „Hier war mein Wald"
https://www.regenwald.org/regenwaldreport/2014/406/kampf-der-bauern-fuer-den-wald-hier-war-mein-wald

- Aktion zur Klimakonferenz: Schützen Sie Ihre Wälder, Herr Präsident!
https://www.regenwald.org/regenwaldreport/2014/409/aktion-zur-klimakonferenz-schuetzen-sie-ihre-waelder-herr-praesident

- Ölpalmplantagen in Peru: Rettet den Regenwald vor Gericht
https://www.regenwald.org/regenwaldreport/2014/407/oelpalmplantagen-in-peru-rettet-den-regenwald-vor-gericht

An­schreiben

An: Präsident Ollanta Humala, peruanischer Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal, Umweltministerin Barbara Hendricks, norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg

Sehr geehrter Herr Präsident Ollanta Humala, sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Erna Solberg, sehr geehrte Damen und Herren Umweltminister,

mit großem Entsetzen haben wir von den Abholzungen durch Palmölfirmen im Amazonasregenwald von Loreto und Ucayali erfahren. Mindestens 13.000 Hektar Urwald wurden allein in den letzten Monaten gerodet, hat die peruanische Umweltorganisation SPDE nachgewiesen.

Insgesamt sollen mindestens ein Dutzend Plantagenfirmen in Loreto und Ucayali die Rodung von 150.000 Hektar Regenwald beantragt haben.

Nach dem Forstgesetz 27.308 ist der Staat dafür verantwortlich, die Wälder zu schützen. Doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften und Gerichte in Loreto und Ucayali über die Abholzungen und Landnahmen verschiedener Palmölfirmen kommen kaum voran, es mangelt an politischer Unterstützung.

- Stoppen Sie sofort die Rodungen der Plantagenunternehmen in Loreto und Ucayali und verhindern Sie weitere ökologische und soziale Konflikte.
- Lehnen Sie die von den Firmen für Plantagen beantragten Abholzungs- und Landumwandlungsanträge ab.
- Klären Sie auf, wie die Firmen angeblich bis zu 80.000 Hektar Regenwald erworben haben und ziehen Sie die an diesem verheerenden Landhandel beteiligten Personen juristisch zur Verantwortung.

Die Regenwälder bilden die Lebensgrundlagen der dort lebenden Menschen und sind der Lebensraum einer enormen Vielfalt von Tieren und Pflanzen.

Aufgrund der schweren und irreversiblen Schäden bitten wir Sie, unverzüglich zu handeln und hoffen auf eine baldige positive Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.
News und Updates

Regenwald Report | 01.01.2015

Bittere Schokolade

Luftbild abholzung peru

Mitten im peruanischen Amazonas-Regenwald ist eine Plantagenfirma dabei, die Urwaldbäume für eine riesige Kakaopflanzung zu roden. Die Einwohner, Kleinbauern und Umweltschützer wehren sich

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News | 28.07.2014

Peru: Ein Schlag gegen die Holzmafia

Während einer internationalen Razzia wurde illegales Tropenholz aus Peru im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar beschlagnahmt. 15.000 Kubikmeter Holz wurden sichergestellt.

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News | 15.07.2014

Wir bleiben Ihnen auf den Fersen, Herr Präsident!

Der peruanische Präsident Ollanta Humala ist Gastgeber der UN-Klimakonferenz im Dezember. In Peru lässt er hemmungslos abholzen. Nun haben wir seinem Umweltminister Manuel Pulgar Vidal persönlich die ersten 139.000 Unterschriften gegen Rodungen in Amazonien überreicht. Unsere Aktion geht weiter.

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Presse-Echo | 15.07.2014

Protest gegen Perus Umweltpolitik

Perus Präsident Humala ist Gastgeber des UN-Klimagipfels im Dezember. Gleichzeitig lässt er massiv Regenwald abholzen.

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Pressemitteilung | 11.07.2014

Perus Regenwald nicht abholzen, Herr Klima-Präsident!

Der Präsident der Klimakonferenz in Lima droht Champion der Abholzer und Umweltzerstörerzu werden. Perus Staatschef Ollanta Humala Tasso will in Kürze ein Gesetz unterschreiben, das Unternehmen bei der Ausbeutung und Zerstörung der Natur in seinem Land nahezu freie Hand lässt. „Er schwadroniert von Klimaschutz und öffnet mehr Abholzung und Ausbeutung der Umwelt Tür und Tor“, sagt Reinhard Behrend von der Umweltschutzorganisation „Rettet der Regenwald“:„Als Gastgeber des Weltklimagipfels im Dezember muss Präsident Humala Tasso die Waldvernichtung sofort stoppen. Es ist eine Schande, über Klimaschutz zu debattieren, während die Motorsägen kreischen!“

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